Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Genius Mars Cnabetius
CF-GeS-1096
1 GENIO▴M̂ÂR▴CENAB
2 G ÂMON̂IVS QVIṆṬVS
3 V▴S L L M
1 Genio Mar(tis) Cenab(etii)(!)
2 G(aius) Amonius(!) Quintus
3 v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)
| Civitas | Civitas Ulpia Sueborum Nicrensium |
| Apparatus criticus | Z. 2:
Quintus (ohne Unterpunktion) – AE, EDH, Noelke, Scheungraber
Z. 3: l(ibens) l(aetus) – Wiegels 1992/2010, EDH, Scheungraber; s(olvit) l(ibens) m(erito) – AE |
| Übersetzung Deutsch |
Für den Genius des Mars Cnabetius! |
| Übersetzung Englisch |
To the Genius of Mars Cnabetius! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | Wiegels 1992, 393 AE 1992, 1282 Wiegels 2010 (Adnotationes), 251 Scheungraber 2020, 238 Nr.7 Noelke 2020/2021, 357 Nr.2.68 |
| Elektronische Ressourcen |
HD040877
(Version von 2018-10-18) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/26237 (Version von 2023-06-18) (Ubi Erat Lupa) EDCS-04900741 (zuletzt abgerufen 2024-03-07) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) www.trismegistos.org/text/211238 (zuletzt abgerufen 2024-03-07) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Wiesloch |
| Fundstelle | Gewann "Weinäcker"; "innerhalb eines gallo-römischen Umgangstempels [...] an einer Außenfrontseite" (Wiegels 1992, 392, 393) |
| Fundumstände |
bei Grabungen (Wiegels 1992, 392) |
| Fundjahr | 1990 |
| Verwahrung | Wiesloch, Stadtmuseum |
| Inschriftträger | Weihestein |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Altar
Füllhorn Giebel Götterbild Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes Kranz Opferschale (Gestaltungsmerkmal) Opferschale (Opfergerät) Pulvini Rahmen Reliefschmuck Reparatur |
| Beschreibung Objekt | Dieser hochrechtechkige Weihestein besteht zum größten Teil aus einer Nische, in der sich ein Reliefbild befindet. Die Inschrift befindet sich am oberen und unteren Rand, es gibt kein designiertes Inschriftenfeld. Das obere Drittel der Nische samt Kopf der Gottheit war abgebrochen, ist aber wieder zusammengesetzt worden. Vor allem auf der rechten Seite befinden sich Ausbrüche, die sich aber auf den Rand begrenzen. Allgemein ist der Stein verwittert und lässt nicht mehr viele Details erkennen. |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 30,5 cm Breite: 17,5 cm Tiefe: 6 cm |
| Ikonografie | Der dargestellte Genius steht im leichten Kontrapost, die Hüfte zur linken Seite geneigt. Er ist bis auf einen Umwurf über die rechte Schulter nackt, jedoch bekränzt. In seiner linken Hand trägt er ein großes Füllhorn, dass er auf seiner Hüfte abzustützen scheint. In seiner rechten Hand hält er einen Gegenstand, laut Wiegels (1992, 393) eine Opferschale. Unter dieser Hand befindet sich im linken Eck des Relieffeldes diagonal versetzt ein kleiner Altar, auf dem er zu opfern scheint. Dieser ist komplett ausgestaltet mit Basis, Körper und Bekrönung, wobei letztere durch zwei Pulvini und einem Giebel in der Mitte, sowie einer Opferschale dahinter, in der das Feuer brennt, geschmückt ist. |
| Inschrift | Die Inschrift befindet sich auf der oberen und unteren Leiste des Reliefrahmens. Die Buchstaben sind unregelmäßig und die unteren beiden Zeilen sichtbar kleiner geschrieben als die erste. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 1,0–1,5 |
| Notabilia Varia | v.1: „Cenabetii“ pro „Cnabetii“ |
| Kommentar Götternamen |
Cnabetius (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:
Mars Cnabetius: (incl. ev. Varianten)
Genius Mars Cnabetius: (incl. ev. Varianten) Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Gaius Amonius Quintus: tria nomina Amonius: Verschreibung oder Variante von Ammonius: seltenes italisches Gentilnomen oder einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom keltischen Namen Ammo (Kakoschke 2021, GN 74) Quintus: lateinischer Name sowie Praenomen, überall gängig (Kakoschke 2021, CN 2556) |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1096, hdl.handle.net/11471/504.50.1096 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
