Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Cretonus
CF-GeS-1140
1 IN HONOR▴DOM▴D[---]
2 DEO▴CRETO[---]
3 GENIO [.]AGI AC̣[---]
4 P▴CAPITONIVS[---]
5 AD▴EXCOL[---]
6 MEMOR[---]
7 CAPITON[---]
8 PAT[---]
9 PROSC[---]
1 In honor(em) dom(us) d[ivin](ae)
2 deo Creto[ni et]
3 Genio [p]agi AC[---]
4 P(ublius) Capitonius [---]
5 ad excol[endam]
6 memor[iam]
7 Capiton[ii ---]
8 pat[roni]
9 prosc[aenium ---]
| Apparatus criticus | Z. 1:
d[iv.] – Finke; d(ivinae) – AE 1983, Scheungraber; d[(ivinae)] – Bouley; Inschriftwiedergabe ohne Zeilenewechsel und Klammern – Cüppers
Z. 2: C̣reton[i] – Binsfeld (u.a.), Lobüscher Z. 3: Genio pagi Ac[3] – Scheungraber Z. 4: Capito[n]ius – Bouley; Capitonius [3] – Scheungraber; am Ende der Zeile ein unleserlicher Buchstabenrest – Binsfeld (u.a.) Z. 6: memoṛ[iam] – Binsfeld (u.a.), Lobüscher Z. 7: Capiton[i(i) Catuli?] – Keune, Haffner; Capitoni – EDH, Finke, Lobüscher, Scheungraber; Capitonii Catuli? – Cüppers Z. 8: pat[roni?] – Binsfeld (u.a.), Lobüscher Z. 9: prosc[aenium d(ono) d(at) oder d(edit) d(edicavit) – Keune, Haffner; prosc[enium] – Finke; prosc[enium d. d.] – AE 1929; prosc[enium d(ono) dat] oder [dedicavit] – Bouley; proscaenium dono dedit – Cüppers; d(onum) d(edit) – Scheungraber |
| Übersetzung Deutsch |
Zu Ehren des Kaiserhauses, für den Gott Cretonus und den Genius des pagus AC...! |
| Übersetzung Englisch |
In honour of the Divine Household, for the god Cretonus and the Genius of the pagus AC...! |
| Autopsie |
non vidimus Lesung beruht auf: Photo und Keune |
| Editionen und Lesungen | Keune 1927, 14 Finke 1927 (Neue Inschriften), Nr.238 AE 1929, 174 Haffner 1970, 208 AE 1983, 728 Bouley 1983, 548 Cüppers 1983, 243 Binsfeld/Goethert-Polaschek/Schwinden 1988, Nr.46 Lobüscher 2002, Nr.172 Scheungraber 2020, 249 |
| Elektronische Ressourcen |
HD000361
(Version von 2020-02-14) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-08500494 (zuletzt abgerufen 2024-03-11) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/209797 (zuletzt abgerufen 2024-03-11) (Trismegistos) |
| Fundort antik | Belginum |
| Fundort modern | Wederath |
| Fundstelle | "an der Wegekreuzung westlich vom Stumpfen Turm [...] zwischen der von Büchenbeuren kommenden Hauptstraße und dem in nördlicher Richtung abzweigenden Weg nach Wederath" (Keune 1927, 13); "bei Hinzerath gefunden ca. 300 m vom Stumpfen Turm" (Finke 1927 (Neue Inschriften), Nr. 238); "nahe dem Westrand der römischen Siedlung" (Haffner 1970, 206) |
| Fundumstände |
"mit an derselben Stelle ans Licht beförderten Topfscherben und anderen Fundstücken" (Keune 1927, 14) |
| Fundjahr | 1925 |
| Verwahrung | Trier, Rheinisches Landesmuseum |
| Inventarnummer | 24,245 |
| Inschriftträger | Bauinschrift |
| Material | Kalkstein |
| Archäologische Klassifikation |
Rahmen
Reparatur Zierleiste |
| Beschreibung Objekt | Von der Bauinschrift sind ca. 3/4 in Form von drei Fragmenten erhalten, wobei die rechte untere Seite fehlt. Das größte Fragment, links oben, hat mehrere Sprünge und auch eine Reparatur. Das Inschriftenfeld ist doppelt gerahmt, der Stein ist an allen Seiten bestoßen. |
| Zustand Objekt | größeres Fragment |
| Maße | Höhe: 74 cm Breite: 68 cm Tiefe: 16 cm Die angegebenen Maße sind die des rekonstruierten Objektes. |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Die Tafel ist gebrochen und noch in drei Teilen erhalten, der Textverlust ist in Z.1 am geringsten und in Z.9 am größten. Die Inschrift füllt das Inschriftenfeld zur Gänze aus, der rechte Rand ist nicht erhalten. Die Buchstaben sind zentriert gesetzt und regelmäßig, variieren jedoch in ihrer Größe zwischen den einzelnen Zeilen. |
| Zustand Inschriftfeld | größeres Fragment |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 3,8–5,0 |
| Kommentar Götternamen |
Cretonus (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Cretonus: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: - Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Publius Capitonius …: tria nomina Capitonius: seltenes einheimisches Pseudogentil, abgeleitet vom lateinischen Namen Capito (Kakoschke 2021, GN 282) Es wird sich um den Freigelassenen des in Z.7 genannten Capitonius gehandelt haben. Im CIL wird Belginum zur Germania Superior gezählt, diese Zuordnung wird aber inzwischen zugunsten der Belgica angezweifelt (Haffner 1989, 23; Lobüscher 2002, 140). Die Aufnahme von Inschriften aus Belginum (CF-GeS-1005; CF-GeS-1006; CF-GeS-1140) hier ergibt sich aus zwei Umständen: 1. als Grenzort ist mit Einflüssen aus der Nachbarprovinz zu rechnen und der Wechsel der Provinzzuordnung kann nicht ausgeschlossen werden (Spickermann 2003, 209). Viel wichtiger ist aber 2., dass sich in Belginum eines der zahlreichen nach 70 n.Chr. ausgebauten "Grenzheiligtümer" befand, die als Provinzgrenzen überschreitende Kultezentren angelegt waren (Spickermann 2003, 30f.; 260f.), weswegen mit provinzübergreifenden ähnlichen religiösen Vorstellungen zu rechnen ist, wobei die Dedikationen von Bewohnern der Belgica und der Superior aufgrund fehlender Angaben über die provinziale Zugehörigkeit nicht unterscheidbar sind. |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1140, hdl.handle.net/11471/504.50.1140 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
