Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Taranucnus

CF-GeS-1108

DEO

TARANVCNO

VERATIVS

PRIMVS

  5 EX IVSSV

Deo

Taranucno

Veratius

Primus

  5 ex iussu

CivitasCivitas Port-?
Apparatus criticusZ. 3: Verat[i]us – Steimle, ILS
Übersetzung Deutsch

Für den Gott Taranucnus!
Veratius Primus auf (sein) Geheiß.

Übersetzung Englisch

To the god Taranucnus!
Veratius Primus by (his) order.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBrambach 1867 (Corpus), Nr.1589
Steimle 1898, 31 Nr.6
CIL XIII 6478
ILS 4624
Haug/Sixt 1914, 531f. Nr.372
Espérandieu XI 401
Filtzinger 1980, Nr.58
Kemkes/Willburger 2004, 106 Abb.22
Schmidt Heidenreich 2013 (Épigraphie), 163 Nr.10
Scheungraber 2020, 524 Nr.2
Elektronische Ressourcen HD036983 (Version von 2020-12-02) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/7375 (Version von 2021-02-10) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000500 (zuletzt abgerufen 2023-07-13) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0021242 (zuletzt abgerufen 2023-07-13)
https://www.trismegistos.org/text/211142 (zuletzt abgerufen 2023-07-13) (Trismegistos)
Fundort modern Heilbronn
Fundjahr1765
VerwahrungStuttgart, Württembergisches Landesmuseum
InventarnummerRL 405
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Lineardekor
Pulvini
Rahmen
Rosette
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Dieser reich dekorierte Weihealtar besteht aus einer breiten Basis, die durch eine Stufe und einem Gesims vom gerahmten Inschriftenfeld getrennt ist. Dieses wird zusätzlich von einer Kordel verziert. Durch ein Gesims voneinander separiert befindet sich darüber der Aufsatz. Dessen Vorderseite ist durch ein Schmuckband dekoriert, das aus eingedrückten Dreiecken/Kerben besteht und das in seiner Gesamtheit eingerahmt ist. Darüber befinden sich jeweils links und rechts Pulvini, die mit netzartigen Rosetten gefüllt und deren Seiten mit Schuppen verziert sind. Dazwischen und mit diesem durch ein einfaches, vortretendes Band verbunden, befindet sich ein Giebel. An dessen Basis liegt eine Mondsichel. Dahinter befindet sich in einem fast quadratischen Rechteck die Opferschale, wobei diese Einfassung links und rechts des Giebels durch jeweils zwei gegenläufigen Spiralen gestaltet ist. Zwischen der Opferschale und der Einfassung befindet sich in jedem Eck jeweils eine Kugel. Von der Basis fehlt das linke untere Eck, das Inschriftenfeld ist an den Seiten leicht behauen und die Einfassung der Opferschale ist vorne oben beschlagen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 99 cm
Breite: 45 cm
Tiefe: 30 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die zentrierte Inschrift lässt oben eine Zeile frei und füllt das Inschriftenfeld fast vollständig aus. Die Zeilenlinien sind noch sichtbar, die Buchstaben nicht ganz regelmäßig.
Besondere Zeichen: Sämtliche A weisen statt einer Querhaste einen fast senkrechten Strich auf.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)5,0–5,0
Kommentar Götternamen

Taranucnus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Sturmgott‘ (Delamarre 2018, 290; Scheungraber 2020, 524); ‚Sohn des Taranus (= Taranis)‘ (Birkhan 1997, 869).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername Taranucnus ist nur zweimal in der Germania Superior bezeugt. In der Provinz Dalmatia (CIL III 2804) ist Taranucus einmal belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Taranucnus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1060, CF-GeS-1108

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Veratius Primus: römisches Namensformular ohne Praenomen

Veratius: gängiges italisches Gentilnomen, (Kakoschke 2021, GN 1420)

Primus: lateinischer Name, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, CN 2474)

ZitiervorschlagCF-GeS-1108, hdl.handle.net/11471/504.50.1108
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Front, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Foto: Ortolf HarlBild 3: oben, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Foto: Ortolf Harl 2004


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Front, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Foto: Ortolf Harl
Bild 3: oben, Landesmuseum Württemberg, Stuttgart, Foto: Ortolf Harl 2004

Versionen

Last Update/Current Version: 2024