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Strab. 9,2,4 = 402,4

TitelGeographika
AutorStrabon
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.-1. Jh.n.Chr.
Originaltext τοὺς δὲ Πελασγοὺς μένοντος ἔτι τοῦ πολέμου χρηστηριασομένους ἀπελθεῖν, ἀπελθεῖν δὲ καὶ τοὺς Βοι- ωτούς· τὸν μὲν οὖν τοῖς Πελασγοῖς δοθέντα χρησμὸν ἔφη μὴ ἔχειν εἰπεῖν, τοῖς δὲ Βοιωτοῖς ἀνελεῖν τὴν προ- φῆτιν ἀσεβήσαντας εὖ πράξειν· τοὺς δὲ θεωροὺς ὑπο- νοήσαντας χαριζομένην τοῖς Πελασγοῖς τὴν προφῆτιν κατὰ τὸ συγγενὲς (ἐπειδὴ καὶ τὸ ἱερὸν Πελασγικὸν ἐξ ἀρχῆς ὑπῆρξεν) […]
Quelle S. Radt, Strabons Geographika, Bd. 3, Buch IX-XIII.
Übersetzung Die Pelasger seien noch während des Krieges zur Orakelbefragung nach Dodona gegangen, und ebenso die Böoter. Das den Pelasgern erteilte Orakel, sagte er, könne er nicht angeben, den Böotern aber habe die Orakelpriesterin verkündet, sie würden erfolgreich sein wenn sie frevelten. Die Gesandten hätte den Verdacht bekommen, die Priesterin habe so prophezeit um den Pelasgern wegen ihrer Verwandschaft mit ihnen einen Gefallen zu tun – war doch auch das Heiligtum ursprünglich pelasgisch – […]
Quelle der ÜbersetzungS. Radt, Strabons Geographika, Bd. 3, Buch IX-XIII.
Kommentar Das Heiligtum von Dodona ist die älteste (bereits Il. 16, 233-235, Od. 19, 296-301) literarisch überlieferte Orakelstätte (zur Gründungssage Hdt. 2, 54f.). Im Gegensatz zu anderen Orakeln der antiken Welt erfolgte die Weissagung lange Zeit anhand von Zeichen statt Worten (Strab. 7, fr. 1), anhand von Eiche und Taube. Ab dem 4 vorchristlichen Jh. erfolgte das Orakel durch Losung. Während der Zeit des Orakels per Zeichen dürften Priester das Heiligtum geführt haben. Herodot (2, 55) berichtet, dass das Land zu dieser Zeit Pelasgien genannt wurde. Zur Zeit der Losorakel wurde das Priesteramt bereits von Frauen ausgeführt, die Peleiades (Taube: „peleias“) genannt wurden.
BelegstellenHom. Il. 16,233-235; Hes. frg. 319 M.-W.
SchlagwortOrakel, Heiligtum
Geographische ZuordnungDodona
Ethnische GruppenPelasger, Boioter
BearbeiterInMargit Offenmüller
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.361