Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mars Exalbiovix

CF-GeS-1123

I▴O▴M▴ET▴IV

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leg(ionis) VIII Aug(ustae)

b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis) v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Alisinensium
Apparatus criticusZ. 8: se et suis – AE, Schallmayer (1985), Schipp, Cubaynes, EDH, Scheungraber, Ferlut; se e<t> suis – Schallmayer et al., Kemkes/Willburger
Übersetzung Deutsch

Für Iupiter Optimus Maximus und Juno Regina, und Mars Exalbiovix, alle übrigen Götter und Göttinen und den Genius Loci!
Für sich und die Seinen hat Quintus Melicius Respectus, Soldat der legio VIII Augusta (und) beneficiarius consularis, das Gelübde gerne und verdientermaßen eingelöst.

Übersetzung Englisch

To Iupiter Optimus Maximus and Juno Regina and Mars Exalbiovix, all gods and godesses and the Genius Loci!
For himself and for his family Quintus Melicius Respectus, soldier of legio VIII Augusta (and) beneficarius consularis, has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenAE 1985, 692
Schallmayer 1985, 401 Nr.8
Schallmayer et al. 1990, Nr.150
Kemkes/Willburger 2004, 112 Abb.93
Schipp 2016, 89 Anm.107
Cubaynes 2018, 474f.Nr.91
Scheungraber 2020, 271
Ferlut 2022, Nr.371
Elektronische Ressourcen HD002072 (Version von 2019-05-23) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
https://lupa.at/25511 (Version von 2022-12-30) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-08300479 (zuletzt abgerufen 2024-03-20) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/209817 (zuletzt abgerufen 2024-03-20) (Trismegistos)
Fundort modern Osterburken
Fundstelle

"Die etwa 300 m nordöstlich des Kohortenkastells an der heutigen Seedammstraße liegende Grabungsstelle" (Schallmayer 1985, 380); "Der Stein stand urspünglich in der zweiten Steinreihe des Weihebezirks" (Schallmayer 1985, 401).

Fundumstände

"bei den Ausgrabungen eines Weihebezirks" (Schallmayer 1984, 467); "Beneficiarierweihbezirk, Befund III/5, Fund-Nr. 107 u. 88" (Schallmayer et al. 1990, 136); Weihebezirk gefunden bei "Tiefbohrungen für die Pfahlgründung einer Eisenbahnüberführung im Sanierungsbereich an der Seedammstraße" (Schallmayer 1982, 138)

Fundjahr1982
VerwahrungOsterburken, Römermuseum
Inventarnummer107, 88
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
bemalt
Blitzbündel
Giebel
Griffschale
Kanne
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Rahmen
Reliefschmuck
Rosette
Vogel
Zierleiste
Pulvini
Beschreibung Objekt

Dieser sehr fein gearbeitete Weihealtar besitzt eine Basis, von der die obere linke Hälfte abgesplittert ist, die durch eine Stufung vom gerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. Dieses ist ohne Beschädigung erhalten und wird zusätzlich zum Rahmen durch eine Zierleiste in Form eines eingedrehten Bandes geschmückt. Der Aufsatz ist wiederum durch eine Stufung abgetrennt und befindet sich auf einem Gesims, dessen linkes Eck ausgebrochen ist. Er besteht aus zwei Voluten, mit vierblättrigen Rosetten gefüllt, sowie einem Giebel dazwischen, dessen Oberseite jedoch nicht einfach in einem Spitz endet, sondern wiederum in zwei sich voneinander entfernenden Voluten. Dahinter befindet sich die breite Opferschale, deren Rand vom gleichen Schnurband umgeben ist, wie das Inschriftenfeld. Unter dem Relief der rechten Schmalseite ist, fast mittig, ein kleines Stück ausgebrochen. Laut Schallmayer (1982, 143) war der Stein mit einer "Kalkbrühe übertüncht und die ausgemeißelten Buchstaben der Inschriften sowie die Reliefs farblich ausgemalt."

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 145 cm
Breite: 63 cm
Tiefe: 28 cm
Ikonografie

Auf der linken Schmalseite befinden sich in einem reliefiertem Feld ordentlich übereinander angeordnet unten eine Griffschale, wobei der Griff Richtung Boden zeigt und in einem Adlerkopf endet und darüber eine Kanne, mit dem Griff Richtung Rückseite des Steines. Auf der rechten Schmalseite befindet sich, ebenfalls in einem reliefiertem Feld und dieses völlig ausfüllend, ein Blitzbündel aus drei Blitzen, durch einen Griff in der Mitte zusammengehalten.

Inschrift

Die Inschrift füllt das von einer Zierleiste gerahmte Textfeld vollständig aus, die Buchstaben sind regelmäßig. Im Inschriftenfeld befanden sich noch Reste einer gelblich-weißen Übermalung (Schallmayer 1985, 401; Schallmayer et al. 1990, 136).
In Z.1 Iuno und in Z.5 Dis jeweils mit elongiertem I. In Z.4 über dem O ein apex. In Z.7 das O und C bedeutend kleiner zwischen L und I eingeschrieben. In Z.12 ist, wie üblich, über der Zahl VIII ein waagrechter Strich gesetzt. In Z.13 steht nicht das Sonderzeichen für beneficarius sondern B und F seperat, dennoch ist das B mit einer Querhaste versehen. Das O ist etwas kleiner zwischen C und S eingeschrieben.
Für Ligaturen: s. Majuskelumschrift – Besondere Zeichen: In allen Zeilen bis auf Z. 4, Z.6 und Z.8 befinden sich korrekt gesetzte Wortrenner, außer in Z.7, wo zwischen Genius und Loci für einen solchen kein Platz mehr war.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,9–6,9
Notabilia Varia

v.8: „ei” pro „et”

Kommentar Götternamen

Exalbiovix (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Bezwinger aus dem Himmel‘ (Scheungraber 2020, 271f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Ausschließlich in der Germania Superior belegte Gottheit. Einmal als Mars Exalbiovix und einmal als möglicherweise verkürzt Mars Exalbix.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Mars Exalbiovix: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1123; und die mögliche Variante Exalbix CF-GeS-1122

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Quintus Melicius Respectus: tria nomina

Melicius: einheimisches Pseudogentil (mit keltischer Basis?), nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2021, GN 802)

Respectus: lateinischer Name, weit verbreitet (Kakoschke 2021, CN 2590)

ZitiervorschlagCF-GeS-1123, hdl.handle.net/11471/504.50.1123
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 3: rechts, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015Bild 4: links, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015


Bild 1: Front, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015
Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: rechts, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015
Bild 4: links, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Ortolf Harl 2015

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Last Update/Current Version: 2024