Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Textumeichae

CF-GeI-113

TEXTVME[---]

T · MODEST[---]

VS · CRISPIN[---]

TVRBO · L[---]

Textume[ichis]

T(itus) Modest[i] -

us Crispin[us/ius]

Turbo l(ibens) [m(erito)]

CivitasCCAA
Apparatus criticusZ. 1: Textume[is] – CIL, Lehner, Espérandieu, Scheungraber, Ferlut; Textume[ihis] – EDH
Z. 2: Modest – Ferlut
Z. 3: Crispin[us] – EDH, Scheungraber, Ferlut
Z. 4: l(ibens). – Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Textumeichae!
Titus Modestius Crispinus/Crispinius Turbo gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

To the Textumeichae!
Titus Modestius Crispinus/Crispinius Turbo willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenCIL XIII 7849
Lehner 1918, Nr.343
Espérandieu IX 6568
Scheungraber 2020, 526 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.794
Elektronische Ressourcen HD079675 (Version vom 08. April 2020) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11100073 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/414915 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos)
Fundort modern Soller
Fundstelle

auf dem sog. Dinsel

Fundumständesekundär als Grabplatte verwendet
Fundjahr1850
VerwahrungBonn, Rheinisches Landesmuseum
InventarnummerA 87
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Blüte
Frucht
Gefäß
Kultmahl
Reliefschmuck
Tisch
Beschreibung Objekt

Sockel und Aufsatz fehlen. Der Altarkörper ist rechteckig, die Inschrift nicht gerahmt. Laut Literatur findet sich auf der Rückseite eine mittelalterliche Beschriftung (nach Freudenberg 1853, 91-94 soll es sich um christliche Zeichen handeln, die den Sterbetag des Individuums angeben, das in dem losen Steinplattengrab bestattet war).
Das vorhandene große Fragment soll die vordere abgespaltene Hälfte eines Altars sein; Reste der Bekrönung seien noch erhalten (Lehner 1918, 156).

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 105,0 cm
Breite: 66,0 cm
Tiefe: 22,0 cm
Ikonografie

Die rechte Schmalseite ist nicht mehr erhalten. Auf der linken sind ein dreibeiniger Tisch mit einer schlanken einhenkeligen Kanne darauf erkennbar. Aus dem Gefäß ragen Blüten und Früchte hervor (Lehner 1918, 156).

Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus (unter dem Text bleibt ein Freiraum). Die rechte Seite ist abgebrochen.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Textumeichae: keltisch erklärbar: ‚Reichtumvermehrende [Muttergöttinnen]’ oder ggf. ‚Die reichtumvermehrenden [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 228f). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen in theonymischen Formularen:

Textumeichae:
- Germania Inferior: nur in der hier besprochenen Inschrift eindeutig belegt. In einer weiteren Inschrift (CF-GeI-114) ist der Stein vor der Nennung der Textumeichae abgebrochen. Es bleibt also unklar, ob sie dort als Matronae bezeichnet waren oder nicht.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Matronae Textumeichae:
- Germania Inferior: Das theonymische Formular ist nur 1x (CF-GeI-104) sicher bezeugt.
- außerhalb der Germania Inferior: -

Kommentar allgemein

Titus Modestius Crispinus Turbo: tria nomina mit einem zweiten Cognomen bzw. Supernomen oder einem zweiten Gentilnomen (wenn der Name statt auf Crispinus auf Crispinius ergänzt wird.
Modestius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Cognomen Modestus (Kakoschke 2006, GN 811)
Crispinus: lateinisches Cognomen, Weiterbildung des Cognomens Crispus, gängiger Name (Kakoschke 2007, CN 961); denkbar wäre auch die Ergänzung auf das italische Gentilnomen oder einheimische Pseudogentilnomen Crispinius (so Lehner, Kakoschke 2006, GN 377).
Turbo: lateinisches Cognomen (Kakoschke 2008, CN 3132)

ZitiervorschlagCF-GeI-113, hdl.handle.net/11471/504.50.113
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC