Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Cissonius

CF-GeS-1011

DEO CIS

ONIO EX

VOTO PO

SVT PAT

  5 ERNVS O

Deo Cis -

onio(!) ex

voto po -

su(i)t pat -

  5 ernus O

CivitasCivitas Nemetum
Apparatus criticusZ. 1: am Ende der Zeile CIS – König; Cis(s) – EDH, Scheungraber
Z. 2: am Anfang der Zeile CNIO – König
Übersetzung Deutsch

Für den Gott Cisonius!
Einem Gelübde folgend hat es Paternus O(?) aufgestellt.

Übersetzung Englisch

To the god Cisonius!
Paternus O(?) set this up according to a vow.

Autopsie

vidimus (CIL XIII Projekt)

Editionen und LesungenKönig 1821, 458 Nr.3
CIL XIII 6119
Hildenbrand 1911 (Steinsaal), Nr.218
Bernhard 1976, 149 Nr.6
Scheungraber 2020, 235 Nr.8
Elektronische Ressourcen HD076037 (Version von 2021-02-18) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
http://lupa.at/25533 (Version von 2020-07-09) (Ubi Erat Lupa)
EDCS-11000113 ( zuletzt abgerufen 2023-03-10) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
https://cil.bbaw.de/ace/id/KO0022067 (zuletzt abgerufen 2023-08-11)
Fundort modern Ruppertsberg
Fundstelle

auf der Hohenburg; in den Weinbergen von Wolf zu Ruppertsberg und Grohé zu Neustadt (Bernhard 1976, 148 und König 1821, 485 Nr.3)

Fundumstände„bei Rigolung der Weinberge“ (Bernhard 1976, 148); gemeinsam mit CF-GeS-1057
Fundjahr1821
VerwahrungSpeyer, Historisches Museum der Pfalz
InventarnummerA 19
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Blattdekor
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Rosette
Beschreibung Objekt

Der sechsseitige Weihealtar ist an den Seiten stark behauen. Am Aufsatz mit Opferschale lassen sich Rosetten und ein giebelförmiger Blattdekor erkennen. Für genauere Aussagen ist dieser jedoch zu stark verwittert. Das Inschriftenfeld ist nicht gerahmt, jedoch durch mehrere Stufen vom Aufsatz getrennt. Die Basis setzt ohne Abstufung an das Inschriftenfeld an.

Zustand Objekt vollständig
MaßeHöhe: 46 cm
Breite: 14 cm
Tiefe: 26 cm
Die angegebene Breite bezieht sich auf die Seite des Weihaltares mit dem Inschriftenfeld.
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung vorhanden.

Inschrift

Der Text füllt das Inschriftenfeld vollständig aus. Die Buchstaben sind unregelmäßig und liegen nicht exakt auf einer waagrechten Linie.
Besondere Zeichen: Das O am Ende von Z.3 ist erheblich kleiner als die anderen Buchstaben. Die Bedeutung des O als letztem Buchstaben in Z.5 bleibt unklar.

Zustand Inschriftfeldvollständig
Technikgemeißelt
Buchstabenhöhe (cm)2,0–3,8
Notabilia Varia

v.1/2: „Cisonio“ pro „Cissonio“
v.3/4: „posut” pro „posuit”

Kommentar Götternamen

Cissonius (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch erklärbar: ‚Der Marktkisten- bzw. Marktkörbegott’, oder ‚Der (Baumstamm-)Straßengott’, traditionell ‚Der Korbwagengott’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 135f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Als Mercurius Cissonius in den Provinzen Belgica, Germania Inferior, Germania Superior sowie Raetia bezeugt. Als Cissonius in den Provinzen Aquitania, Belgica, Germania Superior und Hispania belegt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Mercurius Cissonius (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-71, CF-GeI-72(?)
- Germania Superior: CF-GeS-1013, CF-GeS-1014(?), CF-GeS-1015, CF-GeS-1082, CF-GeS-1092(?)

Cissonius (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1011, CF-GeS-1012

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Paternus: einheimisches Namensformular

Paternus: lateinischer Name, überall verbreitet, mit Häufung in Gallien, Hispanien und Norditalien (Kakoschke 2021, CN 2319)

Zitiervorschlag CF-GeS-1011, hdl.handle.net/11471/504.50.1011
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NCBild 2: Front, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2015Bild 3: Front, EDCS-11000113, Rechte vorbehalten


Bild 1: Front, CIL XIII Projekt, CC BY-NC
Bild 2: Front, Historisches Museum der Pfalz, Speyer, Foto: Ortolf Harl 2015
Bild 3: Front, EDCS-11000113, Rechte vorbehalten

Versionen

Last Update/Current Version: 2024