Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mars Noadatus?

CF-GeS-1075

DEO▴MARTI

NOADATO

[.]L MVCATR

ALIS V̂ET▴ LEG

  5 XXII EX VOTO

[---]IT

Deo Marti

Noadato

[F?]l(avius?) Mucatr-

alis vet(eranus) leg(ionis)

  5 XXII ex voto [posu?]it

Apparatus criticusZ. 1: Die unterstrichenen Teile in Z.1–4 sind heute nicht mehr erhalten, sie werden nach Becker wiedergegeben; Marti mit RTI-Ligatur – Brambach; Mar- – Reuter; Mar(ti) – EDH
Z. 2: NO A DATO – Becker, Brambach; ...dat – Behrens, Weber; noadat (?) – Reuter; Nodadat[o] – EDH
Z. 3: Vor M wird nur der obere Teil einer senkrechten Haste gesehen – CIL; L(ucius) – Becker, Behrens; Fl[avius?] – Weber; [.] Mucatr- – Reuter; [F]l(avius?) Mucatr – Scheungraber; [F?]l(avius?) Mucat[r] – EDH
Z. 4: [a]lis – EDH
Z. 5: vot[o] – Scheungraber
Z. 6: [posu]it – Reuter
Übersetzung Deutsch

Für den Gott Mars Noadatus!
Flavius? Mucatralis Veteran der legio XXII, hat (dies) aufgrund eines Gelübdes aufgestellt.

Übersetzung Englisch

To the god Mars Noadatus!
Flavius? Mucatralis, veteran of the legio XXII, set (this) up according to a vow.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBecker 1859, Nr.16
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1285
CIL XIII 6740
Behrens 1941, 13
Weber 1966, 70
Reuter 2009, 354 Nr.11
Scheungraber 2020, 421
Elektronische Ressourcen HD055257 (Version von 2018-07-27) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/27074 (Version von 2017-05-09) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000785 (zuletzt abgerufen 2023-06-14) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0021355 (zuletzt abgerufen 2023-06-14)
https://www.trismegistos.org/text/211853 (zuletzt abgerufen 2023-06-14) (Trismegistos)
Fundort antikMogontiacum
Fundort modern Mainz
VerwahrungMainz, Landesmuseum, Depot Bretzenheim
InventarnummerS 1144
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar ist in zwei zusammenhängende Fragmente zerbrochen, wobei die Trennung ca. auf halber Höhe quer über den Stein erfolgt. Dem unteren Teil fehlt auf der linken Seite ein fast quadratischer Teil, der ca. ein Viertel der Fläche ausmacht, jedoch nicht ganz durchgehauen ist.
Die Bekrönung war geschmückt, doch ist der Stein hier so stark abgeschlagen, dass die Art der Gestaltung nicht mehr nachvollzogen werden kann. Auch alle Seiten, sowie das ungerahmte Inschriftenfeld sind sehr in Mitleidenschaft gezogen, nämlich abgeschlagen und abgerieben.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 47 cm
Breite: 22 cm
Tiefe: 18 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Inschriftentext ist stark abgerieben und nur mehr schwer lesbar, insbesondere auch Z.2 mit dem möglicherweise keltischen Götternamen. Alle Ränder sind erhalten.
Am Anfang von Z.4 das A, sowie am Ende von Z.1 das TI, von Z.2 das O, von Z.3 das R und von Z.4 das G, waren scheinbar nach der Auffindung noch sichtbar, zur Zeit der Aufnahme in das CIL waren diese Buchstaben aber schon nicht mehr erkennbar. Vom O am Ende von Z.5 ist nur mehr die linke Wölbung erhalten.

Zu einer Ligatur: s. Majuskelumschrift.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Noadatus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: -Etymologie unklar- (Scheungraber 2020, 421–424).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur ein einziges Mal belegt, und Aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes ist die Lesung als unsicher zu bewerten. So liest Reuter das Votivformular als: Deo Marnoadat (s. Apparatus criticus).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Mars Noadatus: (incl. ev. Varianten)
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1075(?)

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Reuter liest das Votivformular als: Deo Marnoadat

Kommentar allgemein

.l... Mucatralis: römisches Namensformular ohne Praenomen?

Mucatralis: thrakischer Name, reichsweit belegt (Kakoschke 2021, CN 2109)

legio XXII: Die legio XXII Primigenia erhielt nach dem Scheitern des Saturninus-Aufstandes 89 n.Chr. gemeinsam mit anderen Legionen und Truppenkörpern den Ehrenbeinamen Pia Fidelis Domitiana; letzterer fiel nach der damnatio memoriae Domitians wieder weg. Die Legion wurde 97 n.Chr. von Xanten nach Mainz verlegt, wo sie die nächsten zwei Jahrhunderte verblieb. Zwischen 70/71 und 97 n.Chr. sowie 101/102 bis 106/107 n.Chr. wurden Teile der Truppe für Steinbrucharbeiten im Brohtal eingesetzt (Matijević 2010, 29, 227–233).

ZitiervorschlagCF-GeS-1075, hdl.handle.net/11471/504.50.1075
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016

Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016

Versionen

Last Update/Current Version: 2024