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Isokr. 12,42-44

TitelPanathenaikos
AutorIsokrates
Zeitangabe4. Jh.v.Chr.
Originaltext Οἱ μὲν τοίνυν ἡμέτεροι πρόγονοι φανήσονται τήν τε πρὸς τοὺς Ἕλληνας ὁμόνοιαν καὶ τὴν πρὸς τοὺς βαρβάρους ἔχθραν, ἣν παρέλαβον ἐκ τῶν Τρωικῶν, διαφυλάττοντες καὶ μένοντες ἐν τοῖς αὐτοῖς. Καὶ πρῶτον μὲν τὰς Κυκλάδας νήσους, περὶ ἃς ἐγένοντο πολλαὶ πραγματεῖαι κατὰ τὴν Μίνω τοῦ Κρητὸς δυναστείαν, ταύτας τὸ τελευταῖον ὑπὸ Καρῶν κατεχομένας, ἐκβαλόντες ἐκείνους οὐκ ἐξιδιώσασθαι τὰς χώρας ἐτόλμησαν, ἀλλὰ τοὺς μάλιστα βίου τῶν Ἑλλήνων δεομένους κατῴκισαν εἰς αὐτάς· καὶ μετὰ ταῦτα πολλὰς πόλεις ἐφ’ ἑκατέρας τῆς ἠπείρου καὶ μεγάλας ἔκτισαν, καὶ τοὺς μὲν βαρβάρους ἀνέστειλαν ἀπὸ τῆς θαλάττης, τοὺς δ’ Ἕλληνας ἐδίδαξαν ὃν τρόπον διοικοῦντες τὰς αὑτῶν πατρίδας καὶ πρὸς οὓς πολεμοῦντες μεγάλην ἂν τὴν Ἑλλάδα ποιήσειαν.
Quelle É. Brémond, G. Mathieu, Isocrate: Discours, Bd. 4.
Übersetzung Es wird sich nämlich zeigen, daß unsere Vorfahren die Eintracht mit den Griechen und die Feindschaft mit den Barbaren, die sie seit der Zeit des troianischen Krieges übernommen hatten, bewahrten und dabei blieben. Zunächst gelang es ihnen, von den Kykladeninseln, die zur Zeit des Minos sehr umkämpft waren und schließlich von den Karern beherrscht wurden, letztere zu vertreiben; sie wagten es aber nicht, den Landbesitz zu ihrem Eigentum zu machen, sondern siedelten dort die Griechen an, die am meisten Mangel am täglichen Lebensunterhalt hatten. Danach gründeten sie viele große Poleis auf beiden Kontinenten, verdrängten die Barbaren vom Meer und brachten den Griechen bei, wie sie ihre Heimatpoleis regieren und gegen wen sie Krieg führen sollen, um Griechenland groß zu machen.
Quelle der ÜbersetzungC. Ley-Hutton, Isokrates: Sämtliche Werke, Bd. 2.
Kommentar Isokrates präsentiert im Panathenaikos einen Lobpreis auf die Polis Athen, nachdem er methodische Vorbemerkungen und eine Verteidigung seiner selbst gegeben hat. Die historischen wie aktuellen Errungenschaften und Taten Athens können nach Isokrates nur im Vergleich mit jenen Spartas gebürend gewürdigt werden. Hier wendet sich der greise Rhetor der rühmlichen Geschichte der Vorfahren der heutigen Athener zu. Vgl. 12,123ff., wo überragende Tugendhaftigkeit der selben gelobt wird. Isokrates spielt hier möglicherweise auf die von Athen ausgehende ionische Kolonisation der Ägäis an, die ein Teil der Wanderbewegung der Ionier von Athen nach Kleinasien ist. Die Ionier gehen der ursprünglichen, pylischen Sagenversion nach, nach ihrer Vertreibung aus Achaia Richtung Kleinasien, der späteren, unter athenischem Einfluss stehenden nach, finden sie Aufnahme in Athen und ziehen dann weiter nach Kleinasien (so rekonstruiert F. Prinz, Gründungsmythen und Sagenchronologie, 347 den Mythos).
SchlagwortSiedlungsgeschichte
Geographische ZuordnungAthen
BearbeiterInAnna Trattner-Handy
Permalinkhttps://gams.uni-graz.at/o:ethnos.258