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Thuk. 4,76,3

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5., 4. Jh.v.Chr.
Originaltext Χαιρώνειαν δέ, ἣ ἐς Ὀρχομενὸν τὸν Μινύειον πρότερον καλούμενον, νῦν δὲ Βοιώτιον, […]
Quelle H. S. Jones, J. E. Powell, Thucydidis historiae, Bd. 1, Buch I-IV.
Übersetzung Chaironeia im Bezirk von Orchomenos, der alten Minyerstadt, wie sie hieß, die jetzt boiotisch ist, […]
Quelle der ÜbersetzungP. Landmann, Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges, Bd. 1, Buch I-IV.
Kommentar Im Zuge seiner Beschreibungen der Geschehnis des achten Kriegsjahres im Sommer 242 v. Chr. in Boiotien beschreibt Thukydides des auf Boiotien gelegenen Orchomenos in die Kriegsgeschehnisse. Er nennt es dabei minyisch, nun aber boiotisch (Zur einstmaligen Feindschaft zwischen Theokr. eid. 16,104-105). Diodor (4,10,3-6) liefert die passende mythische Erklrärung dazu: Theben wird von Herakles befreit, während er Orchomenos zerstört. Dieses Vorgehen des Heroen ist darin begründet, dass Amphytrion einst aus Tiryns vertrieben worden ist und in Theben Aufnahme findet. Herakles rächt sich für die Taten der Minyer an den ihm verbundenen Thebanern (vgl. 4,18,7) dadurch, dass er das Land um Orchomenos in einen Sumpf verwandelt und die Stadt zerstört. Die Minyer waren ein alter Stamm in Boiotien mit Sitz in Orchomenos (Pind. Ol. 14,1-4). Im Schiffskatalog der Ilias (2,511) werden die Minyer von Orchomenos noch getrennt voneinander genannt, folgt man Pausanias (4,27,10) gibt es noch in historischer Zeit Minyer in der Stadt. Mythischer Ahnherr der Minyer war Minyas (Pind. Isthm. 1,56).
BelegstellenHom. Il. 2,511; Diod. 4,10,3-6; Diod. 15,79,5; Paus. 4,27,10; Theokr. eid. 16,104-105; Pind. Ol. 14,1-4
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungChaironeia
Ethnische GruppenMinyer, Boioter
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.301