Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Nemetona
CF-GeS-1035
1 MARTI ET NEMETO
2 NAE
3 SILVINI▴IVSTVS
4 ET DVBITATVS
5 V▴S▴L▴L▴P
1 Marti et Nemeto -
2 nae
3 Silvini(!) Iustus
4 et Dubitatus
5 v(otum) s(olverunt) l(aeti) l(ibentes) p(osuerunt)
| Civitas | Civitas Nemetum |
| Apparatus criticus | Z. 3:
Silvini(i) – Grünewald
Z. 5: l(ibentes) l(aeti) – EDH, Gropengiesser, Hirte, Grünewald, Scheungraber, Griesbach/Osnabrügge, Ferlut |
| Übersetzung Deutsch |
Für Mars und Nemetona! |
| Übersetzung Englisch |
To Mars and Nemetona! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | Brambach 1867 (Corpus), Nr.1790 CIL XIII 6131 ILS 4586 Hildenbrand 1911 (Steinsaal), Nr.153 Riese 1914, Nr.3061 Gropengiesser 1975, 15f. Hirte 1995, 441 Grünewald 2016, 128 Scheungraber 2020, 416 Nr.4 Griesbach/Osnabrügge 2021, Nr.119 Ferlut 2022, Nr.1120 |
| Elektronische Ressourcen |
HD075711
(Version von 2021-02-18) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/26249 (Version von 2023-01-01 ) (Ubi Erat Lupa) EDCS-11000125 (zuletzt abgerufen 2023-06-14) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/425086 (zuletzt abgerufen 2023-06-14 ) (Trismegistos) |
| Fundort antik | Alta Ripa |
| Fundort modern | Altrip |
| Fundstelle | im westlichen Teil des Gartens der Witwe Hook (Jäger 1842, 42) |
| Fundumstände | „als die Witwe Hook zu Altrip den westlichen Theil ihres Gartens umroden wollte, in einer Tiefe von vier bis fünf Schuhen, nebst einer Waffe anderer, unzweifelhaft römischer Bautrümmer, großentheils, wie es heißt, als Bestandtheile einer durch denselben laufenden Grundmauer gefunden“ (Jäger 1842, 42); „von da nach dem nahen Hofgut Bruchhaus verbracht, dessen Besitzer Kapp sie dem Verein [Mannheimer Altertumverein] schenkte.“ (Baumann 1890, 32, Nr.60) |
| Fundjahr | 1835 |
| Verwahrung | Mannheim, Reiss-Engelhorn-Museen |
| Inventarnummer | 119 |
| Inschriftträger | Weihestein |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Lineardekor
Rahmen Zierleiste |
| Beschreibung Objekt | Der rechteckige Weihestein im Querformat besitzt ein leicht vertieftes Inschriftenfeld, das auf drei Seiten (links, rechts und oben) durch linearen Dekor verziert ist (oben ein unregelmäßiges Wellengeflecht bzw. Seilmuster – zwei miteinander verschränkte Wellenlinien und seitlich ineinander verschränkte Kreise, die durch einfache Linien mit Radkreuzen verbunden sind). Diese leichte, verzierte Erhöhung bildet gleichzeitig die Rahmung des Inschriftenfeldes. Links ist ca. ein Drittel des Steines abgebrochen, jedoch noch vorhanden. Das rechte obere Eck ist abgebrochen und auch ansonsten ist der Stein rundherum beschlagen. Laut Gropengiesser (1975, 15 Nr.16) sind die Beschädigungen auf die Zerstörung des Schloßmuseums im Ersten Weltkrieg zurück zu führen. Baumann (1890, 33 Nr.60) erwähnt zwei „Dollenlöcher“ auf der oberen Fläche des Steins. |
| Zustand Objekt | größere Fehlstelle/n |
| Maße | Höhe: 82 cm Breite: 136 cm Tiefe: 27 cm |
| Ikonografie | Keine bildliche Gestaltung vorhanden. |
| Inschrift | Der Inschriftentext ist vollständig erhalten. Der Text ist schlecht zentriert und füllt das Inschriftenfeld in einer Weise aus, dass vor der ersten Zeile ein großer Freiraum bleibt. Die Buchstaben sind unregelmäßig. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 5,1–7,5 |
| Notabilia Varia | v.3: „Silvini” pro „Silvinii” |
| Kommentar Götternamen |
Nemetona (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Nemetona (incl. ev. Varianten):
Victoria Nemetona (incl. ev. Varianten):
Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Silvinius Iustus: römisches Namensformular ohne Praenomen Silvinius: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Namen Silvinus; der Name tritt vor allem im Rheinland auf (Kakoschke 2021, GN 1213) Iustus: lateinischer Name, überall weitverbreitet (Kakoschke 2021, CN 1658), vermutlich Bruder des Zweiten Silvinius Dubitatus: römisches Namensformular ohne Praenomen Silvinius: s. oben Dubitatus: keltischer oder lateinischer Name, in den keltischen Provinzen häufig (Kakoschke 2021, CN 1156), vermutlich Bruder des Ersten |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1035, hdl.handle.net/11471/504.50.1035 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
