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Strab. 7,7,1 = 321,15

TitelGeographika
AutorStrabon
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.-1. Jh.n.Chr.
Originaltext οἱ δὲ Θρᾷκες καὶ Ἰλλυριοὶ καὶ Ἠπειρῶται καὶ μέχρι νῦν ἐν πλευραῖς εἰσιν· ἔτι μέντοι μᾶλλον πρότερον ἢ νῦν, ὅπου γε καὶ τῆς ἐν τῷ παρόντι Ἑλλάδος ἀναντιλέκτως οὔσης τὴν πολλὴν οἱ βάρβαροι ἔχουσι, Μακεδονίαν μὲν Θρᾷκες καί τινα μέρη τῆς Θετταλίας, Ἀκαρνανίας δὲ καὶ Αἰτωλίας [τὰ] ἄνω Θεσπρωτοὶ καὶ Κασσωπαῖοι καὶ Ἀμφίλοχοι καὶ Μολοττοὶ καὶ Ἀθαμᾶνες, Ἠπειρωτικὰ ἔθνη.
Quelle S. Radt, Strabons Geographika, Bd. 2, Buch V-VIII.
Übersetzung Die Thraker, Illyrer und Epiroten befinden sich bis heute an den Seiten Griechenlands, früher aber noch mehr als heute; ist doch sogar von dem Land das augenblicklich unbestritten als Griechenland gilt ein großer Teil im Besitz der Barbaren: Makedonien und gewisse Teile Thessaliens besitzen die Thraker, die oberen Teile Akarnaniens und Ätoliens epirotische Völker: Thesproter, Kassopäer, Amphilocher, Molosser und Athamanen.
Quelle der ÜbersetzungS. Radt, Strabons Geographika, Bd. 2, Buch V-VIII.
Kommentar Das Volk der Thraker gehört zur Gruppe der europäischen Indogermanen. Nach ihren Wanderungen von den ursprünglichen Gebieten, etwa Polen, durch die Karpaten, siedelten sie sich zu Beginn des 2. vorchristlichen Jt. in Thrakien an. Sie nahmen dabei auch Teile des späteren Thessaliens in Besitz. Das Gebiet der Illyrer erstreckte sich von der Adria bis ins östliche Serbien und den mittleren Donauraum. Wie auch die Thraker zählen sie zu den Indogermanen und unterteilen sich in viele Unterstämme. Über die Epiroten läßt sich weniger aussagen als über die zuvor genannten Völker. Möglicherweise kann man die Epiroten zu den illyrischen Stämmen zählen (RE V, 1905, 2723f., s. v. Epeiros, Nr. 1), eventuell auch zu den Akarnanern und Aitolern, die im weiteren Sinne auch zu den Epiroten gezählt werden.
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungThessalien, Akarnanien
Ethnische GruppenThraker, Illyrer, Epiroten
BearbeiterInMargit Offenmüller
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.385