Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Sirona

CF-GeS-1114

▴DEAE▴

SIRONAE

▴CL▴

MARCIANVS

  5 ▴V▴S▴L▴L▴M▴

Deae

Sironae

Cl(audius)

Marcianus

  5 v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Ulpia Sueborum Nicrensium
Apparatus criticusZ. 3: ohne Zeilenwechsel CL Marianus – Brambach
Z. 4: Marianus – Rappenegger 1847/1848-1849
Z. 5: lubens libens – Rappenegger 1947; lubens laetus – Rappenegger 1848-1849; v. s. l. m. – Weisgerber; v(otum) s(olvit) l(ibens) l(aetus) m(erito) – EDH, Pfahl, Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für die Göttin Sirona!
Claudius Marcianus hat das Gelübe freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the godess Sirona!
Claudius Marcianus has fulfilled a vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (6.11.2023)

Editionen und LesungenRappenegger 1947, Nr.4
Rappenegger 1848–1849, 292
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1698
CIL XIII 6327
Wagner 1911, 198
Weisgerber 1975, 118 Nr.18.4
Pfahl 2012, Nr.199
Scheungraber 2020, 489 Nr.18
Ferlut 2022, Nr.1231
Elektronische Ressourcen HD036540 ( 2020-04-22) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11000336 (zuletzt abgerufen 2023-03-10 ) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/55518 (zuletzt abgerufen 2023-03-10)
https://www.trismegistos.org/text/210819 (zuletzt abgerufen 2023-03-10) (Trismegistos)
Fundort modern Hockenheim
Fundstelle

"Ungefähr eine Stunde von diesem Dorfe [Hockenheim], in der Richtung gegen Speier [...] auf einem sehr ausgedehnten Wiesengrunde, früher zum grössten Theil nur Sümpfe und Moräste" (Rappenegger 1847, 3)

Fundumständebei der Vornehmung "verschiedener Nivellierungen [...] um durch Entwässerung einerseits, und durch Zuleitung von Wasser andererseits, besseres Feld zu gewinnen" (Rappenegger 1846, 3); Der Fundort ist nicht gänzlich geklärt. Es kommen auch Maximiliansau und Lampertheim in Frage (Wagner 1911, 198).
Fundjahr1846
VerwahrungKarlsruhe, Badisches Landesmuseum
Inventarnummer C 546
InschriftträgerTafel
MaterialBronze
Archäologische Klassifikation glatt
Reparatur
Beschreibung Objekt

Die hochrechteckiege Bronzetafel ist ungefähr in der Mitte gebrochen und modern wieder zusammengefügt. Ansonsten scheint sie gut erhalten, zeigt aber keine weiteren Gestaltungsmerkmale.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 23 cm
Breite: 19 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Das Inschriftenfeld ist etwa im unteren Drittel durchgebrochen. Oben und unten ist etwas mehr als eine Zeile als Rahmung freigelassen. Die Inschrift ist komplett erhalten und unsauber zentriert. Die Buchstaben sind bis auf eine Ausnahme gleichmäßig.
Die als Worttrenner verwendeten Dreiecke sind in Z.1, Z.3 und Z.5 vor und nach jedem Wort gesetzt, wodurch der Name der Göttin in Z.2 und des Dedikanten in Z.4 optisch betont werden. In Z.4 ist das U kleiner zwischen N und S eingeschrieben. Der auffallend größer gehaltene Abstand zwischen N und S lässt vermuten, dass der Handwerker, als er merkte, dass der Platz in der Zeile nicht mehr ausreichte, das U kleiner arbeitete, um noch in der Zeile zu bleiben, sowie um nicht mit einem kleineren Buchstaben zu enden.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgraviert
Buchstabenhöhe (cm)0,75–2,3
Kommentar Götternamen

Sirona (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚der göttliche Stern‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 430–440); ‚erhabener großer Stern‘ bzw. ‚zu den Sternen gehörig‘ (Scheungraber 2020, 491).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist bezeugt in den Provinzen Aquitania, Belgica, Dacia, Germania Superior, Lugdunensis, Noricum, Pannonia Inferior, Pannonia Superior und Raetia sowie in Rom.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Sirona (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1023, CF-GeS-1024(?),CF-GeS-1025, CF-GeS-1026, CF-GeS-1080, CF-GeS-1114, CF-GeS-1117. In CF-GeS-1024(?) ist die Ergänzung der Götternamen auf Apollo und Sirona zumindest möglich.

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Claudius Marcianus: römisches Namensformular ohne Praenomen

Claudius: italisches Gentilnomen, kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 342)

Marcianus: lateinischer Name, Weiterbildung des Gentilnomenss Marcius oder des Personennamens/Namens Marcus, überall gängig (Kakoschke 2021, CN 1914)

Zitiervorschlag CF-GeS-1114, hdl.handle.net/11471/504.50.1114
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Inv. Nr. C 546, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, Badisches Landesmuseum Karlsruhe, Inv. Nr. C 546, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024