Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Herecura

CF-GeS-1128

OTACILIA

MATRONA

HERECURE

V S L▴L M

Otacilia

Matrona

Herecur(a)e

v(otum) s(olvit) l(aeta) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Sumelocennensis
Apparatus criticusZ. 3: Hericurt(i filia) – Steiner
Z. 4: l(ibens) l(aeta) – Kakoschke; l(ibens) l(aetus) – EDH, Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Otacilia Matrona hat für Herecura das Gelübde freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt!

Übersetzung Englisch

Otacilia Matrona has, (for) Herecura, fulfilled a vow gladly, willingly and deservedly!

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenSteiner 1854, Nr.2367
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1638
CIL XIII 6359
Haug/Sixt 1914, 234 Nr.124
Riese 1914, Nr.2623
ILS 3965
Gaubatz-Sattler 1999, 376 Nr.32
Heiligmann 2003, 95 Nr.4
Kakoschke 2002, Nr.2.73
Scheungraber 2020, 322 Nr.5
Ferlut 2022, Nr.231
Elektronische Ressourcen HD036787 (Version von 2018-04-19) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/7706 (Version von 2022-12-29) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000371 (zuletzt abgerufen 2024-03-26) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/48247 (zuletzt abgerufen 2024-03-26)
https://www.trismegistos.org/text/211026 (zuletzt abgerufen 2024-03-26) (Trismegistos)
Fundort antikSumelocenna
Fundort modern Rottenburg
Fundstelle

"hinter dem ehemaligen Baumgarten bei Rottenburg in Würtemberg rechts von der Strasse nach Würmlingen" (Becker 1867, 112); "im Lindele" (Heiligmann 19932, 95); "zwischen den Strassen nach Wurmlingen und nach Sülchen" (Haug/Sixt 1914, 235 Nr.124); "auf dem Acker Flst. Nr. 4752, der heute den Grundstücken Jahnstraße 22-40 entspricht, geborgen" (Gaubatz-Sattler 1999, 376 Nr.32)

Fundumstände

gemeinsam mit CF-GeS-1129 und CF-GeS-1130

Fundjahr1852
VerwahrungAalen, Limesmuseum
InventarnummerRL 219
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar hat eine schlichte Basis, die durch zwei Stufen vom ungerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. Dieses wiederum ist durch ein Gesims und zwei Stufen vom Aufsatz separiert. Die Bekrönung ist gestaltet durch zwei Pulvini, die beinahe vollplastisch herausgearbeitet sind, an der Vorderseite statt einer Rosette ein Kreis bzw. eine Kugel. Zwischen diesen Voluten befindet sich ein Giebel, der ebenfalls durch diese Kreisform geschmückt ist. Dahinter eine sechskantige Opferschale.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 56 cm
Breite: 34 cm
Tiefe: 27 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift füllt das Inschriftenfeld komplett aus. Die Buchstabengröße nimmt nach unten hin zu.
In Z.3 ist das C kleiner zwischen E und V eingeschrieben.
Besondere Zeichen: In Z.4 ist zwischen die beiden L ein Wortrenner gesetzt.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)4.0–5,5
Notabilia Varia

v.3: „Herecure” pro „Herecurae”

Kommentar Götternamen

Herecura (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ‚die Göttin der Eiche‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 196–198); keltisch-lateinische Mischbildung: -Etymologie unklar- (Scheungraber 2020, 322f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der in verschiedenen Schreibungen bezeugte Göttername ist hauptsächlich in der Germania Superior vertreten, findet sich aber auch in den Provinzen Dacia, Lugdunensis, Numidia, Pannonia Superior und in Italien (Regio X).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Herecura (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior : CF-GeS-1027(?), CF-GeS-1028, CF-GeS-1089, CF-GeS-1113, CF-GeS-1125, CF-GeS-1126, CF-GeS-1127, CF-GeS-1128, CF-GeS-1129(?), CF-GeS-1130

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Otacilia Matrona: römisches weibliches Namensformular

Otacilia, Otacilius: italisches Gentilnomen, weit verbreitet und weist nach Süden (Kakoschke 2021, GN 929)

Matrona: lateinischer oder keltischer Name, weit verbreitet (Kakoschke 2021, CN 1986)

ZitiervorschlagCF-GeS-1128, hdl.handle.net/11471/504.50.1128
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024