Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Diana Abnoba

CF-GeS-1107

DIANAE

ABNOB[---]

M▴SENN[.]V̂S

[..]ỌN̂TO S Ḷ

  5 ẸX̣ ṾOTO

Dianae

Abnob[ae]

M(arcus) Senn[i]us

[Fr]onto s(olvit) l(ibens)

  5 ex voto

Apparatus criticusZ. 2: Abnob[e] – Kakoschke
Z. 3: nur Wiedergabe von Z.1–2 – Brambach Nr.1654, CIL 5334, Riese, Wagner (kein Zusammenhang mit den Bruchstücken von Z.3–5: Brambach Nr.1657a–c, CIL 5337a–e hergestellt)
Z. 4: [pr]o s[e] – CIL 5337b; s(ibi) oder s(olvit) oder S(ennic) l(ibertus) – Wiegels; s(olvit?) l(ibens?) – Kakoschke, Scheungraber
Z. 5: [ex v]oto – CIL 5337b
Übersetzung Deutsch

Für Diana Abnoba!
Marcus Sennius Fronto hat nach einem Gelübde freudig eingelöst.

Übersetzung Englisch

To Diana Abnoba!
Marcus Sennius Fronto has fulfilled willingly on account of a vow.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBrambach 1867 (Corpus), Nr.1654, Nr.1657a–c
CIL XIII 5334, 5337a–e
Wagner 1908, 166
Riese 1914, Nr.2714
Wiegels 1982, 41
Kakoschke 2002, Nr.2.92
Scheungraber 2020, 63 Nr.3
Ferlut 2022, Nr.2
Elektronische Ressourcen HD001803 (Version von 2020-07-03) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/8307 (Version von 2022-12-20) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-10800739 (zuletzt abgerufen 2024-02-13) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/209809 (zuletzt abgerufen 2024-02-13) (Trismegistos)
Fundort modern Badenweiler
Fundstelle

am Eingang zum Bad Richtung Westen (CIL)

Fundumstände

während gezielter Ausgrabungen

Fundjahr1784
VerwahrungBadenweiler, in den römischen Thermen
InschriftträgerWeihestein
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation nachgezogen
Beschreibung Objekt

Der Weihestein ist in mehreren Fragmenten erhalten, die modern wieder zusammengefügt wurden. Die Buchstaben wurden rot nachgezogen. Das Inschriftenfeld der Nachbildung ist ungerahmt und steht auf einer breit auslandenden Basis, getrennt durch eine Kragung. Der Aufsatz ist durch noch zwei erkennbare Stufen vom Inschriftenfeld getrennt.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 68,5 cm
Breite: 98 cm
Tiefe: 123 cm
Die Maße sind die des rekonstruierten Objektes.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift ist in mehreren Fragmenten erhalten. Die Buchstaben von Z.1–2 sind breiter gearbeitet als die der übrigen Zeilen.
Die A haben einen Mittelhaken statt einer Querhaste. Da sich auf dem letzten Fragment in Z.3 keine Spuren eines I finden, bleibt als Möglichkeit, dass dieses entweder mit dem beschädigten N elongiert war, oder aber, dass der Steinmetz (irrtümlich?) das Congomen Sennus (Kakoschke 2021, CN 2812) statt des Gentilnomens Sennius (Kakoschke 2021, GN 1175) schrieb. Das ineinandergeschriebene VS am Ende von Z.3 zeigt zumindest die Platzprobleme mit denen der Steinmetz konfrontiert war. In Z.4 sind eindeutig die oberen Reste eines O sowie einer NT-Ligatur erhalten. Der letzte Buchstabe von Z.4 ist als L zu lesen, da sich am darüber befindlichen Fragment keine Spuren der oberen Querhaste eines E feststellen lassen. Auf den Fragmenten für Z.5 lassen sich die Reste zweier Schräghasten feststellen, die aufgrund inhaltlicher Überlegungen und vom vorhandenen Platz aus betrachtet als X und V zu rekonstruieren sind. Vgl. hierzu Wiegels (1982, 41–43).
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)5,0–5,5
Kommentar Götternamen

Abnoba (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Fluss, Wasser‘ (Scheungraber 2020, 64).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Nur aus der Germania Superior bekannt. Unter den zehn Weihungen an Abnoba erscheint sie einmal als Dea Abnoba und dreimal als Diana Abnoba. Sie wird als Göttin des Schwarzwaldes gedeutet (s. Kotterba 1996, 6).
Die bei Scheungraber (2020, 63 Nr.4) zu findende Ergänzung eines Fragmentes aus Lahr (CIL XIII 11710) als dea[e Abnobae] muss als zu unsicher abgelehnt werden.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1099(?), CF-GeS-1102 CF-GeS-1103, CF-GeS-1104(?), CF-GeS-1105, CF-GeS-1106

Dea Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1101

Diana Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1100, CF-GeS-1107, CF-GeS-1111(?)

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Marcus Sennius Fronto: tria nomina

Sennius: italisches Gentilnomen oder einhemisches Pseudogentil, abgeleitet vom keltischen Namen Sen(n)us, in den keltischen Provinzen verbreitet (Kakoschke 2021, GN 1175)

Fronto: gängiges lateinisches Cognomen (Kakoschke 2021, CN 1365)

ZitiervorschlagCF-GeS-1107, hdl.handle.net/11471/504.50.1107
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Front, Ubi Erat Lupa Foto: Ortolf Harl 2005


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Front, Ubi Erat Lupa Foto: Ortolf Harl 2005

Versionen

Last Update/Current Version: 2024