Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Borvo
CF-GeS-1076
1 Seite A: IAN K N ID FEB K N ID MAR K N ID AEQ APR K N ID MAI K N ID IVN K N ID SOL VIII K IVL K N ID AVG K N ID SEP K N ID AEQ OCT K N ID NOV K N ID DEC K N ID BR
2
3 Seite B: MAPIL MAPILIANVS SVPREFECTS AQVARVM DEI BORVONIS EX AERE FRACTO ET EXCITATORIAM F EX VOTO S L M
1 Seite A: Ian(uarius) K(alendae) N(onae) Id(us) Feb(ruarius) K(alendae) N(onae) Id(us) Mar(tius) K(alendae) N(onae) Id(us) aeq(uinoctium) Apr(ilis) K(alendae) N(onae) Id(us) Mai(us) K(alendae) N(onae) Id(us) Iun(ius) K(alendae) N(onae) Id(us) sol(stitium) VIII K(alendas Iulias) Iul(ius) K(alendae) N(onae) Id(us) Aug(ustus) K(alendae) N(onae) Id(us) Sep(tember) K(alendae) N(onae) Id(us) aeq(uinoctium) Oct(ober) K(alendae) N(onae) Id(us) Nov(ember) K(alendae) N(onae) Id(us) Dec(ember) K(alendae) N(onae) Id(us) br(uma)
2
3 Seite B: Mapil(ius) Mapilianus su(b/a u)pr(a/u)efects aquarum dei Borvonis ex aere fracto et excitatoriam f(ecit) ex voto s(olvit) l(ibens) m(erito)
| Apparatus criticus | Z. 1:
br(evitas) – Stutzinger
Z. 2: fracto {et} excitatoriam – AE 2003, Spickermann, Scheungraber |
| Übersetzung Deutsch |
Seite A |
| Übersetzung Englisch |
Side A |
| Autopsie |
non vidimus Lesung gründet auf: EDH |
| Editionen und Lesungen | Stutzinger 2001, 24, 30 AE 2003, 1279 Spickermann 2014, 569 Scheungraber 2020, 196 Nr.20 |
| Elektronische Ressourcen |
HD045018
( Version von 2020-08-25) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-30100967 ( zuletzt abgerufen 2023-03-09) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/211387 (zuletzt abgerufen 2023-03-09) (Trismegistos) |
| Fundort modern | unbekannt |
| Fundumstände | Laut Vorbesitzer wurde die Uhr aus dem Rhein geborgen. Der ursprüngliche Fundort und das Fundjahr können nicht mehr nachvollzogen werden. Laut AE wurde sie in den 1960er Jahren auf einem Antiquitätenmarkt wiedergefunden. |
| Verwahrung | Frankfurt, Archäologisches Museum |
| Inventarnummer | 2000,07 |
| Inschriftträger | Wasserauslaufuhr |
| Material | Bronze, Gold |
| Archäologische Klassifikation |
Bleibatzen
Lötstelle Punze |
| Beschreibung Objekt | Bei diesem Objekt handelt es sich um eine römische Wasserauslaufuhr. „Die Uhr besteht aus einer nicht ganz halbkügeligen Bronzeschüssel mit einem schmalen, einwärts gebogenen Rand. […] In der Bodenmitte befindet sich ein scharfrändriges Loch von 1,7 cm Durchmesser; auf der Außenseite sind rings um dieses Loch noch Reste eines aus einer anderen Legierung bestehenden, aufgelöteten Ringes zu erkennen. Ein heute […] 0,4 mm starkes Auslaufloch befindet sich seitlich versetzt im Bodenbereich. […] Das Loch ist in einen kleinen Batzen goldfarbenen […] Metalls gebohrt, der seinerseits […] in ein etwas größeres Loch der Wandung eingelassen ist. Die Wandungsdicke beträgt durchgehend ca. 0,1 cm, nur die äußerste Kante des einwärts gebogenen Randes ist leicht verdickt. Der Knick zwischen Wandung und Rand ist zwischen den Angaben der Monate März und April mit einem Bleibatzen hinterlegt, Spuren eines ähnlichen finden sich in Höhe der Dezember- und Januarangabe. […] Die feinen, gleichmäßigen Linien der Skalen an der Innenwandung sind auf der Drehbank eingearbeitet worden, die Stundenpunkte aufgelötet, die Tageseinteilung ist eingebohrt. Die Kalenderbezeichnungen des Randes sind wie die Weihinschrift mit großer Sorgfalt gepunzt“ (Stutzinger 2001, 5). |
| Zustand Objekt | vollständig |
| Maße | Höhe: 21,2 cm Breite: 39,9 cm |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | „Die Kalendeangaben befinden sich auf der Oberseite des nach innen eingezogenen oberen Randes; die Weihinschrift verläuft an der Gefäßaußenseite unmittelbar am oberen Rand entlang“ (EDH). |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gepunzt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 0,4–0,7 |
| Kommentar Götternamen |
Borvo (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Borvo: (incl. ev. Varianten) Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Da der Gott Borvo vor allem bei den Lingonen und in den benachbarten Regionen verehrt wurde, lässt der Fundort vermuten, dass der Gegenstand als Beute verschleppt wurde (AE 2003, 1279). Wo die Wasseruhr ursprünglich aufgestellt war, bleibt unbekannt. Der Dedikant, Mapil(ius) Mapilianus, war als Unterpräfekt offenbar für die Wasserregulierung zuständig; in welchem Rahmen er diese Funktion inne hatte bleibt offen. Spickermann (2014, 569) hat eine Thermenanlage vermutet (so auch Stutzinger 2001, 40), denkbar wäre auch ein Quellheiligtum. Mapil(ius) Mapilianus: römisches Namensformular ohne Praenomen Mapil(ius): nicht weiter bezeugter Gentilname, einheimische Bildung mit keltischer Basis (Kakoschke 2021, GN 758). In dem Fund von Neupotz, den die Alemannen nach ihren Einfällen nach Gallien 275–77 n.Chr. verloren, fand sich auf einem verzinnten Bronzeteller die Aufschrift Mapilla Mapi (Künzl/Künzl 2008, 398). Mapilianus: keltischer Name, Weiterbildung aus dem Gentil Mapilius, oder dem Cognomen Mapillus (Kakoschke 2021, CN 1906) excitatoria: „bezeichnet offenbar einen Gegenstand, der auffordert, jemanden veranlaßt, etwas zu tun oder zu lassen“ (Stutzinger 2001, 30), was sich in diesem Fall wohl auf die Wasserauslaufuhr beziehen muss. |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1076, hdl.handle.net/11471/504.50.1076 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
