Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Titaca Candid[---]
CF-GeI-108
1 DEAE · TITACE · CANDID[---]
2 O · Q · VINIVS · VRSVLE[---]
3 [---]E CO · CAA · ANTONIN[---]
4 [---]RISPINT[---]
5 [---]R · TVN[---]
1 Deae Titac(a)e Candid[ae?---]
2 o Q(uintus) Vinius Ursule[---]
3 [d]e(curio?) co(hortis?) CAA(?) Antonin[ianae]
4 [---]rispint[---]
5 [---]r tun[---]
| Civitas | CCAA |
| Apparatus criticus | Z. 1:
candid(a)[e ---]- – EDH; Candid[3] – Scheungraber; Candid[ae] – Ferlut
Z. 2: [3]o Q(uintus) – Scheungraber; Ursule[nus?] – EDH; Ursule[ius] – Ferlut Z. 3: d]ec(urio) [c(oloniae)] Claudiae A(ugustae) A(grippinensium) Antonin[ianae] – CIL (bei [c(oloniae)] Claudiae wurden die Klammern falsch gesetzt; stimmt so nicht mit Majuskeltext überein)); [d]ec(urio) co(loniae) A(ugustae) A(grippinensium) Antonin[ianae] – Scheungraber; [d]ec(urio) co(loniae) A(ugustae) A(grippinensis) Antonin[ianae] – Ferlut |
| Übersetzung Deutsch |
Für die Göttin Titaca Candida!
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| Übersetzung Englisch |
To the goddess Titaca Candida!
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| Autopsie |
non vidimus |
| Editionen und Lesungen | CIL XIII 8853 Scheungraber 2020, 529 Nr.1 Ferlut 2022, Nr.1263 |
| Elektronische Ressourcen |
HD079856
(Version vom 23. Juni 2020) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-11100943 (zuletzt aufgerufen am 24. Februar 2020) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) www.trismegistos.org/text/415847 (zuletzt aufgerufen am 26. Juli 2021) (Trismegistos) |
| Fundstelle | |
| Verwahrung | verschollen |
| Inschriftträger | Weihestein |
| Archäologische Klassifikation |
Abschrift
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| Beschreibung Objekt | Aufgrund des Erhaltungszustandes ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich. |
| Ikonografie | kein Dekor bekannt |
| Inschrift | Der nur als Abschrift erhaltene Text lässt darauf schließen, dass die linke obere Ecke des Inschriftenfeldes erhalten ist. Die erhaltenen Buchstabenreste in Z.4 und 5 entziehen sich bisher völlig einem Verständnis. |
| Zustand Inschriftfeld | größeres Fragment |
| Notabilia Varia | v.1: „Titace“ pro „Titacae“ |
| Kommentar Götternamen |
Titaca (incl. ev. Varianten): Sprachlich: Mischbildung: "keltischsprachige Ableitung eines anscheinend fremden Namens, dessen sprachliche Keltizität alles andere als gesichert ist.": ‚Zu den Τίτθοι Gehörige, heilige [Göttin]’ bzw. ‚Unter den Τίτθοι Verehrte hellleuchtende [Göttin]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 155f.). (Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.) Vorkommen: Der Göttername ist nur in der Germania Inferior eindeutig belegt. Möglicherweise ist er aber auch auf einer Inschrift in der Germania Superior genannt. Ob mit der #Dea Candida# Weihung aus Nida-Heddernheim (Schillinger-Häfele 1977, 105) Titaca gemeint ist, oder ob Candida eine eigenständige Göttin ist, bleibt ungewiss. Dies liegt auch daran, dass es unklar ist ob das „Candid[---]“ in der Inferior Weihung zum Votivformular gehörte. Wenn ja, so könnte man ergänzen auf Titaca Candidae. Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor: Titaca (incl. ev. Varianten): - Germania Inferior: CF-GeI-108 - Germania Superior: CF-GeS-1020(?); Die Ergänzung auf Titaca wurde schon im CIL vorgeschlagen, ist aber sehr unsicher und nur auf Grundlage der Inschrift für Titaca in der Germania Inferior (CF-GeI-108) möglich. |
| Kommentar allgemein |
Quintus Vinius Ursule…: tria nomina [d]e(curio?) co(hortis?) CAA(?) Antonin[ianae]: Die Auflösung ist keineswegs gesichert, doch erscheint dieser Weg zutreffender als an einen decurio coloniae Claudiae Augustae Agrippinensium Antoninianae zu denken, wie im CIL vorgeschlagen. |
| Zitiervorschlag | CF-GeI-108, hdl.handle.net/11471/504.50.108 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
