Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Matronae Alhiahenae

CF-GeS-1139

MATRONIS

ALHIAHEN

ABVS

IVL▴VERANI

  5 VS▴SUPER▴PR

O▴SE▴ET▴SV

IS▴V▴S▴L▴[.]

Matronis

Alhiahen -

abus

Iul(ius) Verani -

  5 us Super pr -

o se et su -

is v(otum) s(olvit) l(ibens) [m(erito)]

CivitasCivitas Ulpia Sueborum Nicrensium
Apparatus criticusZ. 2: Hiahen – Brambach
Z. 5: pro – Noelke
Z. 7: l(aetus) ohne merito – Filtzinger u.a. 1976; l(ibens) (merito) – Noelke
Übersetzung Deutsch

Für die Matronae Alhiahenae!
Iulius Veranius Super hat für sich und die Seinen das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Matronae Alhiahenae!
Iulius Veranius Super has fulfilled a vow willingly and deservedly for himself and his family.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBrambach 1867 (Corpus), Nr.1722
CIL XIII 6387
Wagner 1911, 345 Nr.224
Fritsch 1912, 22
Riese 1914, Nr.3088
Gutenbrunner 1936, 203 Nr.12
Filtzinger/Plack/Cämmerer 1976, 330
Filtzinger/Plack/Cämmerer 1986, 456
Kakoschke 2002, Nr.5.32
Scheungraber 2020, 91
Noelke 2020/2021, 358 Nr.2.73
Ferlut 2022, Nr.518
Elektronische Ressourcen HD036513 (Version von 2020-08-04) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/23827 (Version von 2022-12-31) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000401 (zuletzt abgerufen 2024-02-27) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/210792 (zuletzt abgerufen 2024-02-27) (Trismegistos)
Fundort antikVicus Nediensis
Fundort modern Neidenstein
Fundstelle

Katholische Kirche

Fundumstände

als Weihwasserbecken verwendet

Fundjahr1831
VerwahrungRastatt, Zentrales Fundarchiv
Inventarnummer1831-2-4396-1
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Der schmale Weihealtar steht auf einem gleichmäßigen, glatten Podest. Die Basis ist stilistisch nicht vom leicht zurück versetzten Inschriftenfeld getrennt. Die Bekrönung jedoch befindet sich über einer Stufung und Kragung. Hier finden sich links und rechts jeweils eine Volute, dazwischen eine tiefe Opferschale. Auf der Rückseite ist ein Giebel erkennbar. Auf der Vorderseite ist zwischen den Voluten eine Zierleiste gestaltet, auf der abwechselnd 3 Kreise mit Kreuz in der Mitte und zwei Rechtecke mit X in der Mitte eingeritzt sind. Das erste und zweite Rad könnte auch mit Stern, wie eine stilisierte Rosette, befüllt sein.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 93,5 cm
Breite: 41,5 cm
Tiefe: 33 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift füllt das Inschriftenfeld fast komplett aus. Die Buchstaben sind unregelmäßig und in den unteren Zeilen stärker abgerieben. Die Worttrenner in Z.4–7 sind korrekt gesetzt. Bis auf einen kleinen Ausbruch am Ende von Z.7, durch den wohl das M verloren ist, ist die Inschrift vollständig.

Besondere Zeichen: In Z.2 und 4 ist das L mit stark geschrägter Querhaste geschreiben, und in Z.7 besitzt das L zwei kurze Querhasten, die obere nach links, die untere nach rechts gezogen.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)4,0–5,5
Kommentar Götternamen

Alhiahenae (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch mit lautlicher Germanisierung: ‚Elch‘ (Delamarre 2017, 38; Scheungraber 2020, 91-92)

Alternativ: germanisch: ‚Elch‘ (Scheungraber 2020, 91-92)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur aus einer einzigen Inschrift in der Germania Superior bekannt. Vereinzelt wird für einer Verschreibung von den in der Germania Inferior belegten Matronae Albiahenae argumentiert (Scheungraber 2020, 91).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Matronae Alhiahenae: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1139

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Iulius Veranius Super: tria nomina

Veranius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentil, vor allem in der Germania Inferior belegt (Kakoschke 2021, GN 1419)

Super: lateinischer Name, vor allem in der Germania Inferior belegt (Kakoschke 2021, CN 2989)

ZitiervorschlagCF-GeS-1139, hdl.handle.net/11471/504.50.1139
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Ehm. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Inv. Nr. C 4396, heute Rastatt, Zentrales Fundarchiv Inv. 1831-2-4396-1, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, Ehm. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Inv. Nr. C 4396, heute Rastatt, Zentrales Fundarchiv Inv. 1831-2-4396-1, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024