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					Geschichte und Epigraphik, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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					Graz</orgName>
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        <pubPlace>Graz</pubPlace>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
					Celticarum Antiquarum</title>
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                  <p>Der schmale Opferaltar besteht aus einer Basis, deren rechter oberer Rand abgebrochen ist und die ohne besondere Gestaltung vom ungerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. Der Aufsatz wiederum ist durch ein Gesims von diesem separiert. Die Bekrönung ist gestaltet mit zwei Pulvini, an deren Vorderseite sich jeweils eine Rosette befindet und dazwischen einem Giebel, dessen Spitz abgebrochen ist. Dahinter befindet sich die Opferschale. Laut Gaubatz-Sattler (1999, 376 Nr.33) ist der Altarstein &quot;besonders an den Seiten gerötet&quot;. <lb></lb>
                    <lb></lb>
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                  <p>Die Inschrift füllt die obere Hälfte des Inschriftenfeldes aus, wobei sich zwischen Z.1 und Z.2 ein Abstand von etwa einer Zeile befindet. Die Buchstaben sind unregelmäßig und in Z.1 etwas kleiner als in den übrigen Zeilen.<lb></lb>Die Auflösung von Z.1 als Herecura ergibt sich aus dem gemeinsamen Fund mit CF-GeS-1128 und CF-GeS-1130. In der Forschung hat sich ein Konsens bezüglich der Lesung von Z.2 als Ritie Victorinus gebildet (s. Apparatus criticus), in diesem Fall ist das nur hier bezeugte und sprachlich ungeklärte Ritie als Gentilnamen zu verstehen (Kakoschke 2021, GN 1076a), das Cognomen wäre jedoch nicht nur als Victorinus (lateinischer Name; Weiterbildung des Namens Victor; überall äußerst gängig [Kakoschke 2021, CN 3338]) auflösbar, sondern auch als Victorinius (seltener lateinischer Name; Weiterbildung des Namens Victor(inus) [Kakoschke 2021, CN 3337]); oder Victorius (lateinischer Name; Weiterbildung des Namens Victor; weit verbreitet [Kakoschke 2021, CN 3339]). Wir schließen uns jedoch Haug/Sixt (1914, 237) in der Ansicht an, dass Z.2 nicht mit Sicherheit gelesen werden kann. So ist es denkbar, dass noch weitere Buchstaben fehlen, nicht nur das angenommene I und O, wodurch die Annahme zweier Namen irrig sein könnte. Andererseits könnte der Stifter auch aufgemalt in der Leerzeile zwischen Z.1 und Z.2 gestanden haben, oder dies gar einer der Fälle sein, in denen er nicht genannt wird. In diesem Fall würden in Z.2 die Namen nicht als Stifter, sondern als weitere Empfänger der Inschrift und daher im Dativ zu verstehen sein, was folgende Lesung ergeben würde: Riti e(t) V(i)ct(o)ri (Ritus: keltischer Name, zweimal belegt [Kakoschke 2021, CN 2607]; Victor: lateinischer Name, überall äußerst gängig [Kakoschke 2021, CN 3336]). Das L am Ende von Z.3 ähnelt einem I. - Besondere Zeichen: In Z.2 zwischen T und R, sowie in Z.3 zwischen V und T jeweils eine worttrennerartige Vertiefung. Am Ende von Z.3 eine hedera.<lb></lb>
                  </p>
                  <note ana="https://gams.uni-graz.at/o:fercan.arch#C.130400" type="condition">vollständig</note>
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                <desc type="execution">gemeißelt</desc>
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                <p>Keine bildliche Gestaltung vorhanden.<lb></lb>
                  <lb></lb>
                </p>
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                <ref target="info:fedora/context:fercan.geog.modern.rottenburg" type="context">Rottenburg</ref>
              </placeName>

              <p>&quot;hinter dem 
ehemaligen Baumgarten bei Rottenburg in Würtemberg rechts von der 
Strasse nach Würmlingen&quot; (Becker 1867, 112); &quot;im Lindele&quot; (Heiligmann 
1993<hi rend="superscript">2</hi>, 95); &quot;zwischen den Strassen nach Wurmlingen und nach 
Sülchen&quot; (Haug/Sixt 1914, 235 Nr.124); &quot;auf dem Acker Flst. Nr. 4752, 
der heute den Grundstücken Jahnstraße 22-40 entspricht, geborgen&quot; 
(Gaubatz-Sattler 1999, 376 Nr.32) <lb></lb>
              </p>
              <location>
                <geo decls="#WGS84">48.4776425  8.937121</geo>
              </location>
              <note>
                <p>gemeinsam mit CF-GeS-1128 und CF-GeS-1130
                             
                                </p>
              </note>
            </provenance>
            <provenance subtype="autopsied" type="observed">
              <p>vidimus (CIL XIII Projekt)<lb></lb>
              </p>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dcd.herecura.h_e_r_e_q_u_r_ae_" type="context">H(e)r(e)q(u)r(ae)</ref>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dce.herecura_" type="context">Herecura?</ref>
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      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
					Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <p>Die keltischen Götternamen in den lateinischen Inschriften im linksrheinischen
			Militärgebiet der Germania Superior. Religiöse Erscheinungsformen in einer
			Kulturkontaktzone (FWF-Projekt P 34422 G)</p>
      <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
			lateinischen Inschriften der rechts- und linksrheinischen Militärzone der römischen
			Provinz Germania Superior erhaltenen haben, zusammenzustellen und auszuwerten. Die
			gewählte Quellengrundlage erscheint besonders geeignet, Erscheinungsformen zu
			untersuchen, welche auf religiöser Ebene durch das Zusammentreffen von verschiedenen
			kulturellen Einflüssen entstanden sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die
			Verwendung der keltischen Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch
			Formen aus dem Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen
			kann. Das Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
			gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit auch zu
			einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Obergermanien beigetragen
			werden. <lb></lb>Die Abschlusspublikation wird in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes
			epigraphici religionum Celticarum antiquarum)‘ erscheinen.</p>
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        <ref target="info:fedora/context:fercan.superior" type="context">Germania Superior</ref>
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          <bibl xml:id="LIT.2">Brambach 1867 (Corpus), Nr.1637</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.3">CIL XIII 6360</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.4">Haug/Sixt 1914, 237 Nr.126</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">AE 1999, 1166</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.6">Gaubatz-Sattler 1999, 376 Nr.33</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.7">Heiligmann 2003, 96 Nr.5</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.8">Scheungraber 2020, 322 Nr.6</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.9">Ferlut 2022, Nr.229</bibl>
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            <date>zuletzt abgerufen 2024-03-27</date>
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          <bibl type="EDH">
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<lb n="2" xml:id="MAJ.2"></lb>RITIEVCT<g type="interpunct">▴</g>RI
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        <p>Für  <rs type="divine">Herecura</rs>!<lb></lb>... hat das Gelübde gerne eingelöst.<lb></lb>
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        </p>
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        <p>To  <rs type="divine">Herecura</rs>!<lb></lb>... has fulfilled a vow willingly. <lb></lb>
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          <note>HSQB – Steiner; H(e)r(ae)q(u)r(ae) – AE, Gaubatz-Sattler, Heiligmann; H(e)r(e)&lt;c=Q&gt;(u)r(ae) – Scheungraber</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.2 #MAJ.2">
          <note>RHI E V T R – Steiner; in der Minuskel Z.1 und Z.2 miteinander vermischt [D]iti e(t) H(e)r(e)q(u)r(e) V(i)ct(o)ri(nus?) – CIL; Ritie V(i)ct(o)ri(nus) – AE, Gaubatz-Sattler, Heiligmann, Scheungraber, Ferlut; V(i)ct(o)ri(s?) – EDH; der Name in Z.2 ist unleserlich – Haug/Sixt</note>
        </app>
        <app loc="#MIN.3 #MAJ.3">
          <note>am Ende der Zeile I – Brambach</note>
        </app>
      </div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p></p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.1: „HRQR” pro „Herecurae”</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Herecura</rs> (incl. ev. Varianten):</p>
        <p>

Sprachlich:  <lb></lb>
keltisch erklärbar: ‚die Göttin der Eiche‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 196-198); keltisch-lateinische Mischbildung: -Etymologie unklar- (Scheungraber 2020, 322f). <lb></lb> (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)</p>
        <p>

Vorkommen:<lb></lb>
Der in verschiedenen Schreibungen bezeugte Göttername ist hauptsächlich  in der Germania Superior vertreten, findet sich aber auch in den Provinzen Dacia, Lugdunensis, Numidia, Pannonia Superior und in Italien (Regio X).</p>
        <p>

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:</p>
        <p>
          <rs type="divine">Herecura</rs> (incl. ev. Varianten): <lb></lb>
- Germania Inferior: - <lb></lb>
- Germania Superior : CF-GeS-1027(?), CF-GeS-1028, CF-GeS-1089, CF-GeS-1113, CF-GeS-1125, CF-GeS-1126, CF-GeS-1127, CF-GeS-1128, CF-GeS-1129(?), CF-GeS-1130</p>
        <p>

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
        <link target="#MAJ.3 #MIN.3"></link>
      </linkGrp>
    </body>
  </text>
</TEI>
