Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Mars Loucetius
CF-GeS-1046
1 MARTI
2 LOVCET
3 V▴S▴L▴L▴M
4 FITTIO▴COND
5 OLLI ▴F▴EQ▴AL
6 A▴PÊTRI▴TREV̂E
1 Marti
2 Loucet(io)
3 v(otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)
4 Fittio Cond -
5 olli f(ilius) eq(ues) al -
6 a Petri(ana) Treve(rorum)
| Civitas | Civitas Tribocorum |
| Apparatus criticus | Z. 2:
Loucetio – Hatt
Z. 3: l(ibens) l(aetus) – Domaszewski, Klumbach, Leretz, CAG, Colling, Kuhnle, Wiegels, Scheungraber; votum solvit libens laetus merito – Hatt Z. 5: filius eques – Hatt Z. 6: Treve(r) – Klumbach, Krier, Krier/Reinert, CAG, Kuhnle, Wiegels, Scheungraber; TREV(R?) – Schnitzler; Trever – Colling; PETRI(ANAE). TREVE(R.?) – Schnitzler; Petrianae Trever – Hatt |
| Übersetzung Deutsch |
Für Mars Loucetius! |
| Übersetzung Englisch |
To Mars Loucetius! |
| Autopsie |
non vidimus Lesung gründet auf: EDH und Photo |
| Editionen und Lesungen | Domaszewski 1906, 364 AE 1907, 77 CIL XIII 11605 ILS 9136 Riese 1914, Nr.1488 Klumbach 1959, 72 Hatt 1980, 83 Nr.9 Krier 1981, 74 Leretz 1985, 69f. Nr.3 Schnitzler 1988, 165 Nr.128 Krier/Reinert 1993, 81 Abb.61 Schnitzler 1997, 109 CAG 67,2, 370 Nr.327* Colling 2009, 66f. Nr.6 Kuhnle 2018, 45f. Wiegels 2017, 52 Scheungraber 2020, 358 Nr.8 |
| Elektronische Ressourcen |
HD023522
(Version von 2018-09-06) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) EDCS-12300110 (zuletzt abgerufen 2023-06-09) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) http://www.trismegistos.org/text/210379 (zuletzt abgerufen 2023-06-09) (Trismegistos) |
| Fundort antik | Argentorate |
| Fundort modern | Straßburg |
| Fundstelle | Blauwolkengasse, Anwesen Kuhff, nahe der Jung-St. Peterskirche (CIL); „Platz vor der porta principalis sinistra des Lagers, wo das Quadrivium sich befand” (Domaszewski 1906, 364 Nr.10) |
| Fundumstände | „an seinem ursprünglichen Aufstellungsorte gefunden” (Domaszewski 1906, 364 Nr.10) |
| Fundjahr | 1904 |
| Verwahrung | Straßburg, Musée archéologique |
| Inventarnummer | 6693 |
| Inschriftträger | Weihealtar |
| Material | Kalkstein |
| Archäologische Klassifikation |
glatt
Reparatur |
| Beschreibung Objekt | Die Bekrönung des Weihealtars fehlt beinahe vollständig, es ist nur mehr ein kleiner, stark beschlagener Rest vorhanden. Das Inschriftenfeld war in drei Teile zerbrochen, wurde jedoch wieder zusammengesetzt und verklebt. Die Basis scheint gut erhalten zu sein, lediglich am rechten unteren Rand dürfte ein Stück ausgebrochen und verfüllt worden sein. Allgemein ist der Stein sehr einfach ausgeführt, es finden sich keine Rahmungen etc. |
| Zustand Objekt | größere Fehlstelle/n |
| Maße | Höhe: 57 cm Breite: 33 cm Tiefe: 30 cm |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Der Text füllt das Inschriftenfeld nicht völlig aus (unten bleibt der Platz für ca. 1 Zeile frei) und ist nicht sorgfältig zentriert. Die Worttrenner sind korrekt gesetzt, die Buchstaben unregelmäßig und ihre Größe nimmt, entsprechend den noch sichtbaren Zeilenlinien, nach unten hin ab. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Kommentar Götternamen |
Loucetius (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Mars Loucetius (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)
Wahrscheinlich liegt in der Kombination der Fürbitte für den Kaiser ("pro salute Imperatoris" CF-GeS-1081, CF-GeS-1094; sowie "in honorem domus divinae" CF-GeS-1047, CF-GeS-1067, CF-GeS-1083) und der Weihung an Mars Loucetius ein häufiges Muster in der Region (Spickermann 1989/1990, 207–208; s. schriftliche Publikationen). Auffällig ist auch, dass in CF-GeS-1036 und in CF-GeS-1083 jeweils ein M. A(urelius) der Stifter ist. Es wäre zu diskutieren ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen Weihen an Mars (Loucetius) und (Victoria) (Nemetona) und den Erwerb des Bürgerrechts (durch bestimmte Kaiser zu einer bestimmten Zeit) gibt (s. schriftliche Publikation). |
| Kommentar allgemein |
Fittio Condolli filius: einheimisches Namensformular mit Angabe des Namens des Vaters im Genetiv Fittio: germanischer (oder keltischer) Name, er ist nur in dieser Inschrift bezeugt (Kakoschke 2021, CN 1324) Condollus: keltischer Name (Kakoschke 2021, CN 891) Vater des Ersten. ala Petriana Treverorum: Die Stationierung der ala in Straßburg erfolgte laut Krier nach der Neuordnung der germanischen Heere im Jahre 17 n.Chr.; 43 n.Chr. wäre sie nach Mainz verlegt worden. Daraus ergibt sich eine Datierung der Inschrift zwischen 17 und 43 n.Chr. Die Ergänzung auf Treve(rorum) lehnt er ab, da die ala Petriana niemals diesen Beinamen geführt hätte, und liest Treve(r) (Krier, 1981 75; so auch Spickermann 1989/90, 207). In CIL XIII 6820 aus Mainz ist eine ala Gallorum Petriana bezeugt, bei der es sich vielleicht um die gleiche Einheit handelt (Domaszewski 1906, 365). |
| Datierung | 17–43 |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1046, hdl.handle.net/11471/504.50.1046 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
