Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Diana Mattiaca
CF-GeS-1079
1 ANTONIA P̣ỌṢṬMA
2 T▴PORCI RVFIẠN̂I ḶẸG̣
3 [.]EG XX[..] P P F ḶṾ
4 TE▴PORCIAE RVFIANAE
5 FILIAE▴SUAẸ DIANAE▴M̂AT[..]
6 ACAE VOTO
7 SIGNVM▴POSU[..]
1 Antonia Postuma
2 T(iti) Porci Rufiani leg(ati)
3 [l]eg(ionis) XX[II] P(rimigeniae) P(iae) F(idelis) [pro sa]lu -
4 te Porciae Rufianae
5 filiae suae Dianae Mat[ti] -
6 acae voto
7 signum posu[it]
| Civitas | Civitas Mattiacorum |
| Apparatus criticus | Z. 1:
Antonia M[---]ia – Ritterling, CIL, Domaszewski, Riese, Schoppa 1967, 1974, Watermann, Czysz, Ferlut
Z. 2: T · Porci Ruf[ia]n̂i [le]g – Ritterling und Czysz; T · Porci Ruf[ia]n̂i [leg(ati)] – CIL und Domaszewski; T · Porci Rufi[a]ni [leg(ati)] – Riese; Rufi[a]ni [leg(ati)] – Ferlut Z. 3: [l]eg(ionis) XXII – CIL, Domaszewski, Riese und Grönke; [l]eg(ionis) [X]X[II] – Alföldy 1968; [l]eg(ionis) XX | (v. 3a) [II] P(rimigeniae) P(iae) F(idelis) (uxor) [pro sa]l[u]- – Kakoschke; [pro sal]u- – Ritterling und Czysz; [pro sa]l[u]- – CIL, Riese, Ferlut; [pro sa]l(u)- – Domaszewski Z. 4: (te) – Domaszewski Z. 5: su[ae D]ianae M̂̂[a]t[ti]- – CIL, Domaszewski; su[ae D]ianae M̂at[ti]- – Riese; su[ae D]ianae Mat[ti] – Ferlut; M̂̂ât- – Grönke; M̂(a)t[ti]- – Czysz Z. 6: acae [ex] voto – Alföldy 1966, Kakoschke, Beck und Fertl; tiacae [ex] voto – Grönke |
| Übersetzung Deutsch |
Antonia Postuma, (die Ehefrau) des Titus Porcius Rufianus, legatus legionis der XXII Primigenia Pia Fidelis, hat dieses Standbild für das Heil der Porcia Rufiana, ihrer eigenen Tochter, für Diana Mattiaca aufgrund eines Gelübdes aufgestellt. |
| Übersetzung Englisch |
Antonia Postuma, (the wife) of Titus Porcius Rufianus, legatus legionis of the XXII Primigenia Pia Fidelis, has erected this statue for the wellbeing of Porcia Rufiana, her own daughter, for Diana Mattiaca because of a vow. |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) Lesung: Matijević (in Vorbereitung) |
| Editionen und Lesungen | Ritterling 1898-99, 18–24 Domaszewski 1909, 133 (=Domaszewski 1906) CIL XIII 7565 Riese 1914, Nr.1111 Alföldy 1966, 136–138 AE 1966, 263 Schoppa 1967, 10 Nr.104 Alföldy 1968, 62 Schoppa 1974, 131 Anm.212 Watermann 1980, 171f. Grönke 1982, 85f. Nr.95 Czysz 1994, 114f. Kakoschke 2002, Nr.10.7 Beck 2013, 53 Fertl 2017, 289f. Nr.18 Ferlut 2022, Nr.107 Matijević (in Vorbereitung) 265–268 |
| Elektronische Ressourcen |
HD022355
(Version von 2018-03-08) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/7090 (Version von 2022-12-20) (Ubi Erat Lupa) EDCS-11001685 (zuletzt abgerufen 2023-06-13) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0008291 (zuletzt abgerufen 2023-06-13) https://www.trismegistos.org/text/210248 (zuletzt abgerufen 2023-06-13) (Trismegistos) |
| Fundort antik | Aquae Mattiacorum |
| Fundort modern | Wiesbaden |
| Fundstelle | auf dem Marktplatz vor der Kaiser-Wilhelm-Heilanstalt (heute als ‚Wilhelmsbau‘ Teil des hessischen Landtages) im Fundament der Heidenmauer (Ritterling 1898/99, 18) |
| Fundumstände | Bei Verlegung eines Abwasserkanals „beim Durchbrechen der Heidenmauer (10,50 m von der Kaiser-Wilhelm-Heilanstalt, 50 m von der Ecke der Grossen Burgstrasse) fand sich am 26. Februar in das Fundament vermauert ein Sandsteinblock, dessen nach oben gewendete Seite Reste einer Inschrift trägt; seine rechte Seite lag genau in der Aussenkante der Mauer. Er war mit einem festen, rötlichen Mörtel eingespeist und durch denselben auch mit einer auf ihm liegenden Sandsteinplatte verbunden. Im Innern der Mauer (also an der linken Seite des Blockes) stiess an ihn ein anderer grosser Sandsteinblock, der beim Herausbrechen leider zertrümmert wurde“ (Ritterling 1898/99, 18f.). |
| Fundjahr | 1898 |
| Verwahrung | Wiesbaden, Stadtmuseum |
| Inventarnummer | 501471 |
| Inschriftträger | Statuenbasis/Basis |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
glatt
|
| Beschreibung Objekt | Das vorliegende Objekt ist auf allen Seiten stark beschädigt. Die gesamte rechte Seite des Sockels fehlt, die Bekrönung ist fast gänzlich abgeschlagen, an der rechten unteren Seite ist ein Teil, der sich über drei Schriftzeilen zieht, ausgebrochen. Außerdem zieht sich eine dicke Kerbe quer durch den Stein auf Höhe der dritten Schriftzeile und das gesamte Inschriftenfeld ist mit Rissen und Furchen durchzogen. Ritterling (1898/99, Sp.19) hat in seiner Beschreibung noch „an verschiedenen Bruchstücken eine triglyphenartige Verzierung“ erkannt. Ein großer Teil des Aufsatzes und der Statuenbasis sind weggebrochen.
Die Inschrift ist vielfach bestoßen und abgerieben (Matijević [in
Vorbereitung] 266). |
| Zustand Objekt | größere Fehlstelle/n |
| Maße | Höhe: 61 cm Breite: 54,5 cm Tiefe: 42,5 cm |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Die Inschrift füllt das Inschriftenfeld zur Gänze aus, ist jedoch heute an vielen Stellen beschädigt. Die Buchstaben waren ursprünglich sorgfältig gearbeitet. Ritterling (1898–99, 20) vermutet, dass „wegen des die rechte Hälfte der Inschriftfläche in
schräger Richtung durchziehenden Lagers des Gesteins manche Buchstaben
wohl von Anfang an nur flach eingehauen gewesen“ waren. |
| Zustand Inschriftfeld | weitgehend vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 3,0–3,0 |
| Kommentar Götternamen |
Mattiaca (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Diana Mattiaca: (incl. ev. Varianten) Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Antonia Postuma: römisches weibliches Namensformular Antonia: italisches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 96) Postuma: lateinischer Name, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, CN 2449) Titus Porcius Rufianus: tria nomina Porcius: italisches Gentilnomen, weit verbreitet und weist nach Süden (Kakoschke 2021, GN 1004) Rufianus: lateinischer Name, Weiterbildung des Gentilnomens Rufius oder des Namens Rufus, vielerorts anzutreffen (Kakoschke 2021, CN 2620) Porcia Rufiana: römisches weibliches Namensformular Porcia: s. oben Porcius Rufiana: s. oben Rufianus, Tochter der beiden. legio XXII Primigenia Pia Fidelis: Die legio XXII Primigenia erhielt nach dem Scheitern des Saturninus-Aufstandes 89 n.Chr. gemeinsam mit anderen Legionen und Truppenkörpern den Ehrenbeinamen Pia Fidelis Domitiana; letzterer fiel nach der damnatio memoriae Domitians wieder weg. Die Legion wurde 97 n.Chr. von Xanten nach Mainz verlegt, wo sie die nächsten zwei Jahrhunderte verblieb. Zwischen 70/71 und 97 n.Chr. sowie 101/102 bis 106/107 n.Chr. wurden Teile der Truppe für Steinbrucharbeiten im Brohtal eingesetzt (Matijević 2010, 29, 227–233). voto kommt selten als bedeutungsgleiches Äquivalent für ex voto vor, z.B. CIL XIII 5409; 7249; 11685; (vgl. Matijević [in Vorbereitung] 305 und Wiegels 1989, 17 für weitere Belege). Die Inschrift wurde von Antonia Postuma, der Frau des Legionslegaten Titus Porcius Rufianus, der die Legion in Mainz kommandierte, zum Heil der gemeinsamen Tochter gestiftet, wahrscheinlich nach einem Kuraufenthalt in Aquae Mattiacorum, dem Kurort der Legion (vgl. Spickermann 1994, 285–286, Kakoschke 2021, CN 2620 (1+2) mit der dort angegebenen Literatur). |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1079, hdl.handle.net/11471/504.50.1079 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
