Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mercurius Alaunus

CF-GeS-1133

[.]ÊNIO▴MÊRCVR[..]

ALÂVNI▴IVL▴AC[..]

NIVS▴ÂVGUSTINVS

EX▴V▴S▴L▴L▴M▴

[G]enio Mercur[ii]

Alauni Iul(ius) Ac[co] -

nius Augustinus

ex v(oto) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

Apparatus criticusZ. 1: [Ge]nio – Rappenegger, Steiner, Brambach, Haug, CIL, Wagner; Genio – ILS; [Ge]nio Mercur[i] – Scheungraber, Lipps et al.; Mercur(ii) – Noelke
Z. 2: Aquinius – Rappenegger 1844/1848-1849, Steiner; AC – Brambach
Z. 3: Augusti nostri (libertus) – Rappenegger 1844, Steiner; Augusti nostri (libertus) – Rappenegger 1848-1849; August(i)n(us) – Hupe
Z. 4: sacravit (oder soluto, suscepto) laetus lubens – Rappenegger 1844; soluto oder suscepto laetus lubens merito – Rappenegger 1848-1849; suscepto laetus lubens – Steiner; l(aetus) l(ubens) – Haug; l(ibens) l(aetus) – Espérandieu, Noelke; s(olvit) l(ibens) m(erito) – Bauchhenß
Übersetzung Deutsch

Dem Genius des Mercurius Alaunus!
Iulius Acconius Augustinus hat aufgrund eines Gelübdes (dieses) freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the genius of Mercurius Alaunus!
Iulius Acconius Augustinus has, in accodrance to a vow, fulfilled it gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenRappenegger 1844, 231 Nr.86
Rappenegger 1848–1849, 286
Steiner 1851, Nr.931
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1717
Haug 1877, Nr.88
CIL XIII 6425
ILS 4589
Wagner 1911, 239f.
Riese 1914, Nr.2785
Espérandieu 1931, Nr.422
Bauchhenß 1992, 547 Nr.2
Hupe 1997, 171f. Nr.102
Scheungraber 2020, 88 Nr.1
Noelke 2020/2021, 350 Nr.2.50
Lipps et al. 2021, 487–91 Kat.94
Elektronische Ressourcen HD036541 (Version von 2018-10-25) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11000443 (zuletzt abgerufen 2024-02-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/49346 (zuletzt abgerufen 2024-02-15)
https://www.trismegistos.org/text/210820 (zuletzt abgerufen 2024-02-15) (Trismegistos)
Fundort modern Mannheim
Fundstelle

"am Heerde eines hiesigen Hauses" (Fickler/ Christ 1865, 14 Nr.16b)

Fundumstände

"Im Februar dieses Jahres wurde hier in einem Hause, welches der Churfürst Karl Theodor erbauen liess, der Feuerheerd im untern Stockwerke abgebrochen ; bei welcher Gelegenheit ein Stein mit römischer Schrift, der in diersem Heerde eingemauert war, zum Vorschein kam." (Rappenegger 1844, 230 Nr.3)

Fundjahr1844
VerwahrungMannheim, Reiss-Engelhorn-Museen
InschriftträgerStatuenbasis/Basis
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Reliefschmuck
Schuhe
Beschreibung Objekt

Das erhaltene Objekt ist eine Statuenbasis, die Statue ist nicht mehr erhalten. Das ungerahmte Inschriftenfeld ist zurück versetzt, aber sonst nicht von Basis und Aufsatz getrennt. Auf der rechten Seite befinden sich in regelmäßigem Abstand kugelförmige Fehlstellen und der Stein scheint allgemein abgerieben.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 46 cm
Breite: 35,5 cm
Tiefe: 16 cm
Die angegebenen Maße sind die des erhaltenen Objektes.
Ikonografie

Von der Figur sind nur mehr die Füße bzw. Schuhe erhalten, die in V-Stellung links am Stein stehen.

Inschrift

Die erste Zeile der Inschrift befindet sich am Gesims des Statuensockels, die übrigen drei Zeilen nehmen etwas mehr als die Hälfte der darunter befindlichen Fläche ein. Die Buchstaben sind ungleichmäßig und nur oberflächlich eingemeißelt.
Das Gesims ist am linken und am rechten Ende beschädigt was für Z.1 zum Verlust mehrerer Buchstaben geführt hat. Das Inschriftenfeld ist rechts mehrmals ausgebrochen, was zum Verlust des Endes von Z.2 und in Z.3 von Teilen des S geführt hat.
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift - Besondere Zeichen: Aus Platzgründen wurde in Z.1 das V in das C, in Z.3 das I zwischen T und N, sowie das V zwischen N und den Resten des S jeweils kleiner eingeschrieben.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,4–4,0
Kommentar Götternamen

Alaunus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
männliche Form von Alauna: keltisch: ‚die Nährende‘ oder ‚die (Umher-)Laufende‘ (Delamarre 2017, 37; Scheungraber 2020, 88)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Nur in dieser Inschrift aus der Germania Superior in männlicher Form belegt, in den beiden anderen Belegen aus der Belgica erscheint die weibliche Form gemeinsam mit Boudina. Inwiefern eine Verbindung zum norischen Stamm der Alauner besteht ist ungewiss (Scheungraber 2020, 88).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Alaunus: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1133

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Iulius Acconius Augustinus: tria nomina

Acconius: italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentil, abgeleitet vom keltischen Namen Acco, in den keltischen Provinzen verbreitet (Kakoschke 2021, GN 8)

Augustinus: lateinischer Name, weit verbreitet (Kakoschke 2021, CN 385)

ZitiervorschlagCF-GeS-1133, hdl.handle.net/11471/504.50.1133
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024