Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Boni Casses?
CF-GeS-1109
1 linke Seite: BONIS▴S
2 CASIBV
3 rechte Seite: QVINTI
4 NIVS▴L
5 Rückseite: LECTO
6 EX V R
1 linke Seite: Bonis {s}
2 Cas(s)ibu<s>
3 rechte Seite: Quinti -
4 nius l(ibertus)
5 Rückseite: lecto<r>
6 ex v(oto) {r}
| Civitas | Civitas Alisinensium |
| Übersetzung Deutsch |
Für die Boni Casses! |
| Übersetzung Englisch |
To the Boni Casses! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | Wiegels 1973, 544 Duval 1974, 337 Nr.44.10 Schillinger-Häfele 1977, Nr.51 Castritius/Clauss/Hefner 1977, Nr.121 AE 1978, 532 Lazzaro 1979, Nr.25 Dauber 1980, 138 Lazzaro 1993, Nr.162 Scheungraber 2020, 218 Nr.11 |
| Elektronische Ressourcen |
HD004726
(Version von 2020-08-21) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/25662 (Version von 2020-07-09) (Ubi Erat Lupa) EDCS-10700418 ( zuletzt abgerufen 2024-02-27) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) www.trismegistos.org/text/209871 ( zuletzt abgerufen 2024-02-27) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Buchen |
| Fundstelle | Stadtteil Hettingen; "Kleinkastell Hönehaus [...] unweit der Innenseite der Nordmauer, und zwar in deren mittlerem Abschnitt" (Wiegels 1973, 543) |
| Fundumstände |
"Im Oktober 1968 fanden Waldarbeiter beim Anlegen eines Limes-Wanderlehrpfades und Freilegen bzw. Konservieren der von diesem Pfad berührten Wachttürme und Kastelle [...]. Der Fundgegenstand [...] lag etwa 0,5 m tief im Schutt [...]" (Wiegels 1973, 543) |
| Fundjahr | 1968 |
| Verwahrung | Osterburken, Römermuseum |
| Inventarnummer | 1968-35-1-1 |
| Inschriftträger | Weihestein |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Gebäude
Rahmen Reliefdekor |
| Beschreibung Objekt | Beim Inschriftenträger handelt es sich um ein Langhäuschen, das von Wiegels (1973, 543f.) sehr genau beschrieben wurde: "Das aus grauem Buntsandstein gearbeitete Häuschen mißt am Boden 13,0–13,5 cm Tiefe und 9,3–9,6 cm Breite ; die Höhe beträgt
bis zum unteren Giebelansatz 6,7 cm und bis zur Giebelspitze 12,8 cm,
sein Gewicht beläuft sich auf 2,4 kg. An der Stirnseite befindet sich
eine halbrunde, etwa 5 mm nach rechts verschobene Öffnung von 4,2 cm
Breite und 4,8 cm Höhe, der wulstige Bogen ist leicht zerdrückt, seine
gleichmäßige Führung dem Steinmetzen offensichtlich nicht ganz geglückt.
Die nach innen 5,1 cm tief reichende und grob zugespitzte unregelmäßige
Aushöhlung zeigt keinerlei besondere Spuren, z. B. vom Ruß einer Kerze
oder dergleichen. Wie die Stirnseite, so sind auch die drei
Inschriftenfelder allseitig mit Rillen abgegrenzt, an
der Stirnseite allerdings fällt die Bodenrille im Bereich der
Aushöhlung mit deren unterer Kante zusammen, je zwei weitere, senkrecht
verlaufende Rillen, die nicht ganz bis zur Standfläche reichen, sondern
in Höhe der Bodenrillen enden, befindet sich an den Enden der Längsseiten
des Häuschens. Nur hier und nicht auf der Rückseite sind die beiden
Inschrift-Zeilen durch einen feinen Querstrich getrennt. Desgleichen
gliedern an den unteren Längsseiten des Daches und quer über die Giebel
verlaufende Rillen das etwa 6 mm vorkragende Gesims, im übrigen ist das
Dach glatt, die Giebelfelder springen leicht zurück. Mit einfachen
Mitteln hat es somit der Steinmetz verstanden, den Eindruck eines
kompakten, aber nicht strukturlosen Hauses, nach unserer Vorstellung
besser eine Hütte, wiederzugeben. In der geebneten Unterseite des
Häuschens fällt das runde, 5,3 cm tiefe und spitz zulaufende Loch von
3,3 cm Durchmesser auf. Seine Wandungen sind relativ gut geglättet,
besser jedenfalls als diejenigen der vorderen Öffnung. Seine Lage ist
bewußt aus dem Mittelpunkt verrückt: Mit einem Abstand von 6,2 cm zur
Vorderfront und 4 cm zur Rückfront sowie 3,4 cm zur rechten und 2,7 cm
zur linken Seite (jeweils vom Betrachter aus) befindet es sich ziemlich
genau im Schwerpunkt des Steines. Zur Aushöhlung an der Stirnseite
besteht keinerlei Verbindung. Moderne Beschädigungen vor allem an der
rechten hinteren Seite einschließlich des Daches und Verwitterungen an
der Rückfront und an der Unterseite beeinträchtigen nur wenig den doch
im ganzen guten Erhaltungszustand." |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 12,8 cm Breite: 9,6 cm Tiefe: 13,5 cm |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Die Inschrift befindet sich in je zwei Zeilen auf den beiden Längs- und der Rückseite des Votivhäuschens. Die Buchstaben sind unregelmäßig. Die Inschriftenfelder auf den beiden Längsseiten sind von einem reliefierten Rahmen und eine Verteifung umgeben, außerdem durchläuft eine mittig gesetzte Zeilenlinie die Textfelder. Die Rückseite ist einfach gerahmt. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 1,5–2,0 |
| Notabilia Varia | v.2: „Casibus” pro „Cassibus” |
| Kommentar Götternamen |
Casses (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Casses (incl. ev. Varianten):
Boni Casses (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Quintinius Lector: römisches Namensformular ohne Praenomen Quintinus: einheimisches Pseudogentilnomen, in den keltischen Provinzen verbreitet (Kakoschke 2021, GN 1056) Lector: seltener, lateinischer Name (Kakoschke 2021, CN 1708) Die einerseits ungewöhnliche Stellung des libertus sowie das Fehlen der Angabe des Freilassers sind wohl dem Platzmangel geschuldet (so auch Wiegels 1974, 546). |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1109, hdl.handle.net/11471/504.50.1109 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
