Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Berguiahenae

CF-GeI-20

MATRONIS

BERHVIAĤENIS

Q · ACILIVS

VERVS

  5 DEC · C · C · A · A

[---]O SE · ET · SVIS

[---] · S · L · M

Matronis

Berhuiahenis

Q(uintus) Acilius

Verus

  5 dec(urio) c(oloniae) C(laudiae) A(ugustae) A(grippinensium)

[pr]o se et suis

[v(otum)] s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 2: ohne Ligatur – ILS, Espérandieu, EDH; Berhuiuahenis – Ferlut
Z. 5: A(rae) A(grippinensis) – CIL, Ferlut; A(ugustae) A(grippinensis) – ILS, Espérandieu; A(rae) A(grippinensium) – Scheungraber
Z. 6: pro – Espérandieu
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Berhuiahenae!
Quintus Acilius Verus, decurio der Colonia Claudia Augusta Agrippinensium, hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Berhuiahenae!
Quintus Acilius Verus, decurion of the Colonia Claudia Augusta Agrippinensium, has fulfilled a vow willingly and deservedly for himself and for his family.

Autopsie

non vidimus


Lesung gründet auf: CIL (aus älterer Literatur)

Editionen und LesungenCIL XIII 12013
ILS 9331
Espérandieu X 7420
Scheungraber 2020, 186 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.611
Elektronische Ressourcen HD023582 (Version vom 02. Juni 2020) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-12800034 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/209283 (zuletzt aufgerufen am 29. Juni 2021) (Trismegistos)
Fundort modern Gereonsweiler
Fundstelle

alte Kirche

FundumständeDer Weihealtar befand sich ursprünglich im Altar eingemauert und wurde beim Abriss der Kirche aufgefunden.
Fundjahr1889
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Baum
Laubbaum
Pflanzenornament
Reliefdekor
Reliefschmuck
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Der Stein ist oben und unten stark abgeschlagen. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt. Vom Aufsatzschmuck sind nur noch die unteren Reste erkennbar. Vermutlich handelte es sich dabei um einen mittigen kleinen Giebel und anschließende Pulvini. Erkennbar sind noch die Reste eines Giebelansatzes, sowie links und rechts Reliefdekor. Der Aufsatzschmuck zeigt laut Literatur (Behr 1906, 161f.) Pflanzenornamente und eine Zierleiste.
Links hat der Stein in der unteren Hälfte Beschädigungen erlitten, ein Stück ist abgebrochen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 86,0 cm
Breite: 54,0 cm
Tiefe: 25,0 cm
Ikonografie

Auf den Seitansichten sind Bäume dargestellt, doch nur auf der rechten Seite ist das Relief gut erhalten geblieben.
Der Baum hat einen geraden Stamm mit einem nach links gerichteten Aststumpf auf halber Höhe. Die Blätter (je drei auf jeder Seite) sind großflächig ausgeführt und werden oben durch ein Blatt abgeschlossen. Insgesamt wirkt die Darstellung sehr einfach.

Inschrift

Der Inschriftentext ist weitgehend vollständig, doch ist er im unteren Teil am linken Rand abgebrochen.
Ligatur: s. Majuskeltext. Besondere Zeichen: In Z.2 sind die letzten 3 Buchstaben kleiner.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Berhuiahenae: Variante von Berguiahenae:keltisch erklärbar: ‚Bei Bergusia Geborene [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 252-254). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Matronae Berguiahenae:
- Germania Inferior: 2x (CF-GeI-19 und CF-GeI-20) belegt
- außerhalb der Germania Inferior: -

Berguiahenae:
- Germania Inferior: 1x eindeutig belegt (CF-GeI-14).
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Quintus Acilius Verus: tria nomina
Acilius: italisches Gentilnomen (Kakoschke 2006, GN 10)
Verus: lateinisches Cognomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2008, CN 3295)

ZitiervorschlagCF-GeI-20, hdl.handle.net/11471/504.50.20
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Behr 1906, Nr.50, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, Behr 1906, Nr.50, Rechte vorbehalten