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Thuk. 1,2,6

TitelGeschichte des Peloponnesischen Krieges
AutorThukydides
Zeitangabe5., 4. Jh.v.Chr.
Originaltext ἀστασίαστον οὖσαν ἄνθρωποι ᾤκουν οἱ αὐτοὶ αἰεί. καὶ παράδειγμα τόδε τοῦ λόγου οὐκ ἐλάχιστόν ἐστι διὰ τὰς μετοικίας ἐς τὰ ἄλλα μὴ ὁμοίως αὐξηθῆναι· ἐκ γὰρ τῆς ἄλλης Ἑλλάδος οἱ πολέμῳ ἢ στάσει ἐκπίπτοντες παρ’ Ἀθηναίους οἱ δυνατώτατοι ὡς βέβαιον ὂν ἀνεχώρουν, καὶ πολῖται γιγνόμενοι εὐθὺς ἀπὸ παλαιοῦ μείζω ἔτι ἐποίησαν πλήθει ἀνθρώπων τὴν πόλιν, ὥστε καὶ ἐς Ἰωνίαν ὕστερον ὡς οὐχ ἱκανῆς οὔσης τῆς Ἀττικῆς ἀποικίας ἐξέπεμψαν.
Quelle H. S. Jones, J. E. Powell, Thucydidis historiae, Bd. 1, Buch I-IV.
Übersetzung Denn aus ganz Hellas wandten sich die Verdrängten und Verbannten, immer die Mächtigsten, nach Athen als an einen sichern Ort, wurden dort Bürger und machten so seit ältester Zeit die Stadt noch größer und volkreicher, weshalb sie von hier aus auch später Ionien, da Attika nicht ausreichte, neue Städte gründeten.
Quelle der ÜbersetzungP. Landmann, Thukydides: Geschichte des Peloponnesischen Krieges, Bd. 1, Buch I-IV.
Kommentar Im Zuge seiner Beschreibungen der Wanderungen der Vorzeit nennt Thukydides Athen als den einzigen von Stasis verschonten Ort, der immer von denselben Menschen besiedelt worden sei. Was die Besiedelung von Attika angeht, so folgt der Historiograph der attischen Tradition (Vgl. u. a. Hdt. 1,56,2-3): Der Großteil der Bewohner sei autochthon und die Zugewanderten nicht als Invasoren, sondern als schutzsuchende Flüchtlinge gekommen, so erscheint schon bei Herodot die Ansiedlung der Pelasger als Mitwohner der Athener ohne nennenswerten Konflikt vorzugehen (2,51,2). Dies ist für Thukydides auch ein Grund für das Prosperieren der Poleis, die so gut gedieh, dass eine Kolonisation des späteren Ioniens notwenig war.
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungAttika, Ionien
Ethnische GruppenIonier
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.283