Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mars Caturix

CF-GeS-1098

I▴O▴M

ÊT MARTI CA

TVRIGI GEN

IO▴LOCI▴C▴

  5 IVL▴QVIETVS

B̂F COS

V▴S▴L▴L▴M

I(ovi) O(ptimo) M(aximo)

et Marti Ca -

turigi Gen -

io loci C(aius)

  5 Iul(ius) Quietus

b(ene)f(iciarius) co(n)s(ularis)

v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Port-?
Apparatus criticusZ. 5: Iul. Quietus b. cos. – ILS (fehlender Zeilenwechsel)
Z. 6: v. s. l. l. m. – ILS (wegen falschem Zeilenwechsel in Z.5); co(n)s(laris) – Bender
Z. 7: l(aetus) l(ibenter) – Steiner 1837; l(aetus) l(ubens) – Steiner 1851; wegen falschem Zeilenwechsel in Z.5 keine Z.7 – ILS; l(ibens) l(aetus) – EDH, Schallmayer, Walser, Hüssen, Luginbühl, Scheungraber
Übersetzung Deutsch

Für Iupiter Optimus Maximus und Mars Catiurix (und) den Genius Loci!
Gaius Iulius Quietus, der beneficarius consularis, hat das Gelübde freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Iupiter Optimus Maximus and Mars Catiurix (and) the Genius Loci!

Gaius Iulius Quietus, the beneficarius consularis, has fulfilled a vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenSteiner 1937, Nr.54
Steiner 1851, Nr.21
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1588
Steimle 1898, 14 Nr.4
CIL XIII 6474
ILS 4553
Haug/Sixt 1914, 529–531 Nr. 371
Riese 1914, Nr.1948,22
Filtzinger 1971, 203 Nr.8
Bender 1975, 69 Abb.19a
Filtzinger 1980, Nr.57
Schallmayer et al. 1990, Nr.110
Walser 1993, Nr.23
Hüssen 2000, 169 Nr.2
Kemkes/Willburger 2004, 115 Abb.109
Luginbühl 2006, 67
Schmidt Heidenreich 2013 (Épigraphie), 158 Nr.6
Scheungraber 2020, 222 Nr.2
Elektronische Ressourcen HD036979 (Version von 2020-12-02) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/7376 (Version von 2021-12-03) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000496 (zuletzt abgerufen 2024-03-06) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0019702 (zuletzt abgerufen 2024-03-06)
www.trismegistos.org/text/211138 (zuletzt abgerufen 2024-03-06) (Trismegistos)
Fundort modern Heilbronn
Fundstelle

Stadtteil Böckingen; "Auf der westlichen Seite der Straße Böckingen-Neckargartach, auf Böckinger Markung" (Filtzinger 1971, 203 Nr. 8)

Fundumstände

bei Straßenarbeiten

Fundjahr1712
VerwahrungAalen, Limesmuseum
Inventarnummer1712-0001-0001-0001
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Bohrloch
Giebel
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Rahmen
Reliefdekor
Reliefschmuck
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Der stark in Mitleidenschaft gezogene Weihealtar wirkt ein wenig unproportional, da die dreifache Stufung zur Trennung des Inschriftenfeldes und des Aufsatzes sehr grob ausgeführt ist und viel Platz einnimmt. Die linke Volute, sowie die linke Seite der Stufung und das erste Drittel des Inschriftenfeldes sind ausgebrochen. Der untere Teil, ungefähr bis zur Hälfte des Steines, ist abgesplittert. Außerdem befindet sich hier leicht rechts zur Mitte versetzt ein großes Bohrloch, das fast ein Viertel des Steines ausmacht. Was vom Stein erhalten ist, ist stark abgerieben bzw. bestoßen. Von der Basis sieht man an der rechten Seite noch die dreifache Stufung hin zum Inschriftenfeld, das ungerahmt ist. Über der schon erwähnten groben Stufung hin zum Aufsatz kann man noch die Opferschale erkennen, vor der sich ein teilweise ausgebrochener Giebel befindet, der wiederum von zwei Voluten flankiert ist. Ob diese weiter verziert waren, lässt sich nicht mehr erkennen.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 120 cm
Breite: 68 cm
Tiefe: 40 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Das Inschriftenfeld ist von einem doppelt profiliertem Rahmen umgeben und vertieft, es wird vom Text fast vollständig ausgefüllt. Die Buchstaben sind regelmäßig gearbeitet, wobei die T überhöht sind.
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift. – Besondere Zeichen: In Z.1, Z.4, Z.5 und Z.7 sind Wortrenner gesetzt, wobei der zweite Worttrenner in Z.1, sowie der zweite und dritte in Z.4 keine Dreiecke sind, sondern nach links zugespitzte Keile. Z.6 Sonderzeichen für beneficiarius, das o von consularis wesentlich kleiner eingeschrieben.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)5,0–6,0
Kommentar Götternamen

Caturix (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚König der Schlacht‘ (Delamarre 2018, 111; Scheungraber 2020, 222f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Als Mars Caturix sechsmal gesichert (AE 1946, 238; CIL XIII 5035; 5046; 5054; 11473) und dreimal ungesichert (CIL XIII 5036; Vauthey 1985, p 40; Vauthey 1985, p 53) in der gesamten Germania Superior belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Mars Caturix: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior:
- Germania Superior: CF-GeS-1098

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Gaius Iulius Quietus: tria nomina

Iulius: italisches Gentilnomen, kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 637)

Quietus: gängiger lateinischer Name (Kakoschke 2021, CN 2545)

ZitiervorschlagCF-GeS-1098, hdl.handle.net/11471/504.50.1098
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024