Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Mars Exalbiovix
CF-GeS-1123
1 I▴O▴M▴ET▴IV
2 NON̂I▴REGÎN▴
3 ET▴MART̂I▴EX
4 ALBIOVICI
5 DIS▴DEAB▴Q
6 OMNIBVS
7 ET▴GENIO LOCI▴
8 PRO SE EI SVIS
9 Q▴MELICI
10 VS RESPEC
11 TVS▴MILES
12 LEG▴VIII▴AVG
13 BF COS▴V▴S▴L▴M
1 I(ovi) O(ptimo) M(aximo) et Iu -
2 noni Regin(ae)
3 et Marti Ex -
4 albovici
5 dis deab(us)q(ue)
6 omnibus
7 et Genio loci
8 pro se ei(!) suis
9 Q(uintus) Melici -
10 us Respec -
11 tus miles
12 leg(ionis) VIII Aug(ustae)
13 b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis) v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)
| Civitas | Civitas Alisinensium |
| Apparatus criticus | Z. 8:
se et suis – AE, Schallmayer (1985), Schipp, Cubaynes, EDH, Scheungraber, Ferlut; se e<t> suis – Schallmayer et al., Kemkes/Willburger
|
| Übersetzung Deutsch |
Für Iupiter Optimus Maximus und Juno Regina, und Mars Exalbiovix, alle übrigen Götter und Göttinen und den Genius Loci! |
| Übersetzung Englisch |
To Iupiter Optimus Maximus and Juno Regina and Mars Exalbiovix, all gods and godesses and the Genius Loci! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | AE 1985, 692 Schallmayer 1985, 401 Nr.8 Schallmayer et al. 1990, Nr.150 Kemkes/Willburger 2004, 112 Abb.93 Schipp 2016, 89 Anm.107 Cubaynes 2018, 474f.Nr.91 Scheungraber 2020, 271 Ferlut 2022, Nr.371 |
| Elektronische Ressourcen |
HD002072
(Version von 2019-05-23) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) https://lupa.at/25511 (Version von 2022-12-30) (Ubi Erat Lupa) EDCS-08300479 (zuletzt abgerufen 2024-03-20) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/209817 (zuletzt abgerufen 2024-03-20) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Osterburken |
| Fundstelle | "Die etwa 300 m nordöstlich des Kohortenkastells an der heutigen Seedammstraße liegende Grabungsstelle" (Schallmayer 1985, 380); "Der Stein stand urspünglich in der zweiten Steinreihe des Weihebezirks" (Schallmayer 1985, 401). |
| Fundumstände |
"bei den Ausgrabungen eines Weihebezirks" (Schallmayer 1984, 467); "Beneficiarierweihbezirk, Befund III/5, Fund-Nr. 107 u. 88" (Schallmayer et al. 1990, 136); Weihebezirk gefunden bei "Tiefbohrungen für die Pfahlgründung einer Eisenbahnüberführung im Sanierungsbereich an der Seedammstraße" (Schallmayer 1982, 138) |
| Fundjahr | 1982 |
| Verwahrung | Osterburken, Römermuseum |
| Inventarnummer | 107, 88 |
| Inschriftträger | Weihealtar |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Aufsatzschmuck
bemalt Blitzbündel Giebel Griffschale Kanne Opferschale (Gestaltungsmerkmal) Rahmen Reliefschmuck Rosette Vogel Zierleiste Pulvini |
| Beschreibung Objekt | Dieser sehr fein gearbeitete Weihealtar besitzt eine Basis, von der die obere linke Hälfte abgesplittert ist, die durch eine Stufung vom gerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. Dieses ist ohne Beschädigung erhalten und wird zusätzlich zum Rahmen durch eine Zierleiste in Form eines eingedrehten Bandes geschmückt. Der Aufsatz ist wiederum durch eine Stufung abgetrennt und befindet sich auf einem Gesims, dessen linkes Eck ausgebrochen ist. Er besteht aus zwei Voluten, mit vierblättrigen Rosetten gefüllt, sowie einem Giebel dazwischen, dessen Oberseite jedoch nicht einfach in einem Spitz endet, sondern wiederum in zwei sich voneinander entfernenden Voluten. Dahinter befindet sich die breite Opferschale, deren Rand vom gleichen Schnurband umgeben ist, wie das Inschriftenfeld. Unter dem Relief der rechten Schmalseite ist, fast mittig, ein kleines Stück ausgebrochen. Laut Schallmayer (1982, 143) war der Stein mit einer "Kalkbrühe übertüncht und die ausgemeißelten Buchstaben der Inschriften sowie die Reliefs farblich ausgemalt." |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 145 cm Breite: 63 cm Tiefe: 28 cm |
| Ikonografie | Auf der linken Schmalseite befinden sich in einem reliefiertem Feld ordentlich übereinander angeordnet unten eine Griffschale, wobei der Griff Richtung Boden zeigt und in einem Adlerkopf endet und darüber eine Kanne, mit dem Griff Richtung Rückseite des Steines. Auf der rechten Schmalseite befindet sich, ebenfalls in einem reliefiertem Feld und dieses völlig ausfüllend, ein Blitzbündel aus drei Blitzen, durch einen Griff in der Mitte zusammengehalten. |
| Inschrift | Die Inschrift füllt das von einer Zierleiste gerahmte Textfeld vollständig aus, die Buchstaben sind regelmäßig. Im Inschriftenfeld befanden sich noch Reste einer gelblich-weißen Übermalung (Schallmayer 1985, 401; Schallmayer et al. 1990, 136). |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 3,9–6,9 |
| Notabilia Varia | v.8: „ei” pro „et” |
| Kommentar Götternamen |
Exalbiovix (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Mars Exalbiovix: (incl. ev. Varianten) Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Quintus Melicius Respectus: tria nomina Melicius: einheimisches Pseudogentil (mit keltischer Basis?), nur in dieser Inschrift belegt (Kakoschke 2021, GN 802) Respectus: lateinischer Name, weit verbreitet (Kakoschke 2021, CN 2590) |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1123, hdl.handle.net/11471/504.50.1123 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
