Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Mercurius Tourenus

CF-GeS-1057

MERCVR

IO TOVRE

ṆO F̣IRM

O AṬROṆIS

Mercur -

io Toure -

no Firm -

o Atronis

CivitasCivitas Nemetum
Apparatus criticusZ. 2: IO.TOVRE – Steiner; T(vel i)out(vel r)e – CIL; Touṭe- – Riese; IO TOVE – Hildenbrand; IO TOVTE – Sprater, Bernhard, Hirte; IOTOVI[-]ES – EDH
Z. 3: NO.ET.RN – Steiner; NCETRN – Lersch, Becker; CETRN – Brambach; F(?)irmi(?) – CIL; no F̣irṃ- – Riese; NO FIRMI – Sprater, Bernhard, Hirte; IIO FIRMI – Hildenbrand; IIOETRM – EDH
Z. 4: O PARONIS – Steiner; OMROIVIS – Lersch, Becker, Brambach; Ai(vel At vel Et)ronis – CIL; O Aironis (filio) – Hildenbrand; [i]o Aironis – Riese; O AIRONIS – Sprater, Bernhard; OAIRONIS – EDH; O SIRONIS – Hirte
Übersetzung Deutsch

Für Mercurius Tourenus!
Firmo (der Sohn) des Atro...

Übersetzung Englisch

To Mercurius Tourenus!
Firmo (the son) of Atro...

Autopsie

vidimus (7.11.2023)

Editionen und LesungenLersch 1843, 123
Steiner 1851, Nr.781
Becker 1852, 492
Brambach 1867 (Corpus), Nr.1830
CIL XIII 6122
Hildenbrand 1911 (Steinsaal), Nr.178
Riese 1914, Nr.3365
Sprater 1948, 64
Bernhard 1976, 149
Hirte 1995, 416
Elektronische Ressourcen HD076038 (Version von 2021-02-17) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/26685 (Version von 2016-10-21) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000116 (zuletzt abgerufen 2023-07-14) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0000464 (zuletzt abgerufen 2023-07-14 )
https://www.trismegistos.org/text/425080 (zuletzt abgerufen 2023-07-14) (Trismegistos)
Fundort modern Ruppertsberg
Fundstelle

auf der Hohenburg; in den Weinbergen von Wolf zu Ruppertsberg und Grohé zu Neustadt (Bernhard 1976, 148 und König 1821, 485 Nr.3)

Fundumstände„bei Rigolung der Weinberge“ (Bernhard 1976, 148); gemeinsam mit CF-GeS-1011
Fundjahr1821
VerwahrungSpeyer, Historisches Museum der Pfalz
InventarnummerA 11
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
bemalt
Giebel
Pulvini
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar besitzt eine sehr stämmige Basis, auf die das ungerahmte Inschriftenfeld ohne (noch) sichtbare Stufen folgt. Von diesem ist die Bekrönung durch zwei Stufen getrennt. Sie wird gebildet von zwei Pulvini mit Resten eines Giebels in der Mitte und einer viereckigen Vertiefung dahinter, innerhalb derer sich eine Halbkugel befindet.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 46 cm
Breite: 25 cm
Tiefe: 23 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Inschriftentext ist vollständig erhalten. Er füllt das Textfeld fast vollständig aus, nur unten bleibt ein schmaler Freiraum. Die Buchstaben sind von unregelmäßiger Form und zum Teil schwer zu lesen. Aufgrund des identen Inschriftenihaltes mit CF-GeS-1141 scheint es in der Forschung zu einer Verschmelzung der beiden Inschriften gekommen zu sein.
Die Autopsie ergab rote Farbreste im M von Z.1. Der Zeilenabstand zwischen Z.3 und Z.4 ist größer als bei den übrigen Zeilen. Bei den R ist die Schräghaste vorne an den Bogen angesetzt, nicht hinten an der Senkrechthaste. In Z.2 ist die Lesung des Buchstabens nach dem V umstritten (s. Apparatus criticus). Die Oberfläche ist abgerieben und vertieft, unter dem richtigen Licht sind aber Reste des R deutlich sichtbar (s. Bild 2). Außerdem spricht für die Lesung als R, dass der Abstand zum nachfolgenden E den Maßen des R in Z.1 entspricht, während bei einem I ein ungewöhnlich großer Abstand entstehen würde, während sich bei einem T eine verkürzte linke Querhaste ergäbe. Ein ähnliches Problem findet sich auch bei CF-GeS-1055. Das N in Z.4 weist dieselbe schiefe Form auf wie in CF-GeS-1055, was die Frage nacheinem möglicherweise selben Steinmetz aufwirft. Die Lesungen als Toutenus oder Tovienus (s. Ap. crit.) sind somit abzulehnen.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)2,2–3,7
Kommentar Götternamen

Tourenus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: -Etymologie unklar- (Holder 1896–1917 Bd.2, 1896)
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur in der Germania Superior belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Mercurius Tourenus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1056(?), CF-GeS-1057, CF-GeS-1121, CF-GeS-1141.

Tourenus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1055.

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Firmo Atronis: einheimisches Namensformular mit Angabe des Namens des Vaters im Genetiv

Firmo: Kakoschke liest und kennt nur den lateinischen Namen Firmio (Kakoschke 2021, CN 1322)

Atro: Kakoschke liest und kennt nur den lateinischen Namen Airo (Kakoschke 2021, CN 100), Vater des Ersten

ZitiervorschlagCF-GeS-1057, hdl.handle.net/11471/504.50.1057
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2016Bild 2: Inschrift, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2016


Bild 1: Front, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2016
Bild 2: Inschrift, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2016

Versionen

Last Update/Current Version: 2024