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Plat. Menex. 237b-c

TitelMenexenos
AutorPlaton
Zeitangabe4. Jh.v.Chr.
Originaltext τῆς δ’εὐγενείας πρῶτον ὑπῆρξε τοῖσδε ἡ τῶν προγόνων γένεσις οὐκ ἔπηλυς οὖσα, οὐδὲ τοὺς ἐκγόνους τούτους ἀποφηναμένη μετοικοῦντας ἐν τῇ χώρᾳ ἄλλοθεν σφῶν ἡκόντων, ἀλλ’ αὐτόχθονας καὶ τῷ ὄντι ἐν πατρίδι οἰκοῦντας καὶ ζῶντας, καὶ τρεφομένους οὐχ ὑπὸ μητρυιᾶς ὡς οἱ ἄλλοι, ἀλλ’ ὑπὸ μητρὸς τῆς χώρας ἐν ᾗ ᾤκουν, καὶ νῦν κεῖσθαι τελευτήσαντας ἐν οἰκείοις τόποις τῆς τεκούσης καὶ θρεψάσης καὶ ὑποδεξαμένης.
Quelle J. Burnet, Platonis opera, Bd. 3.
Übersetzung Zu ihrer Wohlgeborenheit [der Vorfahren der Athener] nun gehörte zuerst die Herkunft ihrer Vorfahren, welche nicht eine auswärtige ist, noch diese ihre Nachkommen ausweiset als Hintersassen in diesem Lande, weil jene anderwärts hergekommen, sondern als wahrhaft Eingeborene und die in der Tat in ihrem Vaterlande wohnen und leben, nicht von einer Stiefmutter Auferzogene wie andere, sondern als von einer Mutter von dem Lande in welchem sie wohnten, und die jetzt nach ihrem Ende in dem verwandten Schoß ihrer Gebärerin und Ernährerin wieder aufgenommen liegen.
Quelle der ÜbersetzungF. Schleiermacher, Platon: Werke, Bd. 2.
Kommentar In diesem Dialog spricht Sokrates mit Menexenos, einem seiner Schüler. Hier zitiert erstgenannter eine Leichenrede der Aspasia, welche jener des Perikles (Thuk. 2,60-64) gleicht. Auch in der hier genannten Passage spielen die Taten der Vorfahren der Athener eine wesentliche Rolle. Dabei werden die Athener als autochton bezeichnet, eine eher positive konnotierte Charakterisierung, die in der antiken Literatur des Öfteren zu finden ist (vgl. Belegstellen).
BelegstellenIsokr. 4,24; Isokr. 8,49; Isokr. 12,124-125; Hdt. 1,56,2-3; Thuk. 1,2,3-6; Plat. Menex. 239a
SchlagwortAutochtonie, Siedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungAthen
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.272