Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


« zurück zur KategorieTEI

Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Abnoba?

CF-GeS-1104

[---]BN[---]

[---]A[---]

------

[A]bn[oba?]

[s]a[crum?]

------

CivitasCivitas Port-?
Übersetzung Deutsch

Der Abnoba geheiligt!
...

Übersetzung Englisch

Sacred to Abnoba!
...

Autopsie

non vidimus

Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenBarthel 1907, 32 Nr.2
CIL XIII 11747
Haug/Sixt 1914, 370 Nr.531
Riese 1914, Nr.2611
Scheungraber 2020, 63 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.5
Elektronische Ressourcen HD036851 (Version von 2020-01-16) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/7938 (Version von 2022-12-20) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-12700250 (zuletzt abgerufen 2024-01-30) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
www.trismegistos.org/text/211074 (zuletzt abgerufen 2024-01-30) (Trismegistos)
Fundort modern Stuttgart
Fundstelle

heute Bezirk Bad Cannstatt; "Unweit der römischen Strassenkreuzung auf der 'Altenburg', nahe der Südwestecke des Kastells [...] gefunden..." (Haug 1906, 2 Nr.2). "Auf der Altenburg nahe des W-Ecke des Kastells" (Filtzinger 1980, 23 Nr.1); auf dem Staigfriedhof (Barthel 1907, 32)

Fundumstände

gemeinsam mit FeGeS-1103

Fundjahr1904
VerwahrungStuttgart, Württembergisches Landesmuseum
InventarnummerRL 341
InschriftträgerWeihestein
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Bohrloch
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Beschreibung Objekt

Erhalten sind der Aufsatz, sowie daran anschließend ein Teil des anscheinend ungerahmten Inschriftenfeldes. Voneinander getrennt sind diese durch eine dreifache Stufung. Am Aufsatz sieht man noch die Opferschale, die fast die ganze Oberseite einnimmt und in drei bis vier Abstufungen vertieft zu sein scheint. An der Vorderseite sind noch die Rundungen von Voluten zu erahnen. An der linken Seite, knapp unter der Stufung zum Aufsatz, ist mittig ein Bohrloch vorhanden. Der Bruch des Steines verläuft auf dieser Seite weiter unten und schräg, während er an der Vorderseite relativ gerade ist. Das erhaltene Fragment ist überall stark bestoßen und verwittert.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 20 cm
Breite: 17 cm
Tiefe: 16 cm
Die angegebenen Maße sind die des erhaltenen Fragmentes.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Von der Inschrift sind nur mehr Reste von drei Buchstaben erhalten. Die Ergänzung als Abnoba beruht darauf, dass das Fragment gemeinsam mit einer anderen Weihung an Abnoba (CF-GeS-1103) gefunden wurde (Barthel 1907, 32). Aufgrund des Zustandes verbleibt es unklar, wieviel vom Inschriftentext verloren ist.

Zustand Inschriftfeldkleineres Fragment
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Abnoba (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Fluss, Wasser‘ (Scheungraber 2020, 64).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Nur aus der Germania Superior bekannt. Unter den zehn Weihungen an Abnoba erscheint sie einmal als Dea Abnoba und dreimal als Diana Abnoba. Sie wird als Göttin des Schwarzwaldes gedeutet (s. Kotterba 1996, 6).
Die bei Scheungraber (2020, 63 Nr.4) zu findende Ergänzung eines Fragmentes aus Lahr (CIL XIII 11710) als dea[e Abnobae] muss als zu unsicher abgelehnt werden.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1099(?), CF-GeS-1102 CF-GeS-1103, CF-GeS-1104(?), CF-GeS-1105, CF-GeS-1106

Dea Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1101

Diana Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1100, CF-GeS-1107, CF-GeS-1111(?)

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

ZitiervorschlagCF-GeS-1104, hdl.handle.net/11471/504.50.1104
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: oben, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0Bild 2: Front, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0Bild 3: links, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0


Bild 1: oben, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0
Bild 2: Front, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0
Bild 3: links, Landesmuseum Württemberg, Foto: A. Wolf, CC BY SA 4.0

Versionen

Last Update/Current Version: 2024