Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mars Cnabetius

CF-GeS-1120

PATERIO +

CORNICE MAR

CNABETIO

VOT R L L M

Paterio +

cornice(n) Mar(ti)

Cnabetio

vot(um) r(eddidit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Alisinensium
Apparatus criticusZ. 1: Paterio mit nachfolgendem Buchstabenrest (möglw. N) – CIL, Schumacher; Paterio ohne folgendem Buchstabenrest – EDH, AE, Clauss; Paterio mit anschließendem Worttrenner – ILS ; Paterios – Scheungraber
Z. 2: Mar[ti] – Clauss; cornice – Pfahl
Z. 4: rettulit – ILS; l(ibens) l(aetus) – EDH, Schumacher, Clauss, Kemeks/Willburger, Pfahl, Scheungraber
Übersetzung Deutsch

Paterio der Hornbläser hat dem Mars Cnabetius das Gelübde freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt!

Übersetzung Englisch

Paterio the hornist has fullfilled a vow for Mars Cnabetius willingly and deservedly!

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenSchumacher 1895, 31 Nr.1
AE 1896, 14
CIL XIII 6572
ILS 4556
Riese 1914, 3040
Clauss 1986, Nr.9
Kamkes/Willburger 2004, 114 Abb.105
Pfahl 2012, Nr.196
Scheungraber 2020, 237 Nr.2
Elektronische Ressourcen HD023057 (Version von 2020-10-06) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11000600 (zuletzt abgerufen 2024-03-11) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/210347 (zuletzt abgerufen 2024-03-11) (Trismegistos)
Fundort modern Osterburken
Fundstelle

Kastell

Fundjahr1869
InschriftträgerTafel
MaterialBronze
Archäologische Klassifikation Bohrloch
Umzeichnung
Beschreibung Objekt

Das Objekt ist nur durch Umzeichnungen und alte Beschreibungen erhalten. Bei Fickler (1869, 29) liest man: "ein oben abgerissenes Täfelchen aus Erzblech [...] an zwei Stellen, hinter der dritten und oberhalb der ersten Zeile, so wie auf einem abegrissenen unbeschriebenen Fragment sind Löcher zur Befestigung des Täfelchens mittels Stiften bemerklich, welche fast der Annahme einer Lücke der ersten Zeile widersprechen." Clauss (1986, 115) beschreibt es als "mehrfach gecknicktes und beschädigtes Bronzeplättchen mit zwei Nietenlöchern zur Befestigung an einem Weihegeschenk". Baumann (1890, 52 Nr.346) schildert es ebenfalls als "mehrfach geknickt und zerbrochen, am Rand und an den Ecken beschädigt, doch sind in der Ecke links oben und rechts unten noch die Löcher für die Stifte erhalten, mit denen das Blech auf dem Weihegeschenk, zu dem es gehörte, befestigt war."

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 2,7 cm
Breite: 7,2 cm
Die Maßangaben sind die für das Objekt überlieferten.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Umzeichnung des Bronzeplättchens bei Schumacher (1895, 31) zeigt noch das linke obere und rechte untere Nietenloch. Der Inschriftentext selbst scheint vollständig erhalten gewesen zu sein, Unklarheit besteht einzig über das Ende von Z.1 (s. Apparatus criticus).
Besondere Zeichen: Sämtliche A weisen statt einer Querhaste einen fast senkrechten Strich auf.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Notabilia Varia

v.2: „cornice“ pro „cornicen“

Kommentar Götternamen

Cnabetius (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚der zum Nabel (= der Welt) gehörige‘ oder ‚der vom Nabel (= der Welt)‘ (Delamarre 2017, 290; Scheungraber 2020, 238).
"verstümmelte Form" (Gutenbrunner 1936, 282.)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Mars Cnabetius zweimal in der Germania Superior, und viermal in der Belgica (CIL XIII 4258; 4507; 4508; AE 2001, 01411) bezeugt. Einmal auch als Genius Mars Cnabetius.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Mars Cnabetius: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1116, CF-GeS-1120

Genius Mars Cnabetius: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1096

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Paterio: einheimisches Namensformular? römisches Namensformular ohne Praenomen?

Paterio: seltener keltischer (oder lateinischer) Name (Kakoschke 2021, CN 2315)

Als cornicen war Paterio Legionär im Status der immunes, er muss somit das römische Bürgerrecht besessen haben.

ZitiervorschlagCF-GeS-1120, hdl.handle.net/11471/504.50.1120
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Umzeichnung, Schumacher 1895, 31Bild 2: Umzeichnung, CIL XIII 6572


Bild 1: Umzeichnung, Schumacher 1895, 31
Bild 2: Umzeichnung, CIL XIII 6572

Versionen

Last Update/Current Version: 2024