Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Visuna

CF-GeS-1112

VISVNAE

L▴SALVIVS

SIMILIS S

SIMILIS

  5 FIL▴MEDI

OMAT

V▴S▴L▴M

Visunae

L(ucius) Salvius

Similis S(alvi)

Similis

  5 fil(ius) Medi-

omat(ricus)

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Aurelia Aquensis
Apparatus criticusZ. 3: das letzte S eine irrtümliche Wiederholung {s} – AE, Haug, Wagner, Fritsch, Espérandieu, Wierschowski
Z. 6: O MATvT (in der Minuskel idente Lesung) – AE; "Das einem V gleichende Zeichen Z. 6 kann ich nicht erklären" – Haug
Übersetzung Deutsch

Für Visuna!
Lucius Salvius Similis, Sohn des Salvius Similis, aus Mediomatricum hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Visuna!
Lucius Salvius Similis, son of Salvius Similis, from Mediomatricum has fulfilled a vow willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenAE 1907, 110
Haug 1907 (Neue Inschriften), 6f.
Wagner 19011, 20
Fritsch 1912, 21
CIL XIII 11714
Espérandieu 1931, 449
Wierschowski 2001, Nr.589
Ferlut 2022, Nr.1337
Elektronische Ressourcen HD023612 (Version von 2019-04-18) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/8278 (Version von 2023-01-02) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-12600015 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/210387 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Trismegistos)
Fundort antikAquae
Fundort modern Baden-Baden
Fundstelle

"im Keller des Hauses Römerplatz 7, Ecke der Bäderstraße, also unmittelbar bei den römischen Bädern" (Keune 1906, 513); "im Keller von E. Bischoff" (Wagner 1911, 19). Kah (1908, 22) nennt als Adresse "Römerplatz No. 2, Pl. 1, Lgb. No. 96. Das Haus steht gegenüber dem Hauptportal des Großherzogl. Friedrichsbades."

Fundumstände"bei den Kanalisations-Anschluß-Arbeiten" (Kah 1908, 22)
Fundjahr1901
VerwahrungBaden-Baden, Stadtmuseum
InventarnummerBa 1013
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Griffschale
Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Kanne
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Der schmale Weihealtar besitzt eine grobe, verhältnismäßig große Basis, die in drei Stufen zum ungerahmten Inschriftenfeld führt. Dieses ist wiederum durch zwei Stufen von der Bekrönung getrennt, die nicht weiter dekoriert ist, auf der sich jedoch der Beginn der Inschrift befindet, sowie eine Vertiefung als Opferschale. Der Stein ist leicht verwittert und bestoßen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 60 cm
Breite: 30 cm
Tiefe: 16 cm
Ikonografie

Mitten am Inschriftenfeld, statt der Seitenflächen, befindet sich die Darstellung von links einer Kanne und rechts davon einer Griffschale, deren Griff nach oben zeigt. In der Literatur wird der rechte Gegenstand als ringförmige Flasche mit Hals bezeichnet (vgl. zB. Wagner 1911, 20)

Inschrift

Die erste Zeile mit dem Götternamen befindet sich am Gesims. Die Buchstaben sind unregelmäßig.
Zwischen Z.6 und Z.7 befindet sich die Darstellung zweier Gefäße.
Besondere Zeichen: In Z.6 ist zwischen A und T ein V-förmiges Zeichen gesetzt. Da dieses einerseits zentral über dem Hals des darunterbefindlichen Gefäßes positioniert, andererseits weniger tief gemeißelt ist als alle anderen Buchstaben der Inschrift, kann eine Lesung als Schreibfehler nur als unsicher eingestuft werden. Es kann mit Haug gesagt werden: "Das einem V gleichende Zeichen Z. 6 kann ich nicht erklären[...]" (Haug 1907, 7).

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)2,5–3,0
Kommentar Götternamen

Visuna (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: -Etymologie unklar-, sprachliche Verwandschaft mit Visucius (Delamarre 2018, 322; Scheungraber 2020, 593f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Nur aus einer Inschrift in der Germania Superior bekannt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Visuna: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1112

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Lucius Salvius Similis Salvi Simili filius: tria nomina mit dem römischen Namensformular des Vaters im Genitiv

Salvius: gängiges italisches Gentilnomen (Kakoschke 2021, GN 1123)

Similis: lateinischer Name, besonders häufig in der Germania Inferior (Kakoschke 2021, CN 2885)

Mediomatricus: Der Stifter gibt damit seine Zugehörigkeit zur civitas Mediomatricorum, heute Metz in der Belgica, bekannt. Die Dedikation erfolgte vermutlich im Rahmen eines Kuraufenthaltes (so bereits Haug 1907, 7).

Zitiervorschlag CF-GeS-1112, hdl.handle.net/11471/504.50.1112
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Stadtmuseum/-archiv Baden-Baden, Foto: Judit Fruzsina JesseBild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, Stadtmuseum/-archiv Baden-Baden, Foto: Judit Fruzsina Jesse
Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024