Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Mars? Loucetius
CF-GeS-1094
1 [---] H D D
2 [---]AVT̂E IMP
3 [---]ḶOVC̣[---]
4 [---]+++[---]
5 ------
1 [In] h(onorem) d(omus) d(ivinae)
2 [pro s]a[l]ute Imp(eratoris)
3 [Marti?] Louc -
4 [etio ---]+++[---]
5 ------
| Civitas | Civitas Auderiensium |
| Apparatus criticus | Z. 2:
[s]a<l>ute – AE
Z. 4: [etio ---] ++[---] – AE; [etio ---] ohne unlesbare Buchstabenreste – Spickermann, Mattern |
| Übersetzung Deutsch |
Zur Ehre des Kaiserhauses, zum Heil des Imperators, für Mars Loucetius! |
| Übersetzung Englisch |
In honour of the Divine Houshold, for the wellbeing of the Imperator, for Mars Loucetius! |
| Autopsie |
vidiumus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | Spickermann 1989/90, 205 AE 1991, 1272 Mattern 2005, Nr.320 |
| Elektronische Ressourcen |
HD055401
(Version von 2020-11-17) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-05000653 (zuletzt abgerufen 2023-03-10) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/211910 (zuletzt abgerufen 2023-03-10) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Groß-Gerau |
| Fundstelle | Stadtteil Wallerstädten; "dicht bei der Römerstraße Groß-Gerau-Mainz" (Spickermann 1989/90, 205) |
| Fundumstände | "beim Umpflügen einer Wiese und Bau einer Wasserleitung" (Spickermann 1989/90, 205) |
| Fundjahr | 1979 |
| Verwahrung | Groß-Gerau, Stadtmuseum |
| Inschriftträger | Weihealtar |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Aufsatzschmuck
Blattdekor Giebel Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes Opferschale (Gestaltungsmerkmal) Pulvini Rosette |
| Beschreibung Objekt | Der Altar ist "unten und links abgebrochen. Auf der Vorderseite sind die linke Hälfte
des Inschriftfeldes und des Aufsatzes zusätzlich zerstört. Links und
oben ist noch der originale Rand erhalten. Der Aufsatz ist vorne mit
Blattornamenten, die in der Mitte in einen Dreieckgiebel eingelassen
sind, verziert und hat oben eine Opferschale. Die Hinterseite und der
rechte Rand des Altares sind grob geglättet. [...] Zwei Zeilen befinden
sich auf dem Gesims des Aufsatzes, die anderen auf dem Inschriftenfeld (Spickermann 1989/90, 205). Der Aufsatz war links und rechts mit Pulvini, auf denen sich Rosetten befanden, geschmückt, was man noch angedeutet erkennen kann. Der Aufsatz war wohl durch eine Stufung vom Inschriftenfeld getrennt, das in diesem Falle ungerahmt gewesen wäre. |
| Zustand Objekt | kleineres Fragment |
| Maße | Höhe: 33 cm Breite: 34 cm Tiefe: 23,5 cm Die angegebenen Maße sind die des erhaltenen Fragmentes. |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Die ersten beiden Zeilen befinden sich auf dem Gesims, was auf eine längere, den Altarblock vollständig ausfüllende Inschrift hinweist. Sowohl Altaraufsatz als auch Inschriftenfeld sind auf der linken Seite abgebrochen. Aufgrund des Bruches nach unten sind vom eigentlichen Inschriftenfeld nur mehr ein Teil der obersten Zeile (Z.3), die zusätzlich am rechten Ende bestoßen ist, sowie Buchstabenreste der darauffolgenden Zeile (Z.4) erhalten. Die erhaltenen Buchstaben sind in jeder Zeile unterschiedlich groß, und zumindest in Z.2 unregelmäßig. |
| Zustand Inschriftfeld | kleineres Fragment |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 2,5–3,5 |
| Notabilia Varia | v.2: „saute” pro „salute” |
| Kommentar Götternamen |
Loucetius (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Mars Loucetius (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)
Wahrscheinlich liegt in der Kombination der Fürbitte für den Kaiser ("pro salute Imperatoris" CF-GeS-1081, CF-GeS-1094; sowie "in honorem domus divinae" CF-GeS-1047, CF-GeS-1067, CF-GeS-1083) und der Weihung an Mars Loucetius ein häufiges Muster in der Region (Spickermann 1989/1990, 207–208; s. schriftliche Publikationen). Auffällig ist auch, dass in CF-GeS-1036 und in CF-GeS-1083 jeweils ein M. A(urelius) der Stifter ist. Es wäre zu diskutieren ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Weihen an Mars (Loucetius) und (Victoria) (Nemetona) und den Erwerb des Bürgerrechts (durch bestimmte Kaiser zu einer bestimmten Zeit) gibt (s. schriftliche Publikation). |
| Kommentar allgemein |
Die Formel pro salute Imperatoris begegnet noch auf einer weiteren Weihinschrift an Mars Loucetius aus Wiesbaden (CF-GeS-1081). |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1094, hdl.handle.net/11471/504.50.1094 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
