Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Rosmerta
CF-GeS-1052
1 DEO▴MERCV
2 ET ROSMER
3 M▴ADIVTO
4 RIVS▴MEM
5 MOR D▴C ST
6 EX VOTO
7 S L M
1 Deo Mercu(rio)
2 et Rosmer(tae)
3 M(arcus) Adiuto -
4 rius Mem -
5 mor(!) d(ecurio) c(ivitatis) St(?)
6 ex voto
7 s(olvit) l(ibens) m(erito)
| Civitas | Civitas Vangionum |
| Apparatus criticus | Z. 1:
Merc(urio) – Kreckel
Z. 2: et Rosmer(ta) – Ferlut Z. 5: mor – Hirte, Bauchhenß, Ferlut; auch S(…) T(…) möglich; S(---?) T(---?) – Kakoschke; st(ipem) – Wilmanns Z. 6: fälschlich VOT – Sprater Z. 7: [v.] s. l. m. – ILS, Bauchhenß; [po]s(uit) – EDH; […] s(olvit) l(ibens) m(erito) – Ferlut |
| Übersetzung Deutsch |
Für den Gott Mercurius und Rosmerta! |
| Übersetzung Englisch |
To the god Mercurius and Rosmerta! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | CIL XIII 11696 ILS 9305 Domaszewski/Finke 1906/07, Nr.108 Riese 1914, Nr.2607 Espérandieu VIII 6039 Sprater 1952, 19 Wilmanns 1981, 143 Bauchhenß 1992, 552 Nr.521 Grewenig 1994, 25 Hirte 1995, 444f. Hupe 1997, 154 Nr.46 Kakoschke 2002, Nr.1.151.A Kreckel 2004, 428 Scheungraber 2020, 457 Nr.23 Ferlut 2022, Nr.1214 |
| Elektronische Ressourcen |
HD030195
(Version von 2021-01-13) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/25536 (Version von 2023-01-01) (Ubi Erat Lupa) EDCS-12500132 (zuletzt abgerufen 2023-06-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0000583 (zuletzt abgerufen 2023-06-15) https://www.trismegistos.org/text/210595 (zuletzt abgerufen 2023-06-15) (Trismegistos) |
| Fundort modern | Eisenberg |
| Fundstelle | Flurbezirk ‚in der Hochstadt‘, Grundstück Peter Lorenz Pahler (CIL) |
| Fundumstände | „Als Peter Lorenz Pahler im Jahre 1903 Teile der Fundamente des Burgus zur Gewinnung von Baumaterial abbrach, kamen verschiedene in sie verbaute Denkmäler zum Vorschein“ (Sprater 1952, 14). „In 1 m Tiefe lag als Quaderstein am Ostrande der 3 m breiten und noch 2 ½ – 3 m hohen Kastellmauer, wovon ca. 2 m auf die Fundamentstücke entfallen, eine Ara“ (Mehlis 1904, Sp.476). |
| Fundjahr | 1903 |
| Verwahrung | Speyer, Historisches Museum der Pfalz |
| Inventarnummer | 1921A |
| Inschriftträger | Aedicula-Altar |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Caduceus
Flügelkappe Flügelschuhe Gefäß Götterbild Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes Opferschale (Opfergerät) Rahmen Reliefschmuck Schlange |
| Beschreibung Objekt | Der Aedicula-Altar besteht aus drei Teilen, wobei der oberste die hochformatig rechteckige Aedicula mit den Götterbildern darstellt, der mittlere das eigentliche, schmale Inschriftenfeld und der unterste die etwas größere Basis, auf die sich die Inschrift jedoch noch weiterzieht. Keiner der Teile ist ornamental geschmückt, lediglich die Aedicula ist einfach und glatt gerahmt. Dieser Rahmen ist besonders auf der Oberseite und der linken Seite abgeschlagen. Die Mitte und die Basis scheinen gut erhalten zu sein, abgesehen von einem ausgebrochenen Stück links unten an der Basis. |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 88 cm Breite: 37,5 cm Tiefe: 18,5 cm |
| Ikonografie | Die zwei Götterfiguren füllen die rechteckige Aedicula vollständig aus. Links steht Rosmerta im Kontrapost, den Blick leicht nach rechts gerichtet. Sie trägt ihr Haar, das ihr in voluminösen Wellen bis an die Schultern reicht, offen und ohne Bedeckung. Bekleidet ist sie mit einem Mantel, dessen Faltenwurf detailliert dargestellt ist, über einem Kleid. Sie scheint eine Fußbekleidung zu tragen, denn ihre Zehen sind nicht einzeln auszumachen. Über beide Füße liegt etwas Längliches, eventuell eine Schlange. Ihr rechter Arm ist ausgestreckt, wobei die Hand an den Rand der Nische reicht. In ihr hält sie ein Gefäß, das einen Henkel zu haben scheint. Ihre linke Hand ist abgewinkelt in Brusthöhe und hält ebenfalls ein Gefäß, vermutlich eine Opferschale. |
| Inschrift | Der Inschriftentext ist scheinbar vollständig erhalten und füllt unter dem Relief die ganze Breite der Vorderfront des Weihesteines (auch den Sockel) vollständig aus. Die letzte Zeile scheint am Zeilenanfang keine Spuren von Buchstaben aufzuweisen, auch wenn hier die Ergänzung [po]s(uit) sehr gut möglich wäre. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 3,5–4,0 |
| Notabilia Varia | v.4/5: „Memmor” pro „Memor” |
| Kommentar Götternamen |
Rosmerta (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Rosmerta (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Marcus Adiutorius Memor: tria nomina Adiutorius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Namen Adiutor, der Name kommt fast ausschließlich in der nördlichen Germania Superior vor (Kakoschke 2021, GN 17) Memor: lateinischer Name, in den keltischen Provinzen verbeitet (Kakoschke 2021, CN 2027). Dass in Mem{m}or das zweite M zu tilgen ist, zeigt CIL XIII 11698 in der der gleiche Dedikant als M. Adiutorius Memor bezeugt ist.
|
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1052, hdl.handle.net/11471/504.50.1052 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
