Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Suleviae

CF-GeS-1017

SVLEVIS

DEA[---]

C▴H[.]STI

LIVS SAT

  5 VRNIN

ET H[.]STI

LIA ALPI

NA▴FRA

TRES

Sulevis

dea[bus]

C(aius) H[o]sti -

lius Sat -

  5 urnin(us)

et H[o]sti -

lia Alpi -

na fra -

tres

Apparatus criticusZ. 1: Suler[i]s – Körber; Sulev[i]s – ILS
Z. 2: d[e]a[bus] – ILS; ḍea[bus] – Riese
Z. 3: Hosti – Körber, ILS
Z. 5: urninus – Körber; urniu. – ILS
Z. 6: Hosti – Körber, ILS, EDH
Z. 7: Alpi (oder Alie) – Körber; Al[p]i, statt Al[p]ina kann auch Aliena gelesen werden – ILS
Übersetzung Deutsch

Für die Suleviae, die Göttinnen!
Die Geschwister Gaius Hostilius Saturninus und Hostilia Alpina

Übersetzung Englisch

To the Suleviae, the goddesses!
The siblings Gaius Hostilius Saturninus and Hostilia Alpina

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenKörber 1896, Sp.6f.
CIL XIII 7504
ILS 4773
Riese 1914, Nr.3517
Gutenbrunner 1936, 226 Nr.95.5
Weber 1966, 120
Frenz 1992, Nr.22
Boppert 2005, Nr.22
Scheungraber 2020, 509 Nr.21
Ferlut 2022, Nr.1240
Elektronische Ressourcen HD075588 (Version von 2017-12-15) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/27183 (Version von 2023-01-01) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11001615 (zuletzt abgerufen 2023-07-03) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort antikBingium
Fundort modern Bingen
Fundstelle

Stadtteil Büdesheim; „sog. Wackenäcker“ (CIL)

Fundumständebeim Roden (CIL)
Fundjahr1890
VerwahrungMainz, Landesmuseum, Depot
InventarnummerS 534
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Giebel
Rahmen
Reparatur
Zierleiste
Beschreibung Objekt

Der stelenartige Weihealtar ist im oberen Drittel horizontal gebrochen und modern mit Zement zusammengesetzt. Das Inschriftenfeld ist doppelt gerahmt. Auch auf der Rückseite befindet sich eine doppelte Rahmung, die die unteren zwei Drittel einnimmt und im oberen Drittel in einen stilisierten Giebel verläuft. Aufsatz und Basis sind durch mehrere Stufen voneinander getrennt. Der Aufsatzschmuck ist abgebrochen und kann nicht mehr nachvollzogen werden. Der gesamte Stein ist stark verwittert.

Zustand Objekt weitgehend vollständig
MaßeHöhe: 71 cm
Breite: 24 cm
Tiefe: 20 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld bis auf einen kleinen Leerraum oberhalb der ersten und unterhalb der letzten Zeile völlig aus. Er ist bis auf Zerstörungen durch die Bruchstelle in Z.2 völlig erhalten, aber sehr stark verwittert.

Zustand Inschriftfeldweitgehend vollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)3,0–7,5
Kommentar Götternamen

Suleviae (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Die gut Führenden [Muttergöttinnen]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 206f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Inschriften der Suleviae sind weit verbreitet. Sie finden sich in den Provinzen Belgica, Britannia, Dacia, Gallia Narbonnensis, Germania Inferior, Germania Superior, Lugdunensis, Noricum, Pannonia Inferior und Raetien, sowie in Rom.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-36, CF-GeI-37, CF-GeI-38, CF-GeI-39 ( Suleviae domesticae suae), CF-GeI-40
- Germania Superior: CF-GeS-1017 (als Sulevis dea[bus]); CF-GeS-1018; CF-GeS-1019 (mit dem Dativ Suleis); CF-GeS-1095 (als Sulevis sororibus)

Matres Suleviae (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: bislang keine Belege. Die Tatsache, dass das theonymische Formular Matres Suleviae in Britannien und möglicherweise in Rom bezeugt ist, gibt jedoch zu der Vermutung Anlass, dass Suleviae et Matres (CF-GeI-37) wie auch – falls echt – Matres et Suleviae (CF-GeI-36) in dieser Inschrift nicht zwei unterschiedliche pluralische Gottheiten ansprechen, sondern als eine Erscheinungsform von Matres zu verstehen sind.
- Germania Superior: -

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Gaius Hostilius Saturninus: tria nomina

Hostilius: gängiges, italisches Gentilnomen (Kakoschke 2021, GN 600)

Saturninus: lateinischer Name, Weiterbildung des Namens Saturnus, überall äußerst gängig (Kakoschke 2021, CN 2736)

Hostilia Alpina: römisches weibliches Namensformular

Hostilia: s. oben Hostilius

Alpina: lateinischer Name, besonders in Norditalien und den keltischen Provinzen verbreitet (Kakoschke 2021, CN 127)

ZitiervorschlagCF-GeS-1017, hdl.handle.net/11471/504.50.1017
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016Bild 3: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016Bild 4: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016Bild 5: Rückseite, CIL XIII Projekt, CC BY-NC


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016
Bild 3: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016
Bild 4: Inschrift, Landesmuseum, Mainz, Foto: Ortolf Harl 2016
Bild 5: Rückseite, CIL XIII Projekt, CC BY-NC

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Last Update/Current Version: 2024