Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mars Loucetius

CF-GeS-1067

[---] H D D

[---]ẠRTI LOV

[---]ṬIO ET VIC

[---]IAE IVḶ

  5 [---]ELỊS

[In] h(onorem) d(omus) d(ivinae)

[M]arti Lou -

[ce]tio et Vic -

[tor]iae Iul(ius)

  5 [---]elis

CivitasCivitas Vangionum
Apparatus criticusZ. 5: [Fid]elis – Kreckel
Z. 6: [v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)] – Kreckel
Übersetzung Deutsch

Zur Ehre des Kaiserhauses für Mars Loucetius und Victoria!
Iulius …elis

Übersetzung Englisch

In honour of the Divine Household to Mars Loucetius and Victoria!
Iulius …elis

Autopsie

vidimus (7.11.2023)

Editionen und LesungenKreckel 2004, 421
Fundort modern Eisenberg
Fundstelle

Gewanne Hühnerfeld, Bereich von Haus 5, aus der östlichen Schale der Mauer 201 (Kreckel 2004, 421)

Fundjahr1997
VerwahrungSpeyer, Archäologische Denkmalpflege
InventarnummerBefundnummer: 201/4
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Reliefschmuck
Beschreibung Objekt

Von diesem Weihealtar ist nur noch ein Fragment erhalten, wobei Teile der Bekrönung und des Inschriftenfeldes vorhanden sind, die Basis jedoch vollständig fehlt. An der rechten Seite scheint in Teilen des Inschriftenfeldes der originale Abschluss erhalten zu sein, an der linken Seite sind ca. 10 cm, so Kreckel (2004, 421), abgearbeitet. Das rechte obere Eck ist bis in die zweite Zeile des wohl ursprünglich ungerahmten Inschriftenfeldes ausgebrochen. Die Bekrönung ist durch ein erhabenes Feld, auf dem die Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes beginnt und darüber eine einfache Stufung, vom Körper getrennt. In welcher Form der Aufsatz dekoriert war, ist nicht mehr zu erkennen, die Deckplatte ist glatt erhalten. An der rechten Seite ist noch der Umlauf der Reliefleiste vorhanden. Außerdem finden sich auf der Vorderseite, sowie auf der rechten Seite Reste weißer Farbe.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 26,5 cm
Breite: 18,8 cm
Tiefe: 30 cm
Die angegebenen Maße sind die des erhaltenen Fragments.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Vom Inschriftentext sind die erste und 4 folgende Zeilen erhalten. Ob und wie weit sich der Text darunter fortsetzte kann nicht gesagt werden.
Die erhaltenen Zeilen sind am linken Rand abgearbeitet, in Z.2 ist noch das Ende der Schräghaste des A und in Z.3 das Ende der Waagrechthaste des T erhalten. Das L in Z.4 ist geschrägt und die Waagrechthaste bedeutend flacher als bei den anderen L der Inschrift, weswegen die Lesung unsicher ist. In Z.5 ist der dritte erhaltene Buchstabe gleich weit vom nachfolgendem S entfernt, wie das als zweiter Buchstabe der Zeile erhaltene L. Die Weiheformel ist mit 2,2 cm wesentlich kleiner als die restliche Inschrift. In Z.2 ist das V mit 2,6 und in Z.3 das C mit 2,4 cm kleiner gearbeitet, um noch in der Zeile Platz zu haben.

Zustand Inschriftfeldgrößeres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)2,2–4,3
Kommentar Götternamen

Loucetius (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Blitz; Blitzlicht‘ (Delamarre 2018, 200; Scheungraber 2020, 357–359)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Bislang ist der Göttername als Loucetius und in der Variante Leucetius in den Provinzen Britannia und Lugdunensis, vorallem aber in der Germania Superior belegt. Er tritt stets in theonymischer Verbindung mit Mars auf.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Mars Loucetius (incl. ev. Varianten):
-Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1036, CF-GeS-1042, CF-GeS-1043, CF-GeS-1044, GeS-1045, CF- CF-GeS-1046, CF-GeS-1047, CF-GeS-1048, CF-GeS-1067, CF-GeS-1081, CF-GeS-1083, CF-GeS-1094

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Wahrscheinlich liegt in der Kombination der Fürbitte für den Kaiser ("pro salute Imperatoris" CF-GeS-1081, CF-GeS-1094; sowie "in honorem domus divinae" CF-GeS-1047, CF-GeS-1067, CF-GeS-1083) und der Weihung an Mars Loucetius ein häufiges Muster in der Region (Spickermann 1989/1990, 207–208; s. schriftliche Publikationen).
Das gemeinsame Auftreten von Mars (Loucetius) und Victoria (Nemetona) ist auffällig. Ob mit Victoria und Nemetona dieselbe Gottheit gemeint war, diskutiert Merten (1985, 64-65). Die später gefundene Inschrift CF-GeS-1036 macht diesen Zusammenhang wahrscheinlicher, da hier Victoria Nemetona genannt ist (s. schriftliche Publikationen).

Auffällig ist auch, dass in CF-GeS-1036 und in CF-GeS-1083 jeweils ein M. A(urelius) der Stifter ist. Es wäre zu diskutieren ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Weihen an Mars (Loucetius) und (Victoria) (Nemetona) und den Erwerb des Bürgerrechts (durch bestimmte Kaiser zu einer bestimmten Zeit) gibt (s. schriftliche Publikation).

Kommentar allgemein

Iulius …elis: vermutlich römisches Namensformular ohne Praenomen

Iulius: italisches Gentilnomen, kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 637)

ZitiervorschlagCF-GeS-1067, hdl.handle.net/11471/504.50.1067
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NCBild 2: Inschrift, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NCBild 3: rechts, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NC


Bild 1: Front, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NC
Bild 2: Inschrift, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NC
Bild 3: rechts, FercanGermaniaSuperior, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024