Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Ollogabiae

CF-GeS-1037

OLLOGA

BIABVS

AIIVVA

MESSO[.]

  5 ------

Olloga -

biabus

Aiiuva

Messo[.]

  5 ------

CivitasCivitas Mattiacorum
Apparatus criticusZ. 1: biabu[s] – Frenz
Z. 3: Anuva – AE, Körber (1896, 1900); Aiiuua (non Anuua), Fuisse A[t]iuva(nius) coniecit Mommsenus – CIL; AIIVVA – Kakoschke; A<t >iuva(nius)(?) – EDH; Aiiuvanius – Riese; Apiuva – Franz, Scheungraber, Ferlut die bei der Übersetzung Mommsens Konjektur (s.o.) folgt
Z. 4: Der unterstrichene Teil in Z.4 ist heute nicht mehr erhalten, er wird nach AE wiedergegeben; Messo – AE, Körber (1896, 1900); Messor – Riese; Messo[r?] – Kakoschke
Übersetzung Deutsch

Für die Ollogabiae!
Aiiuva Messo…?

Übersetzung Englisch

To the Ollogabiae!
Aiiuva Messo…?

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenAE 1896, 103
Körber 1896, 200 Nr.3.a
Körber 1900, Nr.5
CIL XIII 7280
Riese 1914, Nr.3165
Weber 1966, 114f.
Frenz 1992, Nr.103
Kakoschke 2002, Nr.5.23
Scheungraber 2020, 432 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.515
Elektronische Ressourcen HD023303 (Version von 2019-08-08) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/16742 (Version von 2022-12-31) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11001369 (zuletzt abgerufen 2023-06-14) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/210364 (zuletzt abgerufen 2023-06-14) (Trismegistos)
Fundort antikMogontiacum
Fundort modern Mainz
Fundstelle

Ortsteil Kastel; heute Große Kirchgasse 8 (Frenz 1992, 120 Nr.103)

Fundumstände„beim Wiederauffüllen der bei der Kanalisierung der gr. Kirchgasse ausgehobenen Erde“ (Körber 1896, Sp.200); "mit einem weiteren oberen Altarabschnitt bei Bauarbeiten für ein Wohnhaus in der Valentinianstr. 21 innerhalb eines neu ausgehobenen Kanalisationsgrabens am 1.10.1971 entdeckt" (Auskunft Dr. Hensen, Leiter des Lobdengau-Museums).
Fundjahr1896
VerwahrungMainz, Landesmuseum
InventarnummerLML 077-d
InschriftträgerWeihealtar
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Griffschale
Kanne
Lineardekor
Messer
Pulvini
Reliefschmuck
Rosette
Beschreibung Objekt

„Das Altarfragment besitzt eine allseitig vorspringende Deckplatte, deren Kante mit einem umlaufenden kettenartigen Flechtband verziert ist. Darunter folgen Hohlkehle, Rundstab und eine weitere Hohlkehle als Überleitung zum Schaft.“ (Frenz, 1992, 120 Nr.103). Die Basis fehlt vollständig, der Aufsatz ist schwer beschädigt. Zu erkennen sind noch Reste von Pulvini, eventuell mit Rosetten geschmückt, sowie zwischen ihnen der Rest eines Dreieckgiebels. Das Inschriftenfeld ist ungerahmt.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 41 cm
Breite: 40,5 cm
Tiefe: 34 cm
Ikonografie

„Auf der linken Seite befinden sich in leicht erhöhtem Relief eine nur noch im Ansatz erkennbare Griffschale und ein Futteral mit zwei Opfermessern, auf der rechten Seite ist eine Kanne mit Kleeblattmündung wiedergegeben“ (Frenz, 1992, 120 Nr.103).

Inschrift

Der Inschriftentext ist unten abgebrochen. Wie viele Zeilen ursprünglich noch folgten, kann nicht mehr festgestellt werden. Die Buchstaben sind regelmäßig.
In Z.4 sind nur mehr die oberen Reste der Buchstaben M E S S erhalten, der Rest des O, welcher bei der Publikation in der AE noch erhalten war, ist inzwischen verloren gegangen.

Zustand Inschriftfeldkleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)4,5–4,7
Kommentar Götternamen

Ollogabiae (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ,Die Allgebenden [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 218–220).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername Ollogabiae ist nur in der Germania Superior nachgewiesen. Die Variante Alagabiae ist in der Germania Inferior zweimal belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Ollogabiae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: Es gibt keine Belege für Ollogabiae, doch ist die Variante Alagabiae im theonymischen Formular Matronae Alagabiae in der Germania Inferior 2x bezeugt: CF-GeI-264, CF-GeI-265.
- Germania Superior: CF-GeS-1037, CF-GeS-1038

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Aiiuva Messo...: einheimisches weibliches Namensformular mit Angabe des Namens des Vaters im Genetiv? Oder zwei einheimische Namensformulare?

Aiiuva: keltischer weiblicher Name, in der Germania Superior und der Belgica belegt (Kakoschke 2021, CN 98). Ob der Name wirklich vollständig so lautete, ob er abgekürzt ist, oder ob eine Verschreibung vorliegt, kann nicht mehr festgestellt werden. Hier ist er in der Form wiedergeben, die am Stein eindeutig zu lesen ist.

Messo…: Vermutlich der erhaltene Rest des Namens Messor: lateinischer Name, in Italien und vor allem den keltischen Provinzen belegt (Kakoschke 2021, CN 2047). Wahrscheinlich im Genitiv Messo[ris] – also der Name des Vaters der Ersten; allerdings wäre auch eine Ergänzung auf Messo[r] möglich - also Aiiuva und Messor (s. Apparatus criticus).

ZitiervorschlagCF-GeS-1037, hdl.handle.net/11471/504.50.1037
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 4: Zeichnung, Körber 1900, 11 Nr.5

Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: links, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 4: Zeichnung, Körber 1900, 11 Nr.5

Versionen

Last Update/Current Version: 2024