Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Titaca?

CF-GeS-1020

IN H D D

DEA▴TI

[---]A▴R

[---]ATI

  5 [---]NA

[---]VS

In h(onorem) d(omus) d(ivinae)

Dea(e) Ti -

[tac]a(e) R

[---]ATI

  5 [---]NA

[---]VS

Apparatus criticusZ. 1: Z.1–2 sind heute nicht mehr erhalten, sie werden nach CIL und Photo wiedergegeben.
Z. 3: [ta]ca(e) – Scheungraber und Ferlut
Z. 6: v(otum) s(olvit) (?) – Wiegels
Übersetzung Deutsch

Zur Ehre des Kaiserhauses
für die Göttin Titaca!
...

Übersetzung Englisch

In honour of the Divine Household
To the goddess Titaca!
...

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Lesung gründet auf: CIL und Photo

Editionen und LesungenBodewig 1898, 106 Nr.13
CIL XIII 7624
Wiegels 2010 (Steininschriften), 456f. Nr.3
Scheungraber 2020, 529 Nr.2
Ferlut 2022, Nr.1262
Elektronische Ressourcen HD051917 (Version von 2018-07-12) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11001752 (zuletzt abgerufen 2023-07-13) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort antikConfluentes
Fundort modern Koblenz
Fundstelle

Ecke Gemüsegasse – Florinsmarkt (CIL); heute „An der Liebfrauenkirche“

Fundumständewährend der Kanalisation[sarbeiten] (Bodewig 1898, 226 Nr.13), d.h. zwischen 1893 und 1898
VerwahrungKoblenz, Mittelrhein-Museum
InventarnummerA5822
InschriftträgerWeihestein
MaterialKalkstein
Archäologische Klassifikation Rahmen
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Das heute noch erhaltene rechte untere Eck der Weihetafel weist eine doppelte Rahmung des Inschriftenfeldes auf.

Zustand Objekt größeres Fragment
MaßeHöhe: 20 cm
Breite: 14 cm
Tiefe: 12 cm
Die angegebenen Maße sind die des erhaltenen Fragmentes.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Heute ist nur mehr die rechte untere Ecke des Inschriftentextes erhalten, von Bodewig und CIL wurden aber auch noch die ersten beiden Zeilen gelesen. Die erhaltenen Buchstaben sind unregelmäßig aber gut lesbar.
Besondere Zeichen: Der Buchstabe A weist keine Querhaste auf.

Zustand Inschriftfeldkleineres Fragment
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,0–3,5
Kommentar Götternamen

Titaca (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
Mischbildung: "keltischsprachige Ableitung eines anscheinend fremden Namens, dessen sprachliche Keltizität alles andere als gesichert ist.": ‚Zu den Τίτθοι Gehörige, heilige [Göttin]’ bzw. ‚Unter den Τίτθοι Verehrte hellleuchtende [Göttin]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 155f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur in der Germania Inferior eindeutig belegt. Möglicherweise ist er aber auch auf einer Inschrift in der Germania Superior genannt. Ob mit der Dea Candida Weihung aus Nida-Heddernheim (Schillinger-Häfele 1977, 105) Titaca gemeint ist, oder ob Candida eine eigenständige Göttin ist, bleibt ungewiss. Dies liegt auch daran, dass es unklar ist ob das „Candid[---]“ in der Inferior Weihung zum Votivformular gehörte. Wenn ja, so könnte man ergänzen auf Titaca Candidae.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Titaca (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-108
- Germania Superior: CF-GeS-1020(?); Die Ergänzung auf Titaca wurde schon im CIL vorgeschlagen, ist aber sehr unsicher und nur auf Grundlage der Inschrift für Titaca in der Germania Inferior (CF-GeI-108) möglich.

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Zitiervorschlag CF-GeS-1020, hdl.handle.net/11471/504.50.1020
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Mittelrhein-Museum, KoblenzBild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 3: Abschrift, CIL

Bild 1: Front, Mittelrhein-Museum, Koblenz
Bild 2: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 3: Abschrift, CIL

Versionen

Last Update/Current Version: 2024