Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Herecura

CF-GeS-1028

[---]ERE

CVRE▴LI

BERARÎNIA

SEVERA

  5 PRO SÂLVT̂E

SEVERI

FILI

V S L L M

[---]ere -

cur(a)e Li -

berarinia

Severa

  5 pro salute

Severi

fili(i)

v(otum) s(olvit) l(aeta) l(ibens) m(erito)

Apparatus criticusZ. 1: [D(eae) A] – Nesselhauf/Lieb, Weber, Kakoschke, Ferlut; [Ha]ere- – Instinsky, Frenz
Z. 3: berarina – AE 1956
Z. 5: sa ute – AE 1956
Z. 7: fili – Frenz, Kakoschke
Z. 8: l(ibens) l(aeta) – AE 1956, Weber, Frenz, EDH, Ferlut; am Ende LAI – AE 1956
Übersetzung Deutsch

Für Herecura!
Liberarinia Severa hat für das Wohl des Sohnes Severus das Gelübde gerne, freudig und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To Herecura!
Liberarinia Severa has fulfilled a vow willingly, gladly and deservedly for the welfare of the son Severus.

Autopsie

non vidimus

Lesung gründet auf: Photo

Editionen und LesungenInstinsky 1954, 217–219
AE 1956, 89
Nesselhauf/Lieb 1959, Nr.160
Weber 1966, 155f.
Frenz 1992, Nr.106
Kakoschke 2002, Nr.5.26
Ferlut 2022, Nr.235
Elektronische Ressourcen HD017976 (Version von 2017-10-20) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/16740 (Version von 2020-05-31) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-10900390 (zuletzt abgerufen 2023-06-06) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
http://www.trismegistos.org/text/210047 (zuletzt abgerufen 2023-06-06) (Trismegistos)
Fundort antikMogontiacum
Fundort modern Mainz
Fundstelle

in der Nähe des Forts Stahlberg, unweit der Oberen Zahlbacher Straße (Nesselhauf/Lieb 1959, Nr.160); im Bereich des an das Legionslager angrenzenden Gräberfeldes (Instinsky 1954, 219)

Fundumständebei Ausschachtungsarbeiten für einen Neubau (Instinsky 1954, 217)
Fundjahr1953
VerwahrungMainz, Johannes-Gutenberg-Universität, Institut für Alte Geschichte
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Blattdekor
Giebel
Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Rosette
Beschreibung Objekt

Rechts vorne an der Basis des Weihealtars ist das Eck abgebrochen und das linke vordere Eck des Aufsatzes ist abgeschlagen, ansonsten scheint das Objekt, mit Ausnahme von ein paar kleinen Abreibungen, vollständig erhalten zu sein. Die Inschrift ist nicht gerahmt und beginnt bereits am Aufsatz, also außerhalb des Inschriftenfeldes. Dieser ist geschmückt durch einen Dreiecksgiebel, der mit Blattdekor ausgefüllt ist und zwei Pulvini, auf denen sich Rosetten befinden. Aufsatz und Basis sind jeweils durch eine doppelte Stufung vom Körper getrennt. Am Aufsatz befindet sich gut erkennbar eine Opferschale.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 51 cm
Breite: 25,5 cm
Tiefe: 21 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Inschriftentext ist zur Gänze erhalten und gut lesbar. Die Buchstaben sind regelmäßig, doch ist ihre Verteilung am Inschriftenfeld nicht immer ausgewogen.
Z.1 befindet sich nicht auf dem Schriftfeld, sondern auf der corona. Zwischen Z.2 und 3 ist der Zeilenabstand geringer als sonst.
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift. – Besondere Zeichen: In Z.2 am Ende ein kleines eingefügtes I zwischen N und A.

Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)2,0–2,5
Notabilia Varia

v.1/2:„Haerecure/Erecurae” pro „Haerecurae”
v.7: „fili” pro „filii”

Kommentar Götternamen

Herecura (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ‚die Göttin der Eiche‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 196–198); keltisch-lateinische Mischbildung: -Etymologie unklar- (Scheungraber 2020, 322f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der in verschiedenen Schreibungen bezeugte Göttername ist hauptsächlich in der Germania Superior vertreten, findet sich aber auch in den Provinzen Dacia, Lugdunensis, Numidia, Pannonia Superior und in Italien (Regio X).

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Herecura (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior : CF-GeS-1027(?), CF-GeS-1028, CF-GeS-1089, CF-GeS-1113, CF-GeS-1125, CF-GeS-1126, CF-GeS-1127, CF-GeS-1128, CF-GeS-1129(?), CF-GeS-1130

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Liberarinia Severa: römisches weibliches Namensformular, ihr Sohn wird nur mit dem Cognomen angesprochen

Liberarinia: einheimisches Pseudogentilnomen, abgeleitet vom lateinischen Namen Liber, in der Germania Superior und der Belgica belegt (Kakoschke 2021, GN 683)

Severa: lateinischer Name, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, CN 2855)

Severus: s. oben, Sohn der Ersten

ZitiervorschlagCF-GeS-1028, hdl.handle.net/11471/504.50.1028
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: oben, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: oben, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: rechts, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024