Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Apollo Demioncus

CF-GeS-1022

[.]VM▴SVA▴EDE

APOLLINI

DEO DEMIO

NCO▴PRI

  5 MIVS▴PO

PPILLVṢ

[.]S▴L▴L▴M

[C]um sua (a)ede

Apollini

deo Demio -

nco Pri -

  5 mius Po -

ppillus

[v](otum) s(olvit) l(aetus) l(ibens) m(erito)

CivitasCivitas Vangionum
Apparatus criticusZ. 6: Z.5–6 Popri[l]lus – Behn, AE
Z. 7: l(ibens) l(aetus) – Behn, AE, Nesselhauf, Weber, Klumbach, Lupa, EDH, Scheungraber
Übersetzung Deutsch

Mit seinem Tempel für Apollo den Gott Demioncus!
Primius Poppillus hat das Gelübde gerne, freudig und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

With his temple to Apollo the god Demioncus!
Primius Poppillus fulfilled the vow willingly, gladly and deservedly.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenBehn 1929/30, 87
AE 1933, 139
Nesselhauf 1937, Nr.84
Behrens 1938, 41 Nr.7
Stümpel 1965, 53
Weber 1966, 152
Klumbach 1973, 16
Künzl 1975, 30f. Nr.17
Lobüscher 2001, 147 Nr.110
Scheungraber 2020, 256
Elektronische Ressourcen HD024003 (Version von 2020-08-24) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/15482 (Version von 2019-09-22) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11202201 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0000639 ( zuletzt abgerufen 2023-08-16)
http://www.trismegistos.org/text/210419 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Trismegistos)
Fundort antikAltiaia
Fundort modern Alzey
Fundstelle

spätrömisches Lager

Fundumstände„gef. bei der Ausgrabung der Fundamente […] des spätrömischen Lagers Alzey. In zwei Teile zerbrochen, von denen der obere in der West-, der untere in der Nordmauer lag.“ (Nesselhauf 1937, Nr.84)
Fundjahr1929
VerwahrungAlzey, Museum
InventarnummerR 15482
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Inschrift außerhalb des Inschriftenfeldes
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Beschreibung Objekt

Der sehr schmale und hohe Weihealtar ist knapp unter der Hälfte gebrochen, darunter ist links ein größeres Stück abgesplittert. Am Aufsatz, der durch Pulvini geschmückt ist und auf dem sich die Opferschale befindet, steht eine Inschrift außerhalb des ungerahmten Inschriftenfeldes, von diesem getrennt durch eine doppelte Stufe. Der Stein ist in zwei Fragmenten erhalten.

Zustand Objekt größere Fehlstelle/n
MaßeHöhe: 87 cm
Breite: 34 cm
Tiefe: 34 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Die Inschrift füllte das Inschriftenfeld nicht zur Gänze aus, sodass unten Platz für etwa zwei weitere Zeilen frei bleibt. Z.1 befindet sich auf der corona und wurde möglicherweise nachträglich hinzugefügt (s. Kommentar allgemein). Die Buchstaben sind gleichmäßig.
Der Text ist inhaltlich vollständig erhalten, bei Auffindung waren jedoch einzelne Buchstaben verloren. Da das linke Ende der corona abgeschnitten ist, fehlt zu Beginn von Z.1 das C. Außerdem ist der Stein zwischen den Zeilen 6 und 7 durchgebrochen, weswegen am Ende von Z.6 vom S nur mehr der obere Bogen erhalten, während zu Beginn von Z.7 das V verloren ist.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,9–4,6
Notabilia Varia

In Z.1 “ede” pro “aede”

Kommentar Götternamen

Demioncus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚der Rächer, der Verurteilende‘ (Scheungraber 2020, 256f); ‚Schattenspender‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 82).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur aus einer einzigen Inschrift in der Germania Superior bekannt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Apollo Demioncus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1022: Auffällig und ohne Parallele ist in dieser Inschrift die Positionierung von deus zwischen den beiden Götternamen. Die Möglichkeit, dass mit Apollini deo Demionco zwei Götter angesprochen werden, kann daher nicht völlig ausgeschlossen werden.

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Primius Poppillus: römisches Namensformular

Primius: einheimisches Pseudogentilnomen abgeleitet vom lateinischen Namen Primus (Kakoschke 2021, GN 1015)

Poppillus: keltischer Name, Weiterbildung des Namens Poppus (Kakoschke 2021, CN 2441)

[C]um sua (a)ede: Behrens (1938, 41) vermutet, dass die Zeile am Gesims nachgetragen wurde, um deutlich zu machen, dass nicht nur der Altar, sondern auch der zugehörige Tempel von dem Dedikanten gestiftet wurde.

Zitiervorschlag CF-GeS-1022, hdl.handle.net/11471/504.50.1022
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

Versionen

Last Update/Current Version: 2024