Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Mercurius Cissonius
CF-GeS-1013
1 DEO▴MERCVRIO
2 CISSONIO CÂT̂UḶ
3 GORGIAS V S
1 Deo Mercurio
2 Cissonio Catul
3 Gorgias v(otum) s(olvit)
| Civitas | Civitas Nemetum |
| Apparatus criticus | Z. 2:
extr. tam C quam G fuisse potest; in fine L vel I vel N fuit; fortasse C. Atu[l(lius)] – CIL, Scheungraber; C(aius) Atul(ius) – EDH; C(aius) Atu(lius?) – Grewenig; Atu[l(lius?)] – Espérandieu; am Ende der Zeile C ATV – Sprater 1929; am Ende der Zeile C AT – Sprater 1948, Hildenbrand, der es als C. Atulius auflöst; Catul(lius?) – Wiegels; Atu(llius?) – Hupe; Atul(lius?) – Hirte
|
| Übersetzung Deutsch |
Für den Gott Mercurius Cissonius! |
| Übersetzung Englisch |
To the god Mercurius Cissonius! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | CIL XIII 6085 Hildenbrand 1911, Nr.154 Espérandieu VIII 5894 Sprater 1929, 109f. Sprater 1948, 53 Wiegels 1989, Nr.9 Bauchhenß 1992, Nr.500 Grewenig 1994, 48 Hirte 1995, 404f. Hupe 1997, 182 Nr.137 Scheungraber 2020, 236 Nr.12 |
| Elektronische Ressourcen |
HD075713
(Version von 2021-02-18) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/25534 (Version von 2020-09-25) (Ubi Erat Lupa) EDCS-11000079 (zuletzt abgerufen 2023-03-15) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0000460 ( zuletzt abgerufen 2023-08-11) |
| Fundort antik | Tabernae |
| Fundort modern | Rheinzabern |
| Fundstelle | Rabenstraße, in der Gemarkung 24 Morgen |
| Fundumstände | vom Landwirt Franz Karl Maja gefunden |
| Fundjahr | 1879 |
| Verwahrung | Speyer, Historisches Museum der Pfalz |
| Inventarnummer | 674 |
| Inschriftträger | Aedicula-Altar |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Caduceus
Flügelkappe Geldbeutel Giebel Götterbild Hahn Rahmen Reliefschmuck Widder |
| Beschreibung Objekt | Der Aedicula-Altar besteht aus einem nicht gerahmten Inschriftenfeld, das sich auf einem einfachen, ungeglätteten Sockel befindet, und darüber einer einfachen Nische für die Darstellung des Gottes. Der Stein endet nach oben hin in einem flachen Giebel, der, gemeinsam mit den ungeschmückten schmalen Seiten, die Darstellung der Gottheit rahmt. |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 141 cm Breite: 51 cm Tiefe: 17 cm |
| Ikonografie | Die Gottheit, deren Gesicht abgeschlagen ist, steht im Kontrapost zum Betrachter geneigt, der Kopf sieht nach rechts, in seiner rechten Hand hält er den fein herausgearbeiteten Geldbeutel, in seiner linken Hand den detaillierten Caduceus. Über seine linke Schulter und den linken Arm ist ein schwer wirkender Umhang in tiefer Faltenlegung drapiert, ansonsten ist er, mit Ausnahme der Flügelkappe, von der nur mehr die Flügel schwach zu erkennen sind, nackt. Hinter seinem rechten Bein tritt ein fast kniehoher Widder hervor, ebenfalls mit Blickrichtung zum Betrachter. Er schreitet mit dem rechten Bein voraus und auch er ist sehr detailgetreu dargestellt, sodass man die Locken im Fell und auch noch ein wenig die Rillen in den stark eingerollten Hörnern erkennen kann. Ob sich vor seinem linken Fuß noch ein Tier oder etwas anderes befindet, oder ob es sich nur um die Maserung des Steines handelt, kann nicht gesagt werden. Neben der rechten Schulter der Gottheit befindet sich auf einer Art Mauervorsprung oder Säule ein Hahn, dessen Gesicht von der Gottheit weg geneigt ist. |
| Inschrift | Der Inschriftentext füllt das Inschriftenfeld ganz aus und ist vollständig erhalten. Die Buchstaben sind nicht ganz gleichmäßig. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 3,5–4,0 |
| Kommentar Götternamen |
Cissonius (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:
Mercurius Cissonius (incl. ev. Varianten):
Cissonius (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Catul(…) Gorgias oder C. Atul(...) Gorgias: in beiden Fällen liegt ein römisches Namensformular, in letzterem eine tria nomina vor. Catul(…): könnte man ergänzen auf Catullius, einheimisches Pseudogentilnomen abgeleitet vom lateinischen oder keltischen Namen Catullus (so Kakoschke 2021, GN 311); aber auch Catullinius ist denkbar (Wiegels 1989, Nr.9). Möchte man in der Inschrift lieber C. At(…), C. Atu(…) oder C. Atul(…) lesen, wäre eine Ergänzung auf das italische Gentilnomen Atullius denkbar (Kakoschke 2021, GN 166); möglich ist aber auch die Schreibung Atulius. Gorgias: griechischer Name (Kakoschke 2021, CN 1465) könnte auf einen ehemaligen Sklavenstatus des Dedikanten hinweisen, der damit als Freigelassener zu erkennen wäre. |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1013, hdl.handle.net/11471/504.50.1013 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
