Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Abnoba?

CF-GeS-1099

IN H[---]

ABN[---]

QVAẸ[---]

In h(onorem) [d(omus) d(ivinae)]

Abn[obae ---]

quae[---]

CivitasCivitas Port-?
Apparatus criticusZ. 1: In h(onorem) [domus divinae 3] – Scheungraber
Z. 2: Abn[obae et] – CIL, Riese, Mattern; Abno[bae 3] – Scheungraber
Z. 3: Quad[rubis] – CIL, Riese, Mattern; Quae[stor? ---] – AE, Kortüm; quae[stor ---] – Ferlut
Übersetzung Deutsch

Zu Ehren des Kaiserhauses, für Abnoba [---]!
Quae[---]

Übersetzung Englisch

In honor of the divine household, to Abnoba [---]!
Quae[---]

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenCIL XIII 11721
Riese 1914, Nr.2616
AE 1995, 11577
Kortüm 1995, Nr.16
Mattern 1998, Nr.27
Scheungraber 2020, 64 Nr.9
Ferlut 2022, Nr.8
Elektronische Ressourcen HD036475 ( Version von 2019-12-18 ) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/26978 ( Version von 2022-12-20) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-12600023 ( zuletzt abgerufen 2023-03-10 ) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/20933 (zuletzt abgerufen 2023-03-10 ) (Trismegistos)
Fundort antikPortus
Fundort modern Pforzheim
Fundstelle

südlich der Altstädter Kirche an der Enzbrücke (Inventarblatt Archäologisches Museum Pforzheim, ASK 0024 und EDH)

Fundumständebei der Enzkorrektur in 3m Tiefe gefunden (Inventarblatt Archäologisches Museum Pforzheim, ASK 0024 und Kortüm 1995, 128 Nr.16)
Fundjahr1909
VerwahrungPforzheim, Archäologisches Museum
InventarnummerASK 0024
InschriftträgerWeihestein
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Dübelloch
Rahmen
Zierleiste
Beschreibung Objekt

"Erhalten ist der linke obere Teil der Inschriftenfläche. Der größte Teil des Steines ist abgeschlagen. Auf der Oberseite ist ein kleines Stück original grob abgespitzt. Es besitzt die Breite eines Mauersteins und war ehemals in einen größeren Zusammenhang eingelassen. Seine dreifach profilierte Leiste ist oben und links in Resten erhalten. Die Schriftfläche weist deutlilche Spuren der Scharnierung auf" (Kortüm 1995, 128 Nr.16). Rechts, links, oben und unten befindet sich jeweils ein ca. 3,5x1cm großes Zapfenloch.

Zustand Objekt kleineres Fragment
MaßeHöhe: 39,0 cm
Breite: 33,0 cm
Tiefe: 20,0 cm
Die Angegebenen Maße sind die des erhaltenen Objektes.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Vom Inschriftenfeld ist nur mehr ein Teil der ersten drei Zeilen erhalten, vermutlich deren linker Rand. Die Buchstaben sind in den einzelnen Zeilen von regelmäßiger Größe, wobei die erhaltene dritte Zeile um fast einen cm kleiner ist.
In Z.1 ist von der Senkrechthaste des I die obere Hälfte kaum sichtbar. In Z.3 sind vom letzten erhaltenen Buchstaben nur mehr die Senkrecht- und Querhaste vorhanden. Eine Rinne im Stein erweckt zwar den Eindruck eines Bogens, da diese jedoch nicht mit der Querhaste verbunden ist, ist die vom CIL und Mattern vorgeschlagene Lesung D nicht möglich, weswegen es sich nur um ein E oder F handeln kann.

Zustand Inschriftfeldkleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)7,4–8,2
Kommentar Götternamen

Abnoba (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Fluss, Wasser‘ (Scheungraber 2020, 64).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Nur aus der Germania Superior bekannt. Unter den zehn Weihungen an Abnoba erscheint sie einmal als Dea Abnoba und dreimal als Diana Abnoba. Sie wird als Göttin des Schwarzwaldes gedeutet (s. Kotterba 1996, 6).
Die bei Scheungraber (2020, 63 Nr.4) zu findende Ergänzung eines Fragmentes aus Lahr (CIL XIII 11710) als dea[e Abnobae] muss als zu unsicher abgelehnt werden.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1099(?), CF-GeS-1102 CF-GeS-1103, CF-GeS-1104(?), CF-GeS-1105, CF-GeS-1106

Dea Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1101

Diana Abnoba: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1100, CF-GeS-1107, CF-GeS-1111(?)

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Zitiervorschlag CF-GeS-1099 , hdl.handle.net/11471/504.50.1099
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024