Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Sirona

CF-GeS-1023

DEO

APOLLINI

ET SIRONÂE

IVLIA FRON

  5 TINA

V S L L M

Deo

Apollini

et Sironae

Iulia Fron -

  5 tina

v(otum) s(olvit) l(aeta) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Vangionum
Apparatus criticusZ. 2: Apollin(i) – Frenz, Hainzmann, Scheungraber
Z. 6: l(ibens) l(aeta) – EDH, Körber, Weber, Frenz, Jacobi, Hainzmann, Scheungraber, Ferlut
Übersetzung Deutsch

Für den Gott Apollo und Sirona!
Iulia Frontina hat das Gelübde freudig, gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the god Apollo and Sirona!
Iulia Frontina fulfilled the vow gladly, willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: EDH

Editionen und LesungenBrambach 1867 (Corpus), Nr.919
CIL XIII 6272
Riese 1914, Nr.2659
Körber 1915, 117f.
Weber 1966, 4
Weisgerber 1975, 115f.
Frenz 1992, 92f. Nr.57
Jacobi 1996, 634
Hainzmann 2016, 48 Nr.30
Scheungraber 2020, 489 Nr.19
Ferlut 2022, Nr.1230
Elektronische Ressourcen HD075247 (Version von 2021-02-17) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11000279 (zuletzt abgerufen 2023-27-06) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://www.trismegistos.org/text/425224 (zuletzt abgerufen 2023-27-06) (Trismegistos)
Fundort antikBuconica
Fundort modern Nierstein
Fundstelle

Sirona-Quelle

Fundumstände„als M. van der Velden die Sironaquelle aufräumen und neu fassen ließ“ (Körber 1815, 117)
Fundjahr1803
VerwahrungNierstein, im Keller des „Sirona-Bades“ eingemauert
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Lineardekor
nachgezogen
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Reparatur
Beschreibung Objekt

Der Weihealtar, dessen Inschrift nach Auffinden nachgezogen und der in eine Mauer des Bades einbetoniert wurde, besitzt überdies auch einen modern ausgefüllten Riss, der sich von links oben nach rechts mittig zieht. Das Inschriftenfeld ist ungerahmt, Aufsatz und Basis sind jeweils durch mehrere Treppen von diesem getrennt. Die Bekrönung ist durch zwei Pulvini geschmückt, zwischen denen sich eine Art verkehrter Giebel mit Linien eingeritzt befindet. Darüber liegt noch eine Opferschale. Laut Körber (1815, 118) ist „in die Wulste rechts und links […] eine vierteilige Rosette eingebettet“, was heute aufgrund von Abreibung nur mehr rechts erahnt werden kann.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 108 cm
Breite: 50 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Text ist vollständig erhalten. Die Buchstaben sind nicht ganz regelmäßig und alle Zeilen sind um eine Zentrierung bemüht.
Zu einer Ligatur: s. Majuskelumschrift

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)4,7-5,0
Kommentar Götternamen

Sirona (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚der göttliche Stern‘ (de Bernardo Stempel/Hainzmann 2020, 430–440); ‚erhabener großer Stern‘ bzw. ‚zu den Sternen gehörig‘ (Scheungraber 2020, 491).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist bezeugt in den Provinzen Aquitania, Belgica, Dacia, Germania Superior, Lugdunensis, Noricum, Pannonia Inferior, Pannonia Superior und Raetia sowie in Rom.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Sirona (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1023, CF-GeS-1024(?),CF-GeS-1025, CF-GeS-1026, CF-GeS-1080, CF-GeS-1114, CF-GeS-1117. In CF-GeS-1024(?) ist die Ergänzung der Götternamen auf Apollo und Sirona zumindest möglich.

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Iulia Frontina: römisches weibliches Namensformular

Iulia: italisches Gentilnomen, kaiserliches Gentilnomen, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 637)

Frontina: gängiger lateinischer Name, Weiterbildung des Namens Fronto (Kakoschke 2021, CN 1364)

ZitiervorschlagCF-GeS-1023, hdl.handle.net/11471/504.50.1023
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: © Geschichtsverein Nierstein e.V.


Bild 1: © Geschichtsverein Nierstein e.V.

Versionen

Last Update/Current Version: 2024