Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen


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Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen

Apollo Grannus Mogounus

CF-GeS-1009

APOLLIN̂I GRAN

NO MOGOVNO

ARAM

Q LICIN̂I TRIO

  5 D S D

Apollini Gran -

no Mogouno

aram

Q(uintus) Licini(us) Trio

  5 d(e) s(uo) d(edit)

CivitasCivitas Tribocorum
Apparatus criticusZ. 1: Apollin(i) – CAG, Hainzmann, Scheungraber
Z. 4: Licin(ius) – CAG
Z. 5: d(edicavit) – Weisgerber
Übersetzung Deutsch

Für Apollo Grannus Mogounus!
Quintus Licinius Trio hat den Altar aus eigenen Mitteln gegeben.

Übersetzung Englisch

To Apollo Grannus Mogounus!
Quintus Licinius Trio gave the altar at his own expense.

Autopsie

non vidimus
Lesung gründet auf: CIL

Editionen und LesungenCIL XIII 5315
ILS 4649
Riese 1914, Nr.2650
Weisgerber 1975, 119
Bonnet 1995, 158
CAG 68, 191 Nr.24*
Hainzmann 2016, 48 Nr.18
Scheungraber 2020, 307 Nr.15
Elektronische Ressourcen HD080516 (Version von 2019-08-22) (Epigraphische Datenbank Heidelberg)
EDCS-10800719 ( zuletzt abgerufen 2023-06-05) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby)
Fundort modern Horbourg-Wihr
Fundstelle

„dans la maison d‘un particulier“ (de Mautour 1727, 3) ; „maison Hirtz“ (Bonnet 1995, 158); "A droite, vers le nord, la Bergstraße court le long de toute la face ouest du castrum. […] A côté se trouve la maison n°112, appartenant à Isaac Meyer. […] Lors de la construction de cette maison, on découvrit un autel d’Apollon […]" (Herrenschneider 1993, 114).

Fundumstände„lors de la construction de la maison Hirtz“ (Zehner 1998, 191 Nr.24)
Fundjahr1603
Verwahrungverschollen
InschriftträgerWeihealtar
MaterialSandstein
Archäologische Klassifikation Aufsatzschmuck
Giebel
Opferschale (Gestaltungsmerkmal)
Pulvini
Umzeichnung
Beschreibung Objekt

Die Form und Gestaltung des Weihealtars können nur anhand einer Umzeichnung beschrieben werden. Das ungerahmte Inschriftenfeld befindet sich auf einer sechsfach abgestuften Basis, deren vorderes Eck links abgebrochen ist. Die Bekrönung befindet sich auf einem doppelt gekragten Aufsatz und wird durch Pulvini und einen doppelten Giebel, in dessen Zentren sich jeweils eine runde Erhöhung befindet, geschmückt. Den obersten Abschluss bildet eine nur leicht vertiefte Opferschale. Durch die Schale, den Giebel und den Aufsatz geht rechts der Mitte ein Riss.

Zustand Objekt unklar
MaßeHöhe: 100 cm
Breite: 55 cm
Tiefe: 57 cm
Ikonografie

Keine bildliche Gestaltung überliefert.

Inschrift

Der Inschriftentext ist nur mehr abschriftlich erhalten. Aus inhaltlichen Gründen ist er als vollständig anzunehmen.
Zu Ligaturen: s. Majuskelumschrift. – Besondere Zeichen: Die Abschrift zeigt in Z.4 ein überhöhtes T.

Zustand Inschriftfeldunklar
Technikgemeißelt
Kommentar Götternamen

Grannus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
keltisch: ‚Heißer [Gott]’ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 84f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Grannus ist einer der wenigen keltischen Götternamen, die auch literarisch (Cass.Dio 77,15,5–7) bezeugt sind. Er ist im Imperium Romanum epigraphisch weit verbreitet und findet sich in den Provinzen Aquitania, Belgica, Britannia, Dacia, Germania Inferior, Germania Superior, Hispania Citerior, Lugudunensis, Noricum, Pannonia Inferior, Raetia, Asia und in Rom.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgenden theonymischen Formularen vor:

Apollo Grannus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-27, CF-GeI-28
- Germania Superior: CF-GeS-1004, CF-GeS-1008, CF-GeS-1118

Apollo Grannus Mogounus
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1009

Grannus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: CF-GeI-120
- Germania Superior: - CF-GeS-1077(?)

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Mogounus (incl. ev. Varianten):

Sprachlich:
Variante von Mogontus bzw. Moguntus: keltisch: ‚mächtiger Gott‘ (Scheungraber 2020, 386f); ‚mächtig‘ (de Bernardo Stempel Corpus F.E.R.C.A.N. II/1 82f).
(Hier wird kein sprachwissenschaftlicher Beitrag geleistet. Die Literaturangaben dienen lediglich dazu, einen Einstieg in die sprachwissenschaftliche Diskussion zu bieten. Besprochen werden alle Götternamen, die bislang als keltisch oder teilweise keltisch gedeutet wurden.)

Vorkommen:
Der Göttername ist nur aus einer einzigen Inschrift in der Germania Superior bekannt.

Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:

Apollo Grannus Mogounus (incl. ev. Varianten):
- Germania Inferior: -
- Germania Superior: CF-GeS-1009

Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en)

Kommentar allgemein

Quintus Licinius Trio: tria nomina

Licinius: italisches Gentilnomen, äußerst gängig (Kakoschke 2021, GN 685)

Trio: lateinischer Name, in den nördlichen Provinzen belegt (Kakoschke 2021, CN 3134)

Zitiervorschlag CF-GeS-1009, hdl.handle.net/11471/504.50.1009
LizenzCreative Commons BY-NC 4.0
Bild 1: Front, Schöpflin 1751, Taf.I Nr.6


Bild 1: Front, Schöpflin 1751, Taf.I Nr.6

Versionen

Last Update/Current Version: 2024