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          <title type="main">Boni Casses?</title>
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					Geschichte und Epigraphik, Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
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						Commons BY-NC 4.0</licence>
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        <title ref="https://gams.uni-graz.at/fercan">FERCAN: Fontes Epigraphici Religionum
					Celticarum Antiquarum</title>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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                  <p>Beim Inschriftenträger handelt es sich um ein Langhäuschen, das von Wiegels (1973, 543f.) sehr genau beschrieben wurde: &quot;Das aus grauem Buntsandstein gearbeitete Häuschen mißt am Boden 13,0–13,5 cm Tiefe und 9,3–9,6 cm Breite ; die Höhe beträgt 
bis zum unteren Giebelansatz 6,7 cm und bis zur Giebelspitze 12,8 cm, 
sein Gewicht beläuft sich auf 2,4 kg. An der Stirnseite befindet sich 
eine halbrunde, etwa 5 mm nach rechts verschobene Öffnung von 4,2 cm 
Breite und 4,8 cm Höhe, der wulstige Bogen ist leicht zerdrückt, seine 
gleichmäßige Führung dem Steinmetzen offensichtlich nicht ganz geglückt.
 Die nach innen 5,1 cm tief reichende und grob zugespitzte unregelmäßige
 Aushöhlung zeigt keinerlei besondere Spuren, z. B. vom Ruß einer Kerze 
oder dergleichen. Wie die Stirnseite, so sind auch die drei 
Inschriftenfelder allseitig mit Rillen abgegrenzt, an
 der Stirnseite allerdings fällt die Bodenrille im Bereich der 
Aushöhlung mit deren unterer Kante zusammen, je zwei weitere, senkrecht 
verlaufende Rillen, die nicht ganz bis zur Standfläche reichen, sondern 
in Höhe der Bodenrillen enden, befindet sich an den Enden der Längsseiten 
des Häuschens. Nur hier und nicht auf der Rückseite sind die beiden 
Inschrift-Zeilen durch einen feinen Querstrich getrennt. Desgleichen 
gliedern an den unteren Längsseiten des Daches und quer über die Giebel 
verlaufende Rillen das etwa 6 mm vorkragende Gesims, im übrigen ist das 
Dach glatt, die Giebelfelder springen leicht zurück. Mit einfachen 
Mitteln hat es somit der Steinmetz verstanden, den Eindruck eines 
kompakten, aber nicht strukturlosen Hauses, nach unserer Vorstellung 
besser eine Hütte, wiederzugeben. In der geebneten Unterseite des
 Häuschens fällt das runde, 5,3 cm tiefe und spitz zulaufende Loch von 
3,3 cm Durchmesser auf. Seine Wandungen sind relativ gut geglättet, 
besser jedenfalls als diejenigen der vorderen Öffnung. Seine Lage ist 
bewußt aus dem Mittelpunkt verrückt: Mit einem Abstand von 6,2 cm zur 
Vorderfront und 4 cm zur Rückfront sowie 3,4 cm zur rechten und 2,7 cm 
zur linken Seite (jeweils vom Betrachter aus) befindet es sich ziemlich 
genau im Schwerpunkt des Steines. Zur Aushöhlung an der Stirnseite 
besteht keinerlei Verbindung. Moderne Beschädigungen vor allem an der 
rechten hinteren Seite einschließlich des Daches und Verwitterungen an 
der Rückfront und an der Unterseite beeinträchtigen nur wenig den doch 
im ganzen guten Erhaltungszustand.&quot;<lb></lb>
                  </p>
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                  <p>Die Inschrift befindet sich in je zwei Zeilen auf den beiden Längs- und der Rückseite des Votivhäuschens. Die Buchstaben sind unregelmäßig. Die Inschriftenfelder auf den beiden Längsseiten sind von einem reliefierten Rahmen und eine Verteifung umgeben, außerdem durchläuft  eine mittig gesetzte Zeilenlinie die Textfelder. Die Rückseite ist einfach gerahmt.<lb></lb>Auf der linken Längsseite ist das Endungs-S von Z.2 aufgrund von Platzmangel in Z.1 gerutscht und durch einen Worttrenner abetrennt. Auf der rechten Längsseite ist in Z.3 das Q bedeutend kleiner geschrieben und der vorletzte Buchstabe ist durch einen Ausbruch bis auf das untere Ende der Senkrechthaste verloren. Es kann sich aus inhaltlichen Gründen jedoch nur um ein T gehandelt haben. Auf der Rückseite sind in Z.5 das C und T beschädigt, aber noch lesbar. Es scheint, als ob das C, genauso wie das O am Zeilenende, kleiner geschrieben waren. Aufgrund von Platzmangel ist das Endungs-R aus Z.5 in das Ende von Z.6 gerutscht. Das V ist kleiner zwischen X und dem nach Z.5 gehörenden R eingeschrieben. Worttrenner sind in Z.1 und Z.4 gesetzt.<lb></lb>
                    <lb></lb>
                  </p>
                  <note ana="https://gams.uni-graz.at/o:fercan.arch#C.130400" type="condition">vollständig</note>
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                <desc type="execution">gemeißelt</desc>
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                <p>Keine bildliche Gestaltung vorhanden.<lb></lb>
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                </p>
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                <ref target="info:fedora/context:fercan.geog.modern.buchen" type="context">Buchen</ref>
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              <p>Stadtteil Hettingen; &quot;Kleinkastell Hönehaus [...] unweit der Innenseite der Nordmauer, und zwar in deren mittlerem Abschnitt&quot; (Wiegels 1973, 543)<lb></lb>
                <lb></lb>
              </p>
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                <geo decls="#WGS84">49.3127 9.32293</geo>
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              <note>
                <p>&quot;Im Oktober 1968 fanden Waldarbeiter beim Anlegen eines Limes-Wanderlehrpfades und Freilegen bzw. Konservieren der von diesem Pfad berührten Wachttürme und Kastelle [...]. Der Fundgegenstand [...] lag etwa 0,5 m tief im Schutt [...]&quot; (Wiegels 1973, 543)<lb></lb>
                </p>
              </note>
            </provenance>
            <provenance subtype="autopsied" type="observed">
              <p>vidimus (CIL XIII Projekt)</p>
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              <ref target="info:fedora/context:fercan.dcn.boni_casses_" type="context">Boni Casses?</ref>
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      <editorialDecl>
        <p>Digitale Repräsentation konform mit EpiDoc: http://epidoc.sourceforge.net</p>
        <p>Majuskel und Minuskel ausgeführt nach Leidener Klammersystem, Majuskel bildet
					Inschrift originalgetreu ab, Minuskel enthält editorische Hinzufügungen</p>
      </editorialDecl>
      <p>Die keltischen Götternamen in den lateinischen Inschriften im linksrheinischen
			Militärgebiet der Germania Superior. Religiöse Erscheinungsformen in einer
			Kulturkontaktzone (FWF-Projekt P 34422 G)</p>
      <p>Das Forschungsprojekt beabsichtigt, sämtliche keltischen Götternamen, die sich in
			lateinischen Inschriften der rechts- und linksrheinischen Militärzone der römischen
			Provinz Germania Superior erhaltenen haben, zusammenzustellen und auszuwerten. Die
			gewählte Quellengrundlage erscheint besonders geeignet, Erscheinungsformen zu
			untersuchen, welche auf religiöser Ebene durch das Zusammentreffen von verschiedenen
			kulturellen Einflüssen entstanden sind. Diese sind hier einerseits definiert durch die
			Verwendung der keltischen Sprache, andererseits durch die lateinische Sprache und durch
			Formen aus dem Inneren des Imperium Romanum, die man mit dem Etikett „römisch“ versehen
			kann. Das Interesse gilt dabei nicht nur religiösen, sondern auch damit verbundenen
			gesellschaftlichen Aspekten und den entsprechenden Mentalitäten. Doch soll damit auch zu
			einem verbesserten Gesamtbild der Provinzialreligion in Obergermanien beigetragen
			werden. <lb></lb>Die Abschlusspublikation wird in der Reihe ‚Corpus - F.E.R.C.AN. (Fontes
			epigraphici religionum Celticarum antiquarum)‘ erscheinen.</p>
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      <desc>Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <desc>links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <desc>rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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      <desc>Rückseite, CIL XIII Projekt, CC BY-NC</desc>
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          <bibl xml:id="LIT.4">Castritius/Clauss/Hefner 1977, Nr.121</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.5">AE 1978, 532</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.6">Lazzaro 1979, Nr.25</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.7">Dauber 1980, 138</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.8">Lazzaro 1993, Nr.162</bibl>
          <bibl xml:id="LIT.9">Scheungraber 2020, 218 Nr.11</bibl>
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       <date>Version von 2020-07-09</date>
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<lb break="no" n="4" xml:id="MIN.4"></lb>nius <expan><abbr>l</abbr><ex>ibertus</ex></expan>
<lb n="5" xml:id="MIN.5"></lb>Rückseite: lecto<supplied reason="omitted">r</supplied>
<lb n="6" xml:id="MIN.6"></lb>ex <expan><abbr>v</abbr><ex>oto</ex></expan> <surplus>r</surplus></ab></div>
      <div type="translation" xml:lang="de">
        <p>Für die  <rs type="divine">Boni Casses</rs>!<lb></lb>Quintinius Lector, ein Freigelassener, aufgrund eines Gelübdes. <lb></lb>
          <lb></lb>
        </p>
      </div>
      <div type="translation" xml:lang="en">
        <p>To the  <rs type="divine">Boni Casses</rs>!<lb></lb>Quintinius Lector, a freedman, in accordance with a vow.<lb></lb>
          <lb></lb>
        </p>
      </div>
      <div type="apparatus"></div>
      <div subtype="general" type="commentary">
        <p>Quintinius Lector: römisches Namensformular ohne Praenomen<lb></lb>
        </p>
        <p>Quintinus: einheimisches Pseudogentilnomen, in den keltischen Provinzen verbreitet (Kakoschke 2021, GN 1056)</p>
        <p>Lector: seltener, lateinischer Name (Kakoschke 2021, CN 1708)</p>
        <p>Die einerseits ungewöhnliche Stellung des libertus sowie das Fehlen der Angabe des Freilassers sind wohl dem Platzmangel geschuldet (so auch Wiegels 1974, 546).</p>
      </div>
      <div subtype="language" type="commentary">
        <p>v.2: „Casibus” pro „Cassibus”</p>
      </div>
      <div subtype="deity" type="commentary">
        <p>
          <rs type="divine">Casses</rs> (incl. ev. Varianten):</p>
        <p>

Sprachlich:  <lb></lb>
keltisch: ‚Zinn &gt; Bronze?‘; ‚Haar?‘ (Delamarre 2018, 109; Scheungraber 2020, 217-220). <lb></lb>
Die sprachliche Einordnung, die Form des Nominativs und das Geschlecht der so angesprochenen Gottheiten sind nicht eindeutig. <lb></lb> (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)</p>

        <p>

Vorkommen:<lb></lb>
Der Göttername ist in den Provinzen Belgica, Galatia und Germania Superior bezeugt. In drei Inschrift werden die Gottheiten als  <rs type="divine">Boni Casses</rs> bezeichnet, wobei unklar bleibt ob dies eine Verschreibung der römischen  <rs type="divine">Boni Casus</rs> darstellt, oder die  <rs type="divine">Casses</rs> näher qualifiziert. (s. a. Wiegels 1973, 547f der sich für ersteres Ausspricht)</p>
        <p>

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:</p>
        <p>
          <rs type="divine">Casses</rs> (incl. ev. Varianten): <lb></lb>
- Germania Inferior: - <lb></lb>
- Germania Superior: CF-GeS-1039, CF-GeS-1040,  CF-GeS-1086, CF-GeS-1087,  CF-GeS-1090; In CF-GeS-1086 werden die  <rs type="divine">Casses</rs> zusammen mit den römischen Weggottheiten der  <rs type="divine">Biviae</rs>,  <rs type="divine">Triviae</rs> und  <rs type="divine">Quadruviae</rs> genannt.</p>
        <p>
          <rs type="divine">Boni Casses</rs> (incl. ev. Varianten): <lb></lb>
- Germania Inferior: - <lb></lb>
- Germania Superior: CF-GeS-1069(?), CF-GeS-1109(?), CF-GeS-1110(?)</p>
        <p>
Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)</p>
      </div>
      <linkGrp domains="#majuscule #minuscule" type="alignment">
        <link target="#MAJ.1 #MIN.1"></link>
        <link target="#MAJ.2 #MIN.2"></link>
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        <link target="#MAJ.5 #MIN.5"></link>
        <link target="#MAJ.6 #MIN.6"></link>
      </linkGrp>
    </body>
  </text>
</TEI>
