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Strab. 9,1,5 = 392,3

TitelGeographika
AutorStrabon
Zeitangabe1. Jh.v.Chr.-1. Jh.n.Chr.
Originaltext Τὸ παλαιὸν μὲν οὖν Ἴωνες εἶχον τὴν χώραν ταύ- την οἵπερ καὶ τὴν Ἀττικήν, οὔπω τῶν Μεγάρων ἐκτι- σμένων· διόπερ οὐδ’ ὁ ποιητὴς μέμνηται τῶν τόπων τούτων ἰδίως, ἀλλ’ Ἀθηναίους καλῶν τοὺς ἐν τῇ Ἀτ- τικῇ πάντας συμπεριείληφε καὶ τούτους τῷ κοινῷ ὀνό- ματι Ἀθηναίους νομίζων, ὡς ὅταν φῇ ἐν τῷ καταλό- γῳ „οἳ δ’ ἄρ’ Ἀθήνας εἶχον, ἐυκτίμενον πτολίεθρον“ δέχεσθαι δεῖ καὶ τοὺς νῦν Μεγαρέας, ὡς καὶ τούτους μετασχόντας τῆς στρατείας. σημεῖον δέ· ἡ γὰρ Ἀττικὴ τὸ παλαιὸν Ἰωνία καὶ Ἰὰς ἐκαλεῖτο, καὶ ὁ ποιητὴς ὅταν φῇ „ἔνθα δὲ Βοιωτοὶ καὶ Ἰάονες“ τοὺς Ἀθηναίους λέγει· ταύτης δ’ ἦν μερὶς καὶ ἡ Μεγαρίς.
Quelle S. Radt, Strabons Geographika, Bd. 3, Buch IX-XIII.
Übersetzung In alter Zeit, als Megara noch nicht gegründet war, hatten die Ionier dieses Land in Besitz, ebenso wie Attika. Daher erwähnt der Dichter die Gegend auch nicht eigens, sondern da er alle in Attika Wohnenden Athener nennt, hat er auch diese in dem allgemeinen Namen miteinbegriffen, indem er sie als Athener betrachtet; wenn er also im Katalog sagt (Il. 2,546) Dann die Athen, die Stadt, die wohlgebaute, bewohnten, muß man auch die heutigen Megarer verstehen, die somit ebenfalls an dem Feldzug teilgenommen haben. Ein Anzeichen dafür ist Folgendes: Attika wurde vor alters Ionien und Ias genannte (und wenn der Dichter sagt [Il. 13,685] Dort die Böoter und auch die Ionier mit schleppendem Kleide, meint er die Athener), und davon bildete die Megaris einen Teil.
Quelle der ÜbersetzungS. Radt, Strabons Geographika, Bd. 3, Buch IX-XIII.
Kommentar Die in historischer Zeit dorische Megaris war ursprünglich wohl attisch und damit ionisch. Erst später wurde sie von den Dorern erobert. Pandion, Sohn Kekrops II (Paus. 1, 5, 3), war der achte König Athens. Nach der Vetreibung durch seine Neffen (Metioniden) flüchtete er nach Megara, wo er von seinem Schwiegervater Pylas die Herrschaft übernimmt. Nach Pandion´s Rückeroberung von Athen teilte er das Land unter seinen vier Söhnen auf (Soph. fr. 872). Nach der Rückkehr der Herakliden und Dorier unternehmen sie einen Feldzug gegen Athen, wurden besiegt und behielten nur das Megarische, wo sie Megara gründeten.
BelegstellenStrab. 14,2,6; Strab. 8,1,2; Strab. 9,1,7; Paus. 1,39,4f.
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungMegara
Ethnische GruppenIonier
BearbeiterInMargit Offenmüller
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.357