Die keltischen Götternamen der germanischen Provinzen
Epona
CF-GeS-1006
1 IN▴H▴D▴D
2 DEAE▴EPONÂE
3 L▴ATTVCIVS
4 VECTISSVS
5 D D
1 In h(onorem) d(omus) d(ivinae)
2 deae Eponae
3 L(ucius) Attucius
4 Vectissus
5 d(onum) d(edit)
| Apparatus criticus | Z. 1:
d(ono) – Euskirchen; Inschriftwiedergabe ohne Zeilenewechsel und Klammern – Cüppers
|
| Übersetzung Deutsch |
Zur Ehre des Kaiserhauses für die Göttin Epona! |
| Übersetzung Englisch |
In honour of the Divine Household to the goddess Epona! |
| Autopsie |
vidimus (CIL XIII Projekt) |
| Editionen und Lesungen | Brambach 1867 (Corpus), Nr.865 CIL XIII 7555b Riese 1914, Nr.2732 Cüppers 1983, 243 Binsfeld/Goethert-Polaschek/Schwinden 1988, Nr.67 Euskirchen 1993, Nr.261 Scheungraber 2020, 266 Nr.11 |
| Elektronische Ressourcen |
HD081343
( Version von 2020-01-29) (Epigraphische Datenbank
Heidelberg) http://lupa.at/32425 ( Version von 2020-12-02) (Ubi Erat Lupa) EDCS-36800004 ( zuletzt abgerufen 2023-06-01) (Epigraphik-Datenbank Clauss/Slaby) https://www.trismegistos.org/text/462844 ( zuletzt abgerufen 2023-06-01 ) (Trismegistos) |
| Fundort antik | Belginum |
| Fundort modern | Hinzerath |
| Fundstelle | ca. 100 Schritte entfernt vom „stumpfen Turm“ an der Westseite (CIL) |
| Fundumstände | bei Nachgrabungen zur Förderung von Baumaterialien (Florencourt 1843, 47); gemeinsam mit CF-GeS-005 |
| Fundjahr | 1843 |
| Verwahrung | Wederath, Archäologiepark Belginum (Dauerleihgabe aus Trier, Rheinisches Landesmuseum) |
| Inventarnummer | G I B 89 |
| Inschriftträger | Weihealtar |
| Material | Sandstein |
| Archäologische Klassifikation |
Aufsatzschmuck
Opferschale (Gestaltungsmerkmal) Pulvini |
| Beschreibung Objekt | Der Weihealtar mit ungerahmtem Inschriftenfeld ist an allen Seiten abgehauen. Als Bekrönung, die durch eine an den Kanten abgeschlagene Stufung vom Altarkörper getrennt und schon sehr verwittert ist, dienen zwei Pulvini, in deren Mitte sich eine Opferschale befindet. |
| Zustand Objekt | weitgehend vollständig |
| Maße | Höhe: 73 cm Breite: 58 cm Tiefe: 44 cm |
| Ikonografie | Laut Haffner (1970, 206) befindet sich „auf der rechten Schmalseite [ein] eingeritzter Sporn“. |
| Inschrift | Der Inschriftentext scheint vollständig erhalten zu sein und füllt das Feld vollständig aus. Die Buchstaben sind gleichmäßig. |
| Zustand Inschriftfeld | vollständig |
| Technik | gemeißelt |
| Buchstabenhöhe (cm) | 4,1–4,4 |
| Kommentar Götternamen |
Epona (incl. ev. Varianten):
Sprachlich:
Vorkommen: Im Untersuchungsgebiet kommt der Göttername in folgendem theonymischen Formular vor:
Epona (incl. ev. Varianten): Zur damit angesprochenen Gottheit s. schriftl. Publikation(en) |
| Kommentar allgemein |
Lucius Attucius Vectissus: tria nomina Attucius oder Atucius: einheimische Bildung mit keltischer Basis? (Kakoschke 2021, GN 165) Vectissus: keltischer Name (Kakoschke 2021, CN 3252) Aufgrund der tria nomina eindeutig im Besitz des römischen Bürgerrechts. Im CIL wird Belginum zur Germania Superior gezählt, diese Zuordnung wird aber inzwischen zugunsten der Belgica angezweifelt (Haffner 1989, 23; Lobüscher 2002, 140). Die Aufnahme von Inschriften aus Belginum (CF-GeS-1005; CF-GeS-1006; CF-GeS-1140) hier ergibt sich aus zwei Umständen: 1. als Grenzort ist mit Einflüssen aus der Nachbarprovinz zu rechnen und der Wechsel der Provinzzuordnung kann nicht ausgeschlossen werden (Spickermann 2003, 209). Viel wichtiger ist aber 2., dass sich in Belginum eines der zahlreichen nach 70 n.Chr. ausgebauten "Grenzheiligtümer" befand, die als Provinzgrenzen überschreitende Kultezentren angelegt waren (Spickermann 2003, 30f; 260f), weswegen mit provinzübergreifenden ähnlichen religiösen Vorstellungen zu rechnen ist, wobei die Dedikationen von Bewohnern der Belgica und der Superior aufgrund fehlender Angaben über die provinziale Zugehörigkeit nicht unterscheidbar sind. |
| Zitiervorschlag | CF-GeS-1006, hdl.handle.net/11471/504.50.1006 |
| Lizenz | Creative Commons BY-NC 4.0 |
