Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Herecura

CF-GeS-1127

IN▴H▴D▴D

DE▴ÊREĈVR

IVL▴VERVS

P̂RO▴SE▴ÊT▴SV

  5 POSVIT▴L▴L▴M

In h(onorem) d(omus) d(ivinae)

de(ae) Erecur(ae)

Iul(ius) Verus

pro se et su(is)

  5 posuit l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Aurelia G-?
Apparatus criticusZ. 2: Erecur(e) – AE; (H)erecur(ae) – Scheungraber
Z. 4: su[is] – Goessler
Übersetzung Deutsch

Zu Ehren des Kaiserhauses, für die Göttin Herecura!
Iulius Verus hat (dies) für sich und die Seinen aufgestellt, fröhlich, gerne und verdientermaßen.

Übersetzung Englisch

In honor of the Divine Household, to the godess Herecura!
Iulius Verus has set (this) up for him and his family gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenGoessler 1931, Nr.1
AE 1931, 67
Paret 1932, Nr.1
Nesselhauf 1937, Nr.100
Scheungraber 2020, 322 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.232
Elektronische Ressourcen HD025419 (Version von 2018-05-16) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/7794 (Version von 2022-12-29) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11202219 (zuletzt abgerufen 2024-03-26) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/645 (zuletzt abgerufen 2024-03-26)
www.trismegistos.org/text/210486 (zuletzt abgerufen 2024-03-26) (Trismegistos)
Fundort modern Bad Cannstatt
Fundstelle

Seelbergstraße 7 (Goessler 1931, 6)

Fundumstände

"beim Ausheben der Baugrube eines Neubaues der Mechan. Gurten- und Bandweberei Cannstatt (B. Gutmann & Marx)" (Goessler 1931, 6)

Fundjahr1930
VerwahrungStuttgart, Landesmuseum Württemberg
InventarnummerRL 168
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Pulvini
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist mittig im ungerahmten Inschriftenfeld gebrochen und besteht dadurch aus zwei Teilen. Die Trennung des Inschriftenfeldes von Basis und Aufsatz erfolgt jeweils durch eine einfache Profilierung. Von der Bekrönung sind noch die Ausbuchtungen der Pulvini zu erkennen, ein großer Teil ab der Mitte bis zum rechten Rand und auch in den Anfang des Inschriftenfeldes reichend ist jedoch ausgebrochen. Der Stein ist auch sonst abgeschlagen und verwittert.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 88,5 cm
Breite: 48 cm
Tiefe: 25 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift füllt das Inschriftenfeld zur Gänze aus, ungefähr in der Mitte ist der Stein gebrochen. Die Buchstaben sind regelmäßig.
Von den beiden D in Z.1 sind nur mehr die unteren Reste erhalten. In Z.2 ist das V kleiner in das C eingeschrieben. Alle Buchstaben in Z.4 sind durch den Bruch beschädigt, aber noch lesbar.
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift – Besondere Zeichen: Die Worttrenner sind in allen Zeilen korrekt gesetzt.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)5,3–5,3
Notabilia Varia

v.1: „Erecurae” pro „Herecurae”

Kommentar Götternamen

Herecura (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ‚die Göttin der Eiche‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 196–198); keltisch-lateinische Mischbildung: -Etymologie unklar- (Scheungraber 2020, 322f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der in verschiedenen Schreibungen bezeugte Göttername ist hauptsächlich in der Germania Superior vertreten, findet sich aber auch in den Provinzen Dacia, Lugdunensis, Numidia, Pannonia Superior und in Italien (Regio X).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Herecura (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior : CF-GeS-1027(?), CF-GeS-1028, CF-GeS-1089, CF-GeS-1113, CF-GeS-1125, CF-GeS-1126, CF-GeS-1127, CF-GeS-1128, CF-GeS-1129(?), CF-GeS-1130

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Iulius Verus: römisches Namensformular ohne Praenomen

Iulius: italisches Gentilnomen, kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 637)

Verus: lateinischer Name, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, CN 3312)

ZitiervorschlagCF-GeS-1127, hdl.handle.net/11471/504.50.1127
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024