Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mercurius? Cissonius?

CF-GeS-1092

[---]Ṛ▴CIS

------

[Mercu]r(io) Cis -

[onio ---]

CivitasCivitas Ulpia Sueborum Nicrensium
Apparatus criticusZ. 1: [---? Mercu]<r=P>(io) – EDH
Übersetzung Deutsch

Für Mercurius Cissonius!

Übersetzung Englisch

To Mercurius Cissonius!

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBissinger 1884, 49
CIL XIII 6345
Wagner 1911, 179
Riese 1914, Nr.3339
Wiegels 1989, 44 Anm.148
Wiegels 1992, 387
Wiegels 2010 (Adnotationes), 244f.
Scheungraber 2020, 236 Nr.13
Noelke 2020/2021, 356 Nr.2.65
Elektronische Ressourcen HD036536 (Version von 2021-03-03) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11000355 (zuletzt abgerufen 2024-03-06) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/210815 (zuletzt abgerufen 2024-03-06) (Trismegistos)
Fundort modern Ubstadt-Weiher
Fundstelle

Ortsteil Stettfeld; "in der Nähe des sog. Schwedenbrunnens" (Bissinger 1884, 49)

Fundumstände

"beim Umgraben eines Ackers" (Bissinger 1884, 49)

Fundjahr1884
VerwahrungRastatt, Zentrales Fundarchiv
Inventarnummer1884-5-5420-1
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Lineardekor
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Rosette
Beschreibung Objekt

Das erhaltene Fragment umfasst den Aufsatz des Weihealtars sowie den Beginn des ungerahmten Inschriftenfeldes, das bis auf drei Buchstaben auf der rechten Seite abgeplatzt ist. Es ist vom Aufsatz durch eine doppelte Stufung getrennt, auf der sich noch ein Giebel mit einem durchlaufenden Rautenmuster befindet. Darüber ist die Opferschale erkennbar, davor ein ausgehöhlter, abgestoßener Giebel, sowie links und rechts Voluten mit Rosettendekor. Die linke Seite des Giebels und der Stufung sind abgebrochen, außerdem ist der Stein an allen Seiten stark bestoßen.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 29 cm
Breite: 30 cm
Tiefe: 22 cm
Die Angegebenen Maße sind die des erhaltenen Objekts.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Vom Inschriftenfeld sind nur mehr drei Buchstaben am rechten Rand der ersten Zeile erhalten. Vor dem Worttrenner finden sich noch der obere Bogen eines vierten Buchstaben, der ein B, P oder R war. Die Rekonstruktion als Mercurio Cissonio ist zwar communis opinio (Wiegels 2010 [Adnotationes], 245) verbleibt aber im höchsten Maße spekulativ.

Zustand Inschriftfeldkleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,0–3,0
Kommentar Götternamen

Cissonius (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ‚Der Marktkisten- bzw. Marktkörbegott’, oder ‚Der (Baumstamm-)Straßengott’, traditionell ‚Der Korbwagengott’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 135f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Als Mercurius Cissonius in den Provinzen Belgica, Germania Inferior, Germania Superior sowie Raetia bezeugt. Als Cissonius in den Provinzen Aquitania, Belgica, Germania Superior und Hispania belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Mercurius Cissonius (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-71, CF-GeI-72(?)
- Germania Superior: CF-GeS-1013, CF-GeS-1014(?), CF-GeS-1015, CF-GeS-1082, CF-GeS-1092(?)

Cissonius (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1011, CF-GeS-1012

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

ZitiervorschlagCF-GeS-1092, hdl.handle.net/11471/504.50.1092
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Ehm. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Inv. Nr. C 5420, heute Rastatt, Zentrales Fundarchiv Inv. 1884-5-5420-1, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, Ehm. Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Inv. Nr. C 5420, heute Rastatt, Zentrales Fundarchiv Inv. 1884-5-5420-1, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024