Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Maesama

CF-GeS-1135

MAESAMAE

[..]C▴TERENT̂IV[.]▴

[.]ẠRCELLVS P̣Ṛ[.]

NIGRINA PRO

  5 [.]ERENTIO SEP

TÎMINO FILI

ET SVIS

VSLLM▴

Maesamae

[sa]c(rum) Terentiu[s]

[Ma]rcellus pr[o]

Nigrinia pro

  5 [T]erentio Sep -

timino fili(o)

et suis

v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

Apparatus criticusZ. 6: [T]imino – EDH, Scheungraber
Z. 8: l(ibens) l(aetus) – EDH, Scheungraber
Übersetzung Deutsch

Der Maesama geheiligt!
Terentius Marcellus hat, für Nigrina, für den Sohn Terentius Septiminus und die Seinen das Gelübe freudig, gerne und verdientermaßen eingelöst.

Übersetzung Englisch

Sacred to Maesama!
Terentius Marcellus has fulfilled, for Nirgina, for the son Terentius Spetimius and his family, a vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus

Lesung gründet auf: Meyer und Photo

Editionen und LesungenMeyer/Stork 2010 (Maesama), 40f.
AE 2010, 1077
Meyer/Stork 2010 (Unter Steinen), 190f.
Scheungraber 2020, 363
Elektronische Ressourcen HD061746 (Version von 2017-09-06) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/31613 (Version von 2021-10-15) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-46700194 (zuletzt abgerufen 2024-04-08) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/212496 (zuletzt abgerufen 2024-04-08) (Trismegistos)
Fundort modern Walheim
Fundstelle

"in einem Garten am Dammweg [...] Die Fundstelle liegt zu Füßen der römischen Zivilsiedlung" (Meyer, Stark 2010 (Maesama), 40); Hausnummer 48 (Meyer/ Stark 2010 [Unter Steinen], 190); "Die Fundstelle am Dammweg liegt westlich des Neckarhochwasserdamms, östlich der unter dem heutigen Dorf befindlichen römischen Zivilsiedlung von Walheim, 170 m südlich des Baumbachs" (Meyer/Stark 2010 [Unter Steinen]), 190); "im Dorfkern in einem Steinhaufen einer abgebauten Weinbergmauer" (Auskunft Herr Dr. Kemkes, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg)

Fundumstände

"Der Stein wurde aus einem Schutthaufen geborgen, den man vermutlich in den 1970er Jahren aufschüttete, als man bei einer Flurbereinigung die oberhalb gelegenen Gartenterrassen abbrach." (Meyer/ Stark 2010 [Maesama], 40); "In einer kürzlich neu errichteten Gartentrockemauer stand ein wohlerhaltener, vollständiger römischer Altar. Er stammte aus einem auf dem Grundstück abgelegten Steinhaufen von ca. 5 m Durchmesser und 1,5 m Höhe. [...] Familie Gronbach entdeckte den Fund, als sie den Steinhaufen teilweise abtrug, um ihre Gartenmauer zu bauen" (Meyer/ Stark [Unter Steinen], 190).

Fundjahr2009
VerwahrungWalheim, Römerhaus
Inventarnummer2009-167-1-1
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Blüte/Blume
Brandspuren
Giebel
Lineardekor
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Ranke
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar besteht aus einer breiten Basis, die durch mehrere Stufen und einem Gesims vom ungerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. An der linken Seite sind Teile der Basis, der trennenden Stufen und ein Teil des Inschriftenfeldes abgebrochen. Auf der rechten Seite ist das Inschriftenfeld stark bestoßen. Der Aufsatz ist wiederum durch mehrere Stufen und einen Giebel vom Körper getrennt und reichlich verziert. Auf der Vorderfront durch ein Rankenmuster, das Röschen darstellen könnte, die von der Mitte jeweils an den äußeren Rand reichen und in der Mitte hin wie in ein verkehrtes Dreieck münden. Darüber befinden sich Pulvini, die mit einem spiralförmigen Muster ausgefüllt sind, wobei die rechte Volute vorne ausgebrochen ist und auch die linke stark bestoßen ist. Auch der Giebel in der Mitte wird durch zwei Bänder gefüllt bzw. in der Mitte einem Kreis und drei kleinen Kugeln. Dahinter befindet sich die Opferschale, in der Brandspuren zu erkennen sind. Auch diese ist stark bestoßen.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 91 cm
Breite: 46,5 cm
Tiefe: 35 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift füllt das oben und unten gerahmte Inschriftenfeld fast vollständig aus. Die Buchstaben sind unregelmäßig und in Z.1 und Z.8 größer.
Der Stein ist in der linken oberen Hälfte keilförmig ausgebrochen, sodass Buchstaben in den Zeilen 1–6 beschädigt oder verloren sind, mit dem meisten Verlust in Z.3. An der Bruchkante sind jedoch noch Reste einer Schräghaste sichtbar, vermutlich ein A. Auf der rechten Seite haben zwei Ausbrüche in Z.2 und Z.3 zum Verlust, sowie in Z.5 und Z.6 zur Beschädigung der jeweils letzten Buchstaben geführt. Durch einen Ausbruch in Z.3 ist von den beiden letzten erhaltenen Buchstaben der Zeile nur mehr der obere Bogen lesbar. Die V in Z.2 und Z.3 sind jeweils kleiner eingeschrieben.

Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift – Besondere Zeichen: Am Ende von Z.1 und Z.8, sowie in Z.2 scheinen Wortrenner gesetzt zu sein.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Maesama (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚die sehr Große‘ (Delamarre 2017, 213; Scheungraber 2020, 363)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur aus einer einzigen Inschrift in der Germania Superior bekannt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Maesama: (incl. ev. Varianten) - Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1135

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Terentius Marcellus: römisches Namensformular ohne Praenomen

Terentius: gängiges italisches Gentilnomen (Kakoschke 2021, GN 1308)

Marcellus: lateinischer Name, überall gängig, Weiterbildung des PNs/Namens Marcus (Kakoschke 2021, CN 1913)

Nigrina: einheimisches weibliches Namensformular

Nigrina: gängiger lateinischer Name, Weiterbildung des Namens Niger (Kakoschke 2021, CN 2193), Partnerin des Ersten?

Terentius Septiminus: römisches Namensformular ohne Praenomen

Terentius: s. oben

Septiminus: gängiger lateinischer Name, Weiterbildung des Namens Septimus, (Kakoschke 2021, CN 2826), Sohn des Marcellus, Sohn der Nigrina?

ZitiervorschlagCF-GeS-1135, hdl.handle.net/11471/504.50.1135
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, https://edh.ub.uni-heidelberg.de/edh/foto/F021892, © Y. Mühleis


Bild 1: Front, https://edh.ub.uni-heidelberg.de/edh/foto/F021892, © Y. Mühleis

Versionen

Last Update/Current Version: 2024