Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Suleviae

CF-GeS-1018

SVLEVIABVS

C PACCIVS

PASTOR

VET LEG

  5 XXII P P F D

V S L M

Suleviabus

C(aius) Paccius

Pastor

vet(eranus) leg(ionis)

  5 XXII P(rimigeniae) P(iae) F(idelis) D(omitianae)

v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito)

Apparatus criticusZ. 1: (Matribus) Suleviabus – Scholz
Z. 2: G Paccius – Brambach
Z. 4: fehlender Zeilenwechsel nach leg(ionis) – Scheungraber, Ferlut
Z. 5: f[i]d – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Suleviae!
Gaius Paccius Pastor, Veteran der legio XXII Primigenia Pia Fidelis Domitiana hat das Gelübde gerne und verdientermaßen erfüllt.

Übersetzung Englisch

To the Suleviae!
Gaius Paccius Pastor, veteran of the legio XXII Primigenia Pia Fidelis Domitiana has fulfilled the vow willingly and deservedly.

Autopsie

non vidimus

Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenBrambach 1867 (Corpus), Nr.673
CIL XIII 7725
ILS 4772
Riese 1914, Nr.72
Gutenbrunner 1936, Nr.95.2
Fitz 1983, 29 Nr.5
Scholz 2009, Nr.19
Matijević 2010, Nr.35
Scheungraber 2020, 510 Nr.22
Ferlut 2022, Nr.1241
Elektronische Ressourcen HD076639 (Version von 2019-08-15) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-11001853 (zuletzt abgerufen 2023-07-03) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort modern Brohl-Lützing
Fundstelle

„in den Ruinen der Sweppenburg“ (CIL)

FundumständeDas Fundjahr und die Fundumstände sind nicht mehr bekannt, der Stein muss aber vor 1743 gefunden worden sein.
Verwahrungverschollen
InschriftträgerSäule
MaterialTuff
Archäologische Klassifikation Abschrift
Blumenstrauß
männliche Figur
Sessel
Beschreibung Objekt

Aufgrund des Überlieferungszustandes ist keine Beschreibung von Form und Gestaltung möglich.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 60 cm
Ikonografie

Laut CIL befindet sich auf der Säule ein auf einem Sessel sitzender männlicher Mensch, der in der rechten Hand ein Bouquet hält.

Inschrift

Der abschriftlich überlieferte Text der Inschrift ist offenbar vollständig.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Suleviae (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Die gut Führenden [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 206f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Inschriften der Suleviae sind weit verbreitet. Sie finden sich in den Provinzen Belgica, Britannia, Dacia, Gallia Narbonnensis, Germania Inferior, Germania Superior, Lugdunensis, Noricum, Pannonia Inferior und Raetien, sowie in Rom.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-36, CF-GeI-37, CF-GeI-38, CF-GeI-39 ( Suleviae domesticae suae), CF-GeI-40
- Germania Superior: CF-GeS-1017 (als Sulevis dea[bus]); CF-GeS-1018; CF-GeS-1019 (mit dem Dativ Suleis); CF-GeS-1095 (als Sulevis sororibus)

Matres Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: bislang keine Belege. Die Tatsache, dass das theonymische Formular Matres Suleviae in Britannien und möglicherweise in Rom bezeugt ist, gibt jedoch zu der Vermutung Anlass, dass Suleviae et Matres (CF-GeI-37) wie auch – falls echt – Matres et Suleviae (CF-GeI-36) in dieser Inschrift nicht zwei unterschiedliche pluralische Gottheiten ansprechen, sondern als eine Erscheinungsform von Matres zu verstehen sind.
- Germania Superior: -

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Gaius Paccius Pastor: tria nomina

Paccius: italisches Gentilnomen, weit verbreitet (Kakoschke 2021, GN 936)

Pastor: lateinischer Name, weit verbreitet (Kakoschke 2021, CN 2313)

legio XXII Primigenia Pia Fidelis Domitiana: Die Legio XXII Primigenia erhielt nach dem Scheitern des Saturninus-Aufstandes 89 n.Chr. gemeinsam mit anderen Legionen und Truppenkörpern den Ehrenbeinamen Pia Fidelis Domitiana; letzterer fiel nach der damnatio memoriae Domitians wieder weg. Die Legion wurde 97 von Xanten nach Mainz verlegt, wo sie die nächsten zwei Jahrhunderte verblieb. Zwischen 70/71 und 97 n.Chr. sowie 101/102 bis 106/107 n.Chr. wurden Teile der Truppe für Steinbrucharbeiten im Brohtal eingesetzt (Matijević 2010, 29, 227–233).

Da die Legion den Ehrennamen Domitiana nur während der Regierungszeit des Domitian (81–96) trug, kann mit dieser Angabe die Inschrift relativ genau datiert werden.

Datierung89–96
ZitiervorschlagCF-GeS-1018, hdl.handle.net/11471/504.50.1018
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Abschrift, CIL


Bild 1: Abschrift, CIL

Versionen

Last Update/Current Version: 2024